Reihenhäuser kaum gefragt

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Einzel- und Doppelhäuser sind bei jenen Familien besonders beliebt, die sich für das neue Wohngebiet südlich der Hohebergstraße entschieden haben. 

Heusenstamm - Großes Interesse und eifrige Bautätigkeit im Gebiet südlich der Hohebergstraße. Nur wenige Grundstücke aus dem städtischen und dem kirchlichen Besitz sind derzeit noch zu haben. Von Claudia Bechthold 

Reihenhäuser scheinen nicht so begehrt zu sein. Dieser Eindruck zumindest drängt sich auf, wenn man das Baugebiet südlich der Hohebergstraße durchstreift. Gebaut wird dort derzeit an fast allen Ecken. Aber es sind vornehmlich Einzel- und Doppelhäuser, die dort aus dem Boden wachsen.

Und so haben auch schon viele der insgesamt 55 städtischen Grundstücke sowie weitere aus privatem und kirchlichem Besitz neue Eigentümer. Letztere hat noch zwölf freie Einzelareale plus acht Reihenhaus-Grundstücke zu bieten. Die Stadt kann noch fünf Einzel- und neun Reihenhausareale anbieten. Dazu kommt noch ein Grundstück, für das ein Mehrfamilienhaus vorgesehen ist. Da müsse allerdings zunächst noch der Boden geprüft werden, erläutert Bürgermeister Peter Jakoby.

Seit zweieinhalb Jahren ist das Baugebiet, um das anfangs heiß diskutiert worden war, fertig erschlossen. Anfang 2012 sind die ersten Familien eingezogen. Zur Erinnerung: Gegen den Bebauungsplan gab es großen Widerstand vor allem von Anwohnern, weil das so genannte Wäldchen, beliebt bei Kindern und Hundehaltern, zu einem großen Teil abgeholzt werden sollte. Die Proteste, die am Ende sogar in ein Bürgerbegehren münden sollten, scheiterten an Ende.

Mühsames Geschäft

Sowohl bei den städtischen, als auch bei den kirchlichen Angeboten sind jene Grundstücke, auf denen Reihenhäuser entstehen sollen, zumindest nicht sofort „über den Ladentisch“ gegangen. Ein solches hat die Stadt schon verkaufen können, wie Hauptamtsleiter Hendrik van Eck auf Anfrage bestätigt. Für neun weitere gebe es Interessenten, mit denen verhandelt werde. Die Katholische Kirche hatte nach den Angaben von Franz Stein noch nicht eine einzige Anfrage für eines der Reihenhaus-Grundstücke. Dies könnte freilich auch mit der Lage zu tun haben, denn diese sollen entlang der Hohebergstraße entstehen.

Schlechte Zeiten für Erbpacht-Verträge sieht Franz Stein übrigens nicht. Denn der kirchliche Grundbesitz soll in Erbpacht abgegeben werden. Fast die Hälfte der 20 Einzelgrundstücke sei ja schon vergeben, sagt er. Wobei Ehepaaren, die innerhalb von vier Jahren nach Vertragsabschluss einziehen, ein Nachlass von 0,8 Prozent auf den jährlichen Erbpachtzins gewährt werde. Und für jedes Kind kämen weitere 0.4 Prozent Nachlass hinzu, allerdings für höchstens dreiKinder. Vier Prozent der Wertes als Pacht seien üblich, die Kirche senke diesen Betrag auf bis zu zwei Prozent. Franz Stein: „Ehepaare sollen mit diesen Vergünstigungen die Chance erhalten, etwas Vermögen zu bilden.“

Mit Ausnahme der kirchlichen Reihenhäuser gibt es für alle noch freien Bauplätze schon Interessenten. Das Verhandeln ist allerdings ein mühsames Geschäft, weiß Hendrik van Eck. Da bespreche man alle Verkaufsmodalitäten mit Interessenten, warte Beratungen mit Banken ab, bereite den Abschluss vor, und dann heiße es auf einmal: „kein Interesse mehr“.

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