Sozialdemokraten halten sich noch fast alle Wege offen

CDU sucht Gespräch mit SPD

Heusenstamm - Bestimmte Telefondrähte in der Schlossstadt glühen derzeit offenbar. Die Vertreter der gewählten Parteien loten gut eine Woche nach der Wahl wohl aus, wer mit wem zusammenarbeiten könnte. Von Claudia Bechthold 

Als mit 13 Sitzen stärkste Fraktion habe die CDU ein erstes Vorgespräch mit der SPD (12 Sitze) geführt und die Sozialdemokraten nun zu einem Sondierungsgespräch eingeladen, berichtet der CDU-Vorsitzende Christian Günzel. „Die Zusammenarbeit mit der SPD war ja bisher gut“, sagt Günzel, „deshalb möchten wir sie gern fortsetzen“. Zumal eine stabile Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung nur in einer Koalition zu erreichen sei. Ende der Woche, hofft Günzel, könne man erste Gespräche führen.

„Ich kann nur wiederholen, was ich auch allen anderen sage, die mich danach fragen“, betont Rolf Lang, Partei- und Fraktionsvorsitzender der SPD: „Ich weiß noch nichts.“ Gestern Abend wollten Partei- und Fraktionsspitze zum ersten Mal nach der Wahl zusammentreffen. „Dabei wollen wir beraten, wie wir mit dem Ergebnis umgehen werden.“ Es gebe in seiner Partei „etwa tausend Meinungen“ zum Thema Koalition. Informelle Gespräche freilich habe es schon gegeben.

Zudem gebe es ja – rein rechnerisch – mehrere Möglichkeiten für eine Koalition im Stadtparlament. CDU und SPD hätten zusammen eine bequeme Mehrheit mit 25 von 37 Sitzen. Ginge die CDU mit den Freien Wählern (vier Sitzen) und der FDP (zwei Sitze) zusammen, verfügte dieses Dreier-Bündnis über 19 Sitze, exakt die Mindestzahl an Stimmen, die für eine Mehrheit notwendig ist. Eine dritte Konstellation wäre eine Kooperation aus SPD, Grünen und Freien Wählern. Auch diese drei Beteiligten kommen auf 19 Stimmen.

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Schließlich könne man auch mit wechselnden Mehrheiten arbeiten, meint Sozialdemokrat Lang. Das sei aber sicherlich die arbeitsreichste Variante. Ganz sicher ist sich der Sozialdemokrat allerdings, dass es keine Zusammenarbeit irgendeiner Art mit der AfD geben werde, die mit drei Sitzen ins neue Parlament einziehen wird. Solches schließt auch die CDU aus. Lang wartet auf die Empfehlungen von Partei und Fraktion. Und am Ende entscheide die Mitgliederversammlung.

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