Spielzeugland

Heusenstamm: Spielzeug-Geschäft beschenkt Grundschüler für Note 1 und 2

Mattis und Jonas Winter (von links) zeigen Spielzeugland-Inhaberin Anja Gebhard in Heusenstamm ihre Zeugnisse. Als Belohnung für die Leistungen erhält jeder ein kleines Geschenk.
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Mattis und Jonas Winter (von links) zeigen Spielzeugland-Inhaberin Anja Gebhard in Heusenstamm ihre Zeugnisse. Als Belohnung für die Leistungen erhält jeder ein kleines Geschenk.

Spielzeugland-Besitzerin Anja Gebhard bringt Kinderaugen zum Strahlen: In ihrem Geschäft in Heusenstamm gibt's für gute Noten eine Belohnung.

Heusenstamm – Stolz zeigt Mattis Winter sein Zeugnis vor. Er hat am Freitag (03.07.2020) die erste Klasse beendet. Anja Gebhard, Inhaberin des Spielzeuglands an der Frankfurter Straße, lobt den Jungen für die gute Beurteilung. „Du kannst dir etwas aussuchen“, sagt sie. Sofort schweift Mattis’ Blick über den Tisch mit den vielen Kleinigkeiten vor ihm.

Zum vierten Mal hat Anja Gebhard die Zeugnis-Aktion organisiert: Pünktlich zum Tag der Ausgabe der Bewertungsbögen lädt sie Sechs- bis Zwölfjährige zu sich ins Spielzeugland ein. Steht da mindestens eine Zwei oder sogar eine Eins auf dem Zettel, dann gibt es ein Geschenk.

Und auch in diesem Jahr händigt sie zusammen mit einem echten „Zeugnisprüfer“ – ihrem Vater Rainer Gebhard – kleine Spielzeuge, Figuren, Büchlein und noch vieles andere, was die Geschäftsfrau selbst finanziert, an die fleißigen Schüler aus. Und diese stehen mit Mama, Papa oder Opa sogar Schlange.

Als ihre Berufung bezeichnet die Mutter ihre Arbeit. So sei es für sie eben auch selbstverständlich, die Aktion trotz Corona und einigen Wochen ohne Einnahmen auch in diesem Jahr anzubieten. „Die Kinder haben sich ja auch trotzdem angestrengt“, sagt Gebhard, deren jüngere Tochter am Freitag die Grundschule beendet hat.

Anstatt im hinteren Teil ihres Ladens sitzt der Zeugnisprüfer diesmal vor dem Geschäft und empfängt die Schüler. „So können wir den Abstand einhalten“, sagt Anja Gebhard, die auch immer mal wieder selbst die wichtige Aufgabe des Notenchecks übernimmt.

Auch Mattis’ Bruder, Jonas Winter, hat am Freitag sein letztes Grundschulzeugnis erhalten. Die vergangenen Wochen seien stressig gewesen, sagt er. „Wir hatten sehr viele Aufgaben“, berichtet er von der Zeit im Homeschooling. Das sei schon etwas anderes gewesen. Also lieber in der Schule lernen anstatt zuhause? „Beides hat was“, sagt er. Aber in der Klasse mache es doch mehr Spaß. Schließlich sitzen da dann auch seine Freunde.

Lieber in die Schule möchte auch Johanna Kerekes. Sie hat die dritte Klasse abgeschlossen. „Die war viel schwieriger“, sagt sie und zeigt ihr Zeugnis vor. In jedem Fach hat sie eine Eins erhalten und ist sichtlich stolz darauf. „Die meisten von uns wussten ihre Noten schon“, sagt Johanna. Denn die Klassenlehrerin hatte das Gros der Zensuren schon am Vortag verraten. Trotzdem sei es ein sehr gutes Gefühl, das Zeugnis mit den vielen Einsern in der Hand zu halten. Da ist auch der Zeugnisprüfer Rainer Gebhard richtig stolz und lässt Johanna ein Geschenk aussuchen.

Und genau darum gehe es Anja Gebhard, sagt sie. Um die Anerkennung für die guten Leistungen. Das sei für die Kinder immer wieder etwas Besonderes, wenn sie Lob von ihren Eltern, aber auch von Außenstehenden erhalten. „Dann strahlen ihre Augen vor Freude“, beschreibt Gebhard den Ausdruck auf den Gesichtern der Kleinen.

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