Bauprojekt

Stadtverordnete wollen Klärung zur Finanzierung des Familienzentrums

Das Pfarrheim der katholischen Gemeinde St. Cäcilia soll durch ein Familienzentrum ersetzt werden. Die Stadtverordneten wollen nun Gewissheit, ob die Kirche bei der Finanzierung noch dabei ist. Foto: FIitzenberger
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Das Pfarrheim der katholischen Gemeinde St. Cäcilia soll durch ein Familienzentrum ersetzt werden. Die Stadtverordneten wollen nun Gewissheit, ob die Kirche bei der Finanzierung noch dabei ist. 

Wie beteiligt sich die katholische Gemeinde am Bau des Familienzentrums in Heusenstamm? Dieser Frage ging nun das Parlament nach. 

Heusenstamm – Ist die katholische Pfarrgemeinde noch im Boot oder nicht? Diese Frage möchten die Freidemokraten im Heusenstammer Stadtparlament für das geplante Familienzentrum auf dem Gelände neben der Kirche St. Cäcilia geklärt wissen. 

Einen entsprechenden Antrag der FDP haben die Stadtverordneten jetzt einstimmig bei zwei Enthaltungen der AfD verabschiedet. Danach soll es im September eine gemeinsame Sitzung aller Ausschüsse geben, zu der Vertreter der Pfarrgemeinde sowie des Bistums in Mainz eingeladen werden sollen. Gleichzeitig wird der Magistrat damit verpflichtet, einen neuen Beschluss des Parlaments einzuholen, sollte die Kirche sich nicht mehr am Projekt beteiligen.

Man habe Signale erhalten, dass unsicher sei, ob die katholische Pfarrgemeinde noch an einer finanziellen Beteiligung am Bau und der Unterhaltung eines Familienzentrums auf dem Gelände des heutigen Pfarrheims interessiert sei, berichtete der FDP-Fraktionsvorsitzende Uwe Klein. Eine entsprechende Anfrage seiner Fraktion an den Magistrat hatte keine Aufklärung zu dieser Frage gebracht. Ebenso hatten sich Vertreter der Pfarrgemeinde nach einer Einladung zur Ausschusssitzung Anfang Juni entschuldigen lassen.

„Das Parlament hatte Sondierungen beschlossen zur Finanzierung des Zentrums und zur Anbindung an den Verkehr“, sagte Klein zum Antrag der FDP. Tatsächlich sei jedoch ein Förderantrag an das Land für die in dem Neubau vorgesehene Schulkindbetreuung gestellt worden, und im städtischen Investitionsplan seien für das Jahr 2021 200 000 Euro Abrisskosten für das bisherige Pfarrheim an jener Stelle eingestellt. „Das hat unseren Eindruck verstärkt, dass das Projekt ohne eine Beteiligung der katholischen Pfarrgemeinde umgesetzt werden soll“, betonte der Liberale. „Wenn der Magistrat die Pläne unabhängig weiterführt, sollte das Parlament dies beschließen, denn das ist schon ein Unterschied, ob man ein städtisches Projekt verfolgt oder zusammen mit der Pfarrgemeinde etwas plant.“

Seine Fraktion werde dem Antrag zustimmen, obwohl damit erneut Dinge gefordert würden, die eigentlich längst auf dem Weg seien, kritisierte der SPD-Fraktionschef Rolf Lang.

Dem widersprach der CDU-Stadtverordnete Lothar Fella: „Genau das ist es nicht.“ Die Pfarrgemeinde habe zunächst als Eigentümerin des Grundstücks neben der Kirche dort ein neues Gemeindezentrum sowie Wohnbebauung geplant. Diese Pläne habe man nach Versäumnissen bei der Einbindung der Nachbarschaft fallen lassen. Dann sei bei einer Begegnung von Pfarrer Martin Weber und Bürgermeister Halil Öztas die Idee gereift, dort ein Familienzentrum mit Begegnungsstätte, Schulkindbetreuung und Kindertagesstätte entstehen zu lassen. Dabei habe das Bistum in Mainz „ein erhebliches Wort“ mitzureden, erinnerte Fella weiter. Dort sei aber inzwischen sogar von einer „Reduzierung des Immobilienbestandes“ die Rede. „Geld für Neubauten wird also vermutlich nicht fließen.“ Daher wolle man nun wissen, ob die Stadt das Zentrum ohne die Pfarrgemeinde, aber auf deren Grund bauen wolle. Wobei er bei steigenden Schulden und sinkenden Einnahmen denke, das werde nicht zu tragen sein.

Wenn einer der beiden Partner bei diesem Projekt ausfalle, sei der Beschluss, dieses weiterzuverfolgen, erst einmal hinfällig, meinte auch der Vorsitzende der Grünen-Fraktionsvorsitzende Heiner Wilke-Zimmermann. Er hoffe aber, dass die Kirche nicht aussteige.

Vor allem wegen eben dieser Frage der Trägerschaft und der Notwendigkeit eines neuen Beschlusses, sollte eine Zusammenarbeit mit der Kirche nicht möglich sein, werde man der Vorlage zustimmen, bekräftigte auch Sandra Horn von den Freien Wählern Heusenstamm.

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