Bauarbeiten im Rathaus nötig

Tagen Stadtverordnete bald auf dem Campus?: Vorsteher Peter Jakoby sucht Alternative für Martinsee

Ein großes Loch klafft seit mehr als einem Jahr in der Holzdecke des Sitzungssaals der Stadtverordnetenversammlung im Schlossrathaus.
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Ein großes Loch klafft seit mehr als einem Jahr in der Holzdecke des Sitzungssaals der Stadtverordnetenversammlung im Schlossrathaus.

Die Martinseehalle soll wieder den Sportlern zur Verfügung stehen. Stadtverordnetenvorsteher Peter Jakoby ist daher derzeit auf der Suche nach einer Alternative für die Sitzungen der verschiedenen Gremien des Stadtparlaments. Und er hat auch schon eine Möglichkeit gefunden. Allerdings bedarf es noch einer Zustimmung der zuständigen Gremien sowie der Klärung einiger Details.

Heusenstamm – Seit Mai vergangenen Jahres tagen die Stadtverordneten regelmäßig in der großen Halle des Kultur- und Sportzentrums Martinsee. Zwei Gründe gibt es für diesen „Auszug“ der Kommunalpolitiker aus dem Schlossrathaus. Zum einen können im eigentlichen Sitzungssaal im Anbau des Schlosses die notwendigen Abstände der Corona-Regeln nicht eingehalten werden. Zum anderen aber hat der große Saal im ersten Obergeschoss des Schlossanbaus derzeit einige bauliche Mängel. Selbst wenn es keine Corona-Vorschriften mehr gäbe, könnte das Stadtparlament im Moment also nicht im Schloss tagen.

In dem Anfang der 1980er Jahre errichteten Bau sei das Dach undicht, berichtet Peter Jakoby. Zudem müsste die Technik auf den aktuellen Stand gebracht werden. Und es gelte, eine Wärmedämmung anzubringen. Schließlich könne man darüber nachdenken, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Flachdach des Anbaus anzubringen. In den vergangenen etwa zwei Jahren waren im gesamten Schlossrathaus diverse Brandschutzmaßnahmen erledigt worden. Derzeit jedenfalls klafft wegen dieser Arbeiten eine große Lücke in der ehemals abgehängten Holzdecke des Saales.

Stadtverordnetenvorsteher sucht nach einer Zwischenlösung

Schon vor vier Jahren habe er den Stadtverordneten eine größere Anbaulösung für den Saal präsentiert, mit der man auch noch Büroräume hätte gewinnen können, betont Bürgermeister Halil Öztas auf Anfrage. Doch dieser Vorschlag habe damals keine Zustimmung gefunden. Nun gelte es zunächst, eine Grundsatzentscheidung zu fällen. Zum einen, ob man diesen Saal überhaupt für Sitzungen wiederherstellen möchte. Und zum anderen, wenn ja, wie man die Fragen zu Technik, Ton, Digitalisierung, Möblierung und Zuschauerraum lösen möchte. Denn dies alles koste natürlich Zeit und Geld. Zudem müssten dazu dann auch entsprechende Mittel in den Haushalt eingestellt werden, weshalb er denke, die Entscheidung müsste bald fallen. Allerdings geht er davon aus, dass frühestens im Oktober entsprechende Vorschläge vorgelegt werden können.

Vorsteher Peter Jakoby ist dabei, eine Zwischenlösung zu finden, um den Martinseesaal nicht länger zu blockieren. Im Ältestenrat habe er vorgeschlagen, einen Saal auf dem Campus-Gelände an der verlängerten Jahnstraße anzumieten. Dort gebe es zwei passende Räume, die auch innerhalb kurzer Zeit so umgebaut werden könnten, dass das Stadtparlament und dessen Ausschüsse dort tagen könnten. Zur Tonanlage und Möblierung müssten noch einige Fragen geklärt werden, sagt Jakoby. Aber möglich wäre es, die Sitzungen auf dieses Gelände auszulagern. Zumal es in jedem Fall noch mehr als ein Jahr dauern werde, bis der Saal im Schloss wieder nutzbar wäre – selbst wenn zeitnah darüber entschieden wird. (Von Claudia Bechthold)

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