Epitaph der Elisabeth restauriert

Spenden für historischen Stein am Hofgut Patershausen

Das prächtige Epitaph der Elisabeth Brendel von Homburg, die kurz nach der Geburt ihres Sohnes Sebastian von Heusenstamm gestorben ist, mit Rudolf Fauerbach, David Prauschke und Roland Krebs (von links). 
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Das prächtige Epitaph der Elisabeth Brendel von Homburg, die kurz nach der Geburt ihres Sohnes Sebastian von Heusenstamm gestorben ist, mit Rudolf Fauerbach, David Prauschke und Roland Krebs (von links). 

Sebastian von Heusenstamm gilt als einer der Wegbereiter des Augsburger Religionsfriedens, mit dem im September 1555 das friedliche Nebeneinander von Protestanten und Katholiken gesichert und gesetzlich festgeschrieben wurde. 

Heusenstamm - Allerdings bestehen bis heute berechtigte Zweifel, dass Sebastian (1508 – 1555) jemals in Heusenstamm gelebt hat. Seine Eltern indes dürften ihren Besitz im Süden Frankfurts, wo Vater Martin von Heusenstamm als Schultheiß beschäftigt war, zumindest regelmäßig besucht haben.

Einer der sichtbaren Beweise für diese Vermutung ist die Grabplatte der Mutter, Elisabeth Brendel von Homburg, die in die Mauern des ehemaligen Klosters Patershausen eingelassen ist. „Wir wissen leider nicht viel über die Eltern von Sebastian von Heusenstamm“, bedauert Roland Krebs, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV). Es gebe lediglich Vermutungen, Beweise habe man bislang nicht finden können.

Offen ist zum Beispiel, warum sich das Epitaph der Elisabeth Brendel in Patershausen befindet. Das ihres Mannes Martin liegt nämlich im kleinen Garten der Kirche St. Cäcilia. Man sei sich einigermaßen sicher, dass Elisabeth, die 1508 kurz nach der Geburt ihres Sohnes Sebastian gestorben ist, tatsächlich in dem ehemaligen Kloster begraben wurde. Gefunden hat man diese Grabstätte aber – trotz Suche und Grabungen – noch nicht.

Wind und Wetter haben indes an der wertvollen Grabplatte aus dem 16. Jahrhundert genagt. Erste Schichten des Gesteins hatten sich bereits gelöst, waren abgeblättert. Es sei also höchste Zeit gewesen, etwas zu unternehmen. Zunächst habe man überlegt, das Epitaph mit einer Glasplatte zu schützen, erläutert Rudolf Fauerbach vom HGV, habe diese Idee aber wieder verworfen.

Mit „Kieselsäureester“ haben Steinmetze der Neu-Isenburger Firma Kaufmann, die früher auch in Heusenstamm einen Sitz hatte, den Mainsandstein zunächst konserviert, wie David Prauschke von der Geschäftsleitung erläutert. „Materialabschieferungen“ nennt der Fachmann die Witterungsschäden an der Platte. Teile des Reliefs seien schon hohl gewesen. Nach der Festigung des Steins, der nach Einschätzung der Steinmetze aus der Miltenberger Gegend stammt, habe man, so Prauschke, die äußeren schadhaften Fugen geöffnet, lose Steinteilchen behutsam abgenommen und mit einem mineralischen Kleber an der selben Stelle wieder befestigt. Mit einer Spritze wurden zudem, neben weiteren Arbeiten, in die Risse passende Schlämme injiziert und diese dann verschlossen, um das Eindringen von Wasser für die nächsten Jahre zu verhindern. Eine langwierige und aufwendige Arbeit, die knapp drei Wochen gedauert hat.

Möglich wurde die Restaurierung der Grabplatte in der Wand neben dem Eingang des heute städtischen Hofguts durch eine Spende der Heusenstammer Golfspieler, die den Erlös der von Bernd und Elke Teuber organisierten Stadtmeisterschaften dafür spendeten. Auch der Heimat- und Geschichtsverein steuerte einen Anteil zu den Kosten in Höhe von 2.700 Euro bei.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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