„Abzocke“ im Streikchaos?

Strafzettel fürs „Schüler-Taxi“ im Halteverbot

Heusenstamm - Als „Abzocke hoch drei“ bezeichnet ein Vater den Strafzettel, der ihn gestern erreichte. Am ersten Tag nach den Weihnachtsferien hatten mehrere Eltern Fahrgemeinschaften gebildet, um ihre vom Busfahrerstreik betroffenen Kinder zur Schule zu bringen - in diesem Fall das Adolf-Reichwein-Gymnasium an der Leibnizstraße.  

Er habe die Kinder an der Schule aus dem Auto gelassen, berichtete der Vater. Und sei dafür von einem Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes aufgeschrieben worden. Vor der Schule habe ein großes Chaos geherrscht, berichtet er noch. Es gehe ihm nicht um die zehn Euro, fügt er noch an, aber an einem solchen Tag könne man doch einmal „Fünfe gerade sein lassen“.

Gerade das „Chaos“ vor den beiden Geländen sei der Grund, warum man direkt vor den einander gegenüberliegenden Reichwein-Schulen absolute Halteverbot eingerichtet habe, erläutert Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu auf Anfrage. Immer wieder sei es vor Schulbeginn und nach Schulschluss zu gefährlichen Situationen, weil viele Kinder direkt am Hoftor abgesetzt oder abgeholt worden seien

Aus diesen Gründen seien nicht nur die Halteverbote verhängt, sondern auch zu bestimmten Zeiten das Abbiegen von der Berliner Straße in die Leibnizstraße verboten worden. Der Busfahrerstreik sei nicht derart als Notfall zu werten, dass man Verkehrsregeln außer Kraft setzen könne: „Es gibt rund um die beiden Schulen genügend Möglichkeiten, Kinder aus dem Auto aussteigen zu lassen. Dann müssen die Schüler eben mal hundert oder zweihundert Meter laufen.“ Hajdu: „Die Halteverbote sind verhängt worden, um den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen. Einen Grund, die Strafzettel zurückzuziehen, sehe ich daher nicht.“ (clb)

Busstreik in Hessen: Bilder

Rubriklistenbild: © dpa

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