Brücken bauen als Anliegen

Pfarrerin Ulrike Schweiger übernimmt Stelle in Heusenstamm

Freudig und herzlich aufgenommen fühlt sich Pfarrerin Ulrike Schweiger in der Evangelischen Kirchengemeinde Heusenstamm.
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Freudig und herzlich aufgenommen fühlt sich Pfarrerin Ulrike Schweiger in der Evangelischen Kirchengemeinde Heusenstamm.

Genau 22 Jahre ist es am kommenden Sonntag her, dass Ulrike Schweiger ordiniert wurde. Und auch in diesem Jahr soll der 15. März ein besonderer Tag für sie sein. Denn dann wird sie als neue Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde in ihr Amt eingeführt.

Heusenstamm – „Meine Augen sehen auf Gott“, lautet der Psalm 25, Vers 15, den sie sich als Motto für diesen Tag ausgewählt hat. Seit Anfang des Jahres bereits ist die Theologin in Heusenstamm unterwegs. Mit einer halben Stelle wird sie fortan der Gemeinde tätig sein. Außerdem ist sie – ebenfalls mit einer halben Stelle – als Schulpfarrerin an der Theodor-Heuss-Schule in Offenbach beschäftigt.

Im Rheinhessischen ist Ulrike Schweiger aufgewachsen. Der Glaube, sagt sie, habe schon während ihrer Jugend für ihre persönliche Entwicklung eine große Rolle gespielt. „Ich wollte wissen, was hinter dem Glauben steht“, nennt sie Gründe für ihre Entscheidung, Theologie zu studieren, „wollte wissen, wie man wissenschaftlich mit Glauben umgehen kann“. In Mainz, Mittelamerika und Frankfurt hat die heute 56-Jährige dann die Universitäten besucht. Während der beiden Auslandssemester habe sie unter anderem mit Pfarramtskandidaten in Slums zusammengearbeitet, berichtet sie. Nach dem Examen sei sie noch einmal für ein Jahr dorthin gegangen. Kennengelernt hat sie in Mittelamerika auch ihren Mann Jorge Sepúlveda, der mittlerweile seit 30 Jahren in Deutschland lebt. Ihre beiden Töchter studieren, die ältere Elektrotechnik für erneuerbare Energien, die jüngere Theologie.

Der Wunsch, eines Tages ein Pfarramt zu übernehmen, habe erst in der zweiten Hälfte ihres Studiums eine Rolle gespielt. Gereift sei der Entschluss während der Arbeit in den Slums. Nach dem Vikariat in Friedberg und der Arbeit in drei oberhessischen Ortsgemeinden kam Ulrike Schweiger nach Frankfurt-Höchst. In der dortigen Stadtkirchengemeinde war sie zwölf Jahre lang Pfarrerin. Seit 2015 hatte sie die zeitlich befristete halbe Profilstelle für Ökumene und gesellschaftliche Verantwortung in Offenbach inne, wo sie mit ihrer Familie auch seit 2017 wohnt.

Nun wollte die Pfarrerin zurück in die Gemeindearbeit. Sehr freudig, nett und herzlich sei sie aufgenommen worden in Heusenstamm. Man spüre, wie offen und gut aufgestellt die Gemeinde sei. Gefallen habe ihr zudem die Sangesfreude der Mitglieder.

Spannend sei für sie, dass man die Anerkennung als „Faire Gemeinde“ habe, zumal sie sich schon lange für fairen Handel engagiere: „Ich habe stets versucht, Brücken zu bauen – auch interreligiös.“ Kirche sehe sie immer in der Welt, in politischen Zusammenhängen, im gesellschaftlichen Diskurs: „Gerade in Zeiten von extremistischen Zusammenhängen ist es wichtig, Position zu beziehen.“ Toleranz und Respekt einzuüben, positive Werte jeder Religion zu entdecken, das sei doch eine der Aufgaben von Gemeinden. „Auch Jesus hat sich den Menschen zugewandt, die nicht zu den Juden zählten.“

Am kommenden Sonntag, 15. März, um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst zur Amtseinführung von Ulrike Schweiger in der Gustav-Adolf-Kirche in der Frankfurter Straße 80.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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