Bürgermeister nennt Details

Neues Feuerwehrhaus zur Miete

Heusenstamm – Bürgermeister Halil Öztas nennt Details zu den Plänen, an der Rembrücker Straße neben einem Drogerie- und Lebensmittelmarkt eine Wache bauen zu lassen. Von Claudia Bechthold

Ein modernes Feuerwehrhaus nach dem Bedarf der freiwilligen Helfer könnte an der Rembrücker Straße neben dem Gelände des Dachsteinwerks Braas entstehen. Mit dieser Aussage präzisiert Bürgermeister Halil Öztas, was in der vergangenen Woche bereits bekannt geworden ist. Wie berichtet, haben Investoren dieses Areal erworben, unter anderem, um dort einen großen Einkaufsmarkt für die Handelsketten Tegut und dm Drogeriemarkt zu errichten.

Das Gebäude für die Feuerwehr würde in enger Zusammenarbeit mit der Stadtbrandinspektion geplant, versichert Öztas weiter. Von diesem Standort aus könnten alle gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen eingehalten werden, sagt er. Zusätzlich gebe es aber die Überlegung, im ersten Obergeschoss des Hauses drei oder vier Betriebswohnungen für Feuerwehrangehörige zu planen, zumal gerade jüngere Leute oft aus Heusenstamm wegziehen würden, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Und so könne die Einsatzbereitschaft noch besser abgesichert werden.

Das Feuerwehrhaus werde von der investierenden Projektgesellschaft errichtet. „Wir als Stadt würden das Haus dann auf 30 Jahre von der Gesellschaft mieten“, erläutert der Bürgermeister. Nach Ablauf dieser 30 Jahre ginge das Grundstück in den Besitz der Stadt über. „Unterm Strich würde uns das vermutlich weniger kosten als die Sanierung und Erweiterung der jetzigen Wache an der Rembrücker Straße“, ist Öztas von diesem Modell überzeugt. Über die Höhe eines Mietzinses sei allerdings bislang nicht gesprochen worden.

Neues Quartier am ehemaligen Bauhof?

Das jetzige Gebäude der Brandschützer – 1976 eingeweiht – ist sanierungsbedürftig. Außerdem fehlt Platz, etwa für Umkleideräume für Feuerwehrfrauen. Deshalb hat das Stadtparlament einen Anbau und Sanierungsarbeiten bereits beschlossen.

Ein Umzug der Feuerwehr hätte vor allem den Vorteil, erläutert Öztas weiter, dass man das Gebiet am ehemaligen Bauhof ganz anders entwickeln könne. Daraus könne ein ganz neues Quartier entstehen, betont er. Auch zum Standort des Jugendzentrums auf der gegenüberliegenden Seite der Rembrücker Straße habe er weitere Ideen.

Eine Lösung werde sich ebenfalls für den Saal für Vereine finden, ist sich der Verwaltungschef sicher. So werde ja derzeit ein neues Pfarrheim für St. Cäcilia geplant. Aber auch über Nutzungen im Kultur- und Sportzentrum Martinsee oder einen möglichen Standort für ein neues Jugendzentrum könne man sprechen: „Ich möchte die Ideen nicht totreden lassen, sondern die Diskussion in der Öffentlichkeit anregen“, sagt Halil Öztas.

Schon seit etwa eineinhalb Jahren sei er mit der Projektgesellschaft im Gespräch, berichtet er weiter: „Es gibt großes Interesse am Standort Heusenstamm.“ Mehr als ein Jahr habe es gedauert, bis die Verhandlungen über das Grundstück abgeschlossen waren. Vor einer Woche sei der Kaufvertrag dann notariell beurkundet worden.

Bilder: Feuerwehrfest in Heusenstamm

Freilich seien bis zur Verwirklichung des Projekts noch einige Hürden zu nehmen. So muss der Regionale Flächennutzungsplan geändert werden, da das Gelände bislang als gewerblich eingetragen ist. Zudem müsse ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden, über den in der Stadtverordnetenversammlung entschieden werden müsse. Ein kleiner Teil des Areals gehöre noch der Stadt und müsse an die Projektgesellschaft verkauft werden werden. Auch darüber entscheiden die Stadtverordneten. Und schließlich sei ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufzustellen und zu genehmigen.

Vermutlich Mitte 2020, so schätzt Öztas, könne das Projekt planreif sein. „Bis dahin haben wir noch einen Haufen Arbeit vor uns liegen“, räumt er ein.

Grundsätzlich sei aber der Standort – auch für den Lebensmittel- und den Drogeriemarkt – ideal, auch weil er Heusenstamm und Rembrücken ein Stück näher zusammenrücke. Und auch die Erreichbarkeit sei gut, denn direkt vor dem Areal liege eine Bushaltestelle, sodass man die Märkte mit dem Auto, mit dem Rad und als Fußgänger gut erreichen könne.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare