Füttern verboten

Schädlich für Wildtiere und die Natur: Ordnungsamt weist auf Fütterungsverbot auf öffentlichen Flächen hin

Eine Kanadagans, spektakulär aufgenommen von Thomas Sperl.
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Eine Kanadagans, spektakulär aufgenommen von Thomas Sperl.

Vermehrt habe man in jüngerer Vergangenheit wieder Personen beobachtet, die im Wald oder an anderen öffentlichen Stellen im Stadtgebiet wie zum Beispiel an den Schlossweihern Futter ausgelegt haben, berichtet Karl-Heinz Kühnle, stellvertretender Leiter des Fachdienstes für Sicherheit und Ordnung.

Heusenstamm – Aus gegebenem Anlass weise man daher Bürgerinnen und Bürger darauf hin, dass das Füttern von Wildtieren – wie unter anderem Rot- und Schwarzwild, Gänsen, Füchsen und Fischen – nach dem Hessischen Jagdgesetz verboten ist und eine Ordnungswidrigkeit darstellt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Diese könne mit einem Bußgeld geahndet werden.

Lediglich in Notzeiten wie besonders strengen Wintern füttern Jäger oder Förster artgerecht zu. Im Vordergrund des Verbotes stehe der Schutz wild lebender Tiere sowie der empfindlichen Ökosysteme. Sicher hätten Tierliebhaber mit ihren „Futterspenden“ eigentlich nichts Schlechtes im Sinn, doch die Fütterungen seien gleich in mehrfacher Weise für Tier und Natur schädlich.

Augenmerk auf Nil- und Kanadagänse

So ziehe das Futter auch Ratten und Ungeziefer an. Außerdem sinke die natürliche Scheu der Tiere vor Menschen und Siedlungsgebieten. Das könne zum Problem werden, wenn diese auf der Suche nach Nahrung der Wohnbebauung zu nahe kommen. Schließlich sei das angebotene Futter in den meisten Fällen nicht artgerecht, sodass die Tiere es zuweilen nicht vertragen. Besonders gerne werde altes Brot verfüttert, das für Weidetiere und Wasservögel nicht artgerecht sei, aber auch Essensreste oder Küchenabfälle. Letztere seien wegen möglicher Krankheitserreger besonders gefährlich.

Besonderes Augenmerk legt die Stadtverwaltung auf das Füttern der Nil- und Kanadagänse an den Schlossweihern, das ebenfalls untersagt ist: Dies sei nicht nur für die Tiere, sondern auch für die stehenden Gewässer schädlich. Futterreste gelangen in die Weiher, sorgen so für eine Nährstoffanreicherung, die zu einer weiteren Sauerstoffverknappung und im Sommer zum Umkippen der Weiher führen kann. Als Biotope erfüllen die Gewässer eine wichtige Funktion als Habitat von Flora und Fauna.

Beobachtungen können dem Ordnugnsamt gemeldet werden

Zudem werden die Gänse zunehmend zum Problem. Sie vertreiben heimische Wasservögel und verteilen ihren Kot bis in den Schlossgarten. Die Stadt versucht, die Tiere von den Schlossweihern fernzuhalten, bislang aber ohne sichtbaren Erfolg.

Bürgerinnen und Bürger, die entsprechende Beobachtungen machen, können sich direkt an den städtischen Fachdienst Sicherheit und Ordnung unter 06104 607-1135 oder per Mail an ordnung@heusenstamm.de wenden.  clb

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