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Notfall-Tipps mit „Kinderfinder“: Feuerwehr bietet schriftlichen Ersatz zur Brandschutzerziehung in den Kitas

Mappen zur Brandschutzerziehung übergibt Feuerwehrmann Pascal Fritzinger an Birte Bohn vom Kinderhaus Wiesenborn.
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Mappen zur Brandschutzerziehung übergibt Feuerwehrmann Pascal Fritzinger an Birte Bohn vom Kinderhaus Wiesenborn.

Die Pandemie schränkt auch die Brandschutzerziehung ein. Wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen und den zum Teil geschlossenen Kindertagesstätten ist es den Verantwortlichen bei der Schlossstädter Feuerwehr seit längerer Zeit nicht möglich, kleine Heusenstammerinnen und Heusenstammer im Feuerwehrhaus zu begrüßen. Normalerweise kommen einmal im Jahr alle Vorschulkinder an die Rembrücker Straße.

Heusenstamm – Dabei lernen die Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren das richtige Verhalten in einem Notfall. Sie erhalten viele altersgerechte Tipps – etwa für das richtige Absetzen eines Notrufs. Sie üben ein Telefongespräch im Notfall unter der europaweiten Notrufnummer 112. Und sie lernen die Voraussetzungen für das Entstehen eines Brandes sowie geeignete Löschmaßnahmen. Natürlich ist der Höhepunkt für die Kinder eine kleine Vorführung der Ausrüstung der Einsatzkräfte und das Bestaunen der Einsatzfahrzeuge. All diese Möglichkeiten zur Prävention für einen möglichen Gefahrenfall im Umfeld der Vorschulkinder sind der Feuerwehr durch die pandemiebedingten Beschränkungen extrem erschwert worden.

Als kreative Idee haben die zweite stellvertretende Wehrführerin und Sachbearbeiterin in der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz bei der Stadtverwaltung, Katrin Rebell, und der Mitarbeiter der Feuerwehr im Freiwilligen Sozialen Jahr, Pascal Fritzinger, eine neue Mappe erarbeitet. Sie enthält unter anderem Anleitungen für Experimente und Hinweise zum Thema „Notruf absetzen“, die die Kinder mit ihren Eltern oder den Erzieherinnen und Erziehern umsetzen können. Außerdem enthält die Mappe thematisch zur Feuerwehr passendes Material zum Ausmalen und Basteln und Stundenpläne mit Feuerwehrmotiven.

Feuerwehr müsse in dieser Altersgruppe präsent bleiben

Schließlich erhalten die Kleinen einen sogenannten „Kinderfinder“ – ein wertvolles Hilfsmittel für die Einsatzkräfte beim Durchsuchen von verrauchten Wohnungen. Es ist ein auffälliger dreieckiger Aufkleber, der im unteren Drittel der Kinderzimmer-Tür von außen aufgeklebt wird. Suchen Feuerwehrleute in einer wegen eines Brandes völlig verrauchten Wohnung nach Personen, die gerettet werden müssen, finden sie so schneller ein Kinderzimmer. Da heißer Qualm nach oben steigt, bewegen sich die Brandschützer in solchen Fällen oft auf dem Boden kriechend. Und Kinder neigen in Situationen, in denen sie Angst haben, oft dazu, sich zu verstecken anstatt zu flüchten.

Die Mappen wurden – coronakonform – jetzt an die Kindertagesstätten in der Schlossstadt zur Verteilung an die Kinder übergeben.

Es sei wichtig, in diesen schwierigen Zeiten den Kontakt zu halten und weiterhin bei dieser Altersgruppe präsent zu bleiben, schreibt Feuerwehrsprecher Mario Rebell. Auch die Einsatzkräfte vermissen die wertvolle Arbeit mit den Kindern. Einen Besuch bei den „echten“ Einsatzkräften in ihrer Schutzkleidung und das Einsteigen ins große Feuerwehrfahrzeug könne die erarbeitete Mappe leider nicht ersetzen. Mario Rebell verspricht: „Die Besuche der Kindergartengruppen im Feuerwehrhaus oder die Besuche in den Einrichtungen werden, sobald es die Situation wieder zulässt, sicherlich so schnell wie möglich nachgeholt.“  clb

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