Farben teils nicht mehr erhältlich

Heusenstamm: Ortskern-Satzung soll auf den Prüfstand 

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Die Satzung über die Gestaltung des alten Ortskerns Rembrücken regelt genau, was Hauseigentürmer beim Bau oder der Sanierung ihrer eigenen vier Wände beachten müssen.

Gestaltungsvorgaben, erlaubte Farben oder vorgeschriebene Baumaterialien: Die Satzung über die Gestaltung des alten Ortskerns Rembrücken regelt genau, was Hauseigentürmer beim Bau oder der Sanierung ihrer eigenen vier Wände beachten müssen – und das schon ganz schön lange.

Heusenstamm – So lange, dass inzwischen etwa einzelne Farben schon gar nicht mehr auf dem Markt sind oder vorgeschriebene Baumaterialien nicht mehr dem heutigen Stand der Bauwirtschaft entsprechen. 

Grund genug, sich das in die Jahre gekommene Regelwerk einmal vorzunehmen und zu überarbeiten, finden Heusenstamms Sozialdemokraten. Diesen Wunsch hatten Mitglieder des Bürgerforums Rembrücken bei einem Gesprächstermin an die Mitglieder der SPD-Fraktion herangetragen, die daraus einen Antrag für die Stadtverordnetenversammlung formuliert hatten. Dem Ansinnen zeigten sich auch die übrigen Fraktionen gegenüber offen, das Thema wurde jedoch zur Klärung weiterer Fragen in die kommende Sitzungsrunde geschoben.

Einstimmig beschlossen wurde derweil ein weiterer Antrag der Sozialdemokraten in Bezug auf den Stadtteil. So ist die Stadt künftig Veranstalter des längst etablierten Adventsmarktes in Rembrücken. Dieser war vor ein paar Jahren aus einer privaten Initiative hervorgegangen und im vergangenen Dezember erstmalig auf den öffentlichen Platz vor der Alten Schule gezogen. Mit der Veranstaltung durch die Stadt wolle man die Ehrenamtlichen entlasten und zugleich wirtschaftliche Risiken senken, erläuterte SPD-Fraktionschef Rolf Lang. Dem Wunsch schlossen sich auch die übrigen Fraktionen an. Gestrichen wurde zuvor jedoch ein Satz des Ursprungsantrages, wonach bei der Ausrichtung die Wünsche und Anregungen des Bürgerforums sowie der beteiligten Vereine zu berücksichtigen seien. Man wolle damit eine „Lex Rembrücken“ vermeiden, hatte FDP-Fraktionschef Uwe Klein in der vorangegangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses betont. Auch ohne diesen Zusatz sei es jedoch selbstverständlich, dass mit den Beteiligten gesprochen werde.

Gesprochen wurde einmal mehr auch über die bereits im vergangenen November beschlossene Absenkung der Bordsteine an Einmündungen der Patershäuser, Bürgermeister-Kämmerer- und Schlossstraße sowie dem Wiesenbornweg und dem Julianenpfad an der Frankfurter Straße (wir berichteten). Die Maßnahme soll insbesondere Radfahrern die Einfahrt in die Seitenstraßen erleichtern. Nun hatte der Magistrat einen Ausführungsvorschlag des zuständigen Fachbereichs vorgelegt, wonach statt der geplanten Bürgersteigabsenkung sogenannte Schrägborde eingebaut werde. Dadurch sinken die Baukosten gegenüber der ursprünglichen Planung von rund 50 000 Euro auf 32 000 Euro. Dem Vorschlag der Verwaltung schlossen sich neben den Fraktionen von SPD, Grünen und freien Wählern auch die Christdemokraten – mit Ausnahme dreier Enthaltungen – an. Zwar hatten diese im November noch gegen die letztlich beschlossene Absenkung gestimmt, da diese nach Ansicht der Fraktion die Umgestaltung der Frankfurter Straße vor ein paar Jahren konterkariere und den Kosten keinerlei Nutzen gegenüber stehe. „Da diese Variante nun statt 50 000 nur noch 30 000 Euro kostet, stimmen wir ihr zu, da sie aus unserer Sicht das kleinere Übel ist“, begründete CDU-Fraktionsmitglied Lothar Fella.

Einstimmigkeit herrschte auch beim Beschluss mehrerer Anträge, die bereits in der vorangegangenen Ausschussrunde diskutiert worden waren und an diesem Abend direkt abgestimmt wurden. So hat die Schlossstadt ab sofort auch einen „Saint-Savin-Platz“. Den Namen der französischen Partnerstadt, mit der Heusenstamm in diesem Jahr den 50. Jahrestag der Verschwisterung feiert, trägt ab sofort der Platz am westlichen Ende der Schlossallee der direkt an die Kreuzung an der Alten Linde grenzt. Zuvor hatten auch die französischen Partner der Schlossstadt mit dem „Square d’ Heusenstamm“ einen Platz als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung gewidmet.

Darüber hinaus wurde der Magistrat, einem CDU-Antrag folgend, beauftragt zu prüfen, ob die Einführung eines freiwilligen Pfandbechersystems in Heusenstamm möglich wäre.

Keine Mehrheit hatte zuvor ein Vorstoß der Sozialdemokraten gefunden, die nach der letzten Prüfung vor rund zehn Jahren noch einmal die Ausweisung einer Hundewiese oder eines Hundeparks prüfen lassen wollten.

VON THOMAS HOLZAMER

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