Kunst und Kultur

Nur zweimal in voller Besetzung geprobt: TSV-Blasorchester gibt im Konzert unter freiem Himmel

Unter Bäumen spielen das Kinder- und das Jugendblasorchester (
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Unter Bäumen spielen das Kinder- und das Jugendblasorchester (

Zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie konnte sich jetzt das Blasorchester der Turn- und Sportvereinigung (TSV) Heusenstamm seinem Publikum präsentieren. Am Freitagabend gaben die drei Orchester der Abteilung ein Konzert im Biergarten der TSV-Gaststätte an der Jahnstraße als Teil des Kulturherbstes der Stadt.

Heusenstamm – „High Hopes“ ist nicht allein der Titel zum Auftakt. Denn die Instrumentalisten verknüpften „Große Hoffnung“ mit der Veranstaltung. Und wenn Moderator Björn Uhl gerade mal nicht das Mikrofon in der Hand hält, verkriecht er sich in die letzte Reihe und richtet seinen Blick aufs Mobiltelefon: Für den Abend ist Regen vorhergesagt. Tatsächlich kommt es vor der Pause zu einem kurzen Niederschlag, der jedoch nur wenige Gäste vertreibt.

Rund 20 Mädchen und Jungen des Kinderblasorchester spielen zu Beginn. Sarah Werner führt die Jüngsten, während Florian Hentschl das Jugendorchester leitet. „Vor zwei Jahren haben sie das letzte Konzert gegeben“, erläutert Moderator Uhl. Und weiter: Ein Instrument könne man durchaus alleine spielen, stellt der Pressesprecher klar. Das haben viele Aktive während der Lockdowns auch gemacht. Unterricht über den Monitor sei da schon eine andere Sache, lautet die Erfahrung der 15 Lehrkräfte mit diesen Unterrichtsmethoden. Momentan dürfen die Nachwuchstalente auch in der großen Runde wieder zusammen spielen. Um den geforderten Abstand einhalten zu können, nutzen sie den großen Saal, berichtet Uhl. Vor dem Auftritt am Wochenende konnten sie die vorgesehenen Stücke gerade zweimal in kompletter Besetzung einstudieren. Während der weite Raum zu viel Hall erzeugt, wie der Chef des Abends berichtet, mussten sich die fast 50 Aktiven des Großen Orchesters im Freien daran gewöhnen, überhaupt kein Echo zu erhalten.

Außer dem kräftigen Beifall des Publikums, versteht sich. „Ein Jahr Pause und sie können’s noch“, staunt der Sprecher. Die Stadtführung durch „New York“, zum Beispiel, oder den „Happy Sound“ von James Last, der auch viele Titelmelodien für Fernsehserien schrieb und bis zu zwölf Alben im Jahr veröffentlichte, können Fans nun mit Wissen punkten. „Bei 80 Millionen verkauften Platten müsste jeder eine zu Hause haben“, unkt Uhl.

Mit einer Hommage an Queen und Freddy Mercury, der in diesen Tagen 75 Jahre alt geworden wäre, „Happy Birthday“ für die Orchester-Mitglieder Patricia, Nico und Katja sowie einer Polka zum Kontrast geht die Vorstellung in die Pause. Danach kündigt der Conferencier einen Ausflug nach „Oregon“ an, mit „Bugler’s Holiday“ ins jazzige „Birdland“. Das Finale bildet ein Medley aus Hits der 1980er Jahre, und ohne Zugabe lassen die Anhänger „ihre“ Musiker freilich auch nicht ziehen.

Ein Tiroler Marsch erfüllt also den Biergarten und das Beste der Band Abba. Und das Blasorchester plant bereits einen weiteren Auftritt: Am dritten Adventssamstag, 11. Dezember, möchten die Musiker mit Dirigent Sebastian Abel im Kultur- und Sportzentrum Martinsee ein Weihnachtskonzert geben.  (Von Michael Prochnow)

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