Mehr Platz für die Bieber

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Reizvolle Landschaft auch im Winter: die Bieberaue zwischen Schloss und Friedhof. Zum Wiesenbornweg hin wird nun ein Seitenarm „eingebaut“.

Heusenstamm - Seit etwa zwei Jahren arbeitet die Stadt Heusenstamm an der Renaturierung der Bieber. Der Bach, der quer durch die Gemarkung der Schlossstadt fließt, soll damit langsamer „gemacht“ werden. In diesem Jahr ist der Abschnitt am Wiesenbornweg an der Reihe.  Von Claudia Bechthold

Es ist der dritte von insgesamt vier Bauabschnitten, erläutert Bürgermeister Peter Jakoby. Nach dem „Einbau“ von Schleifen in den Wasserlauf der Bieber an den Resten der Mühle von Renigishausen, am Nieder-Röder Weg sowie etwa in Höhe der Ringstraße und hinter dem Schlösschen wird der Bach nun entlang des Wiesenbornwegs eine weitere Schleife erhalten. Etwa 200 Meter lang wird sie werden. Der vierte Abschnitt gilt den Geiswiesen nahe der Autobahn.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen

Die Bieberauen, in denen diese Schleife entstehen soll, sind ohnehin schon Landschaftsschutzgebiet. Behutsam, also ohne die Wiese mehr als nötig zu „berühren“, soll diese Schleife geschaffen werden. Sie wird zu einem Seitenarm. Der quer über die Wiese fließende Bach bleibt erhalten. Allerdings wird im Bachbett die Sohle angehoben, es kommen Kiesbänke hinein und Wurzelstöcke. So werde die Fließgeschwindigkeit gedrosselt, sagt Jakoby. Und Tiere und Pflanzen, die aus der Bieber verschwunden waren, erhalten wieder Lebensraum.

Um diese Planung, die der Biologe Dr. Hans-Georg Fritz aus Darmstadt gemeinsam mit dem Bauamt der Stadt vorbereitet, verwirklichen zu können, musste eine Flurbereinigung umgesetzt werden. Dies sei mit Hilfe des Hessischen Amtes für Bodenmanagement bis Ende vergangenen Jahres gelungen. Man habe sich mit den Grundstückseignern einvernehmlich auf Tausch- oder Kauflösungen einigen können.

Anfang März soll mit dem „Einbau“ der Schleife begonnen werden. „Dann verheilen erste Narben schon zum Sommer hin“, meint Jakoby.

Auch früher gab es in der Bieberaue am Schloss drei kleinere Gräben. Einer floss parallel zum heutigen Wiesenbornweg und am Schlossgarten entlang zur Schlossmühle, die von diesem Wasser angetrieben wurde. Es werde also teilweise wieder hergestellt, was einmal war.

Die Kosten werden auf etwa 35. 000 Euro geschätzt und zu zwei Dritteln vom Land Hessen gefördert.

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