Deutsche Telekom stellt Kabelnetz auf Glasfaser um

Telefonieren nur noch digital

Heusenstamm - Versprochen ist versprochen: Wie schon im Herbst angekündigt, hat die Telekom auch in der Schlossstadt mit dem Ausbau oder besser Umbau ihres Netzes begonnen. Zwei Aspekte sind dabei wichtig: Die Kunden können sich künftig schneller im Internet bewegen.

Und das Telefon-Festnetz wird komplett digitalisiert. Die ersten Löcher sind schon wieder verschlossen. In der Ostendstraße hat die Deutsche Telekom seit Samstag neue Glasfaserkabel für eine neue Technik verlegen lassen. Damit ist der Startschuss für das „Netz der Zukunft“, wie es genannt wird, in Heusenstamm gefallen. Diese erste Strecke hatte man vorgezogen, weil dort nach den Osterferien ein Mehrfamilienhaus gebaut werden soll. Weiter geht es nun im Westen der Stadt, unter anderem in der Lerchenstraße, Isenburger Straße, Leibnizstraße und Am Frankfurter Weg. Von Mitte Mai will die Telekom dann in den Gebieten um die Herderstraße, Max-Planck-Straße, Odenwaldstraße, den Ahornweg, die Industriestraße und die Berliner Straße weiterbuddeln. Und Ende Mai, Anfang Juni beginnen diese Arbeiten in der Frankfurter Straße, Schillerstraße, Rembrücker Straße, im Gewerbegebiet Zwerggewann und Martinsee. Voraussichtlich im Herbst, meldet die Telekom, können dann die neuen Anschlüsse gebucht werden, falls Umstellungen, etwa bei den Tarifen, notwendig sind. Bis zum Jahresende soll die neue Technik übrigens auch in Rembrücken zur Verfügung stehen, das mit dem Ortsnetz Rodgau ausgebaut werde, heißt es seitens der Telekom.

Rund 15 Kilometer Glasfaserkabel wird das Unternehmen in der Schlossstadt verlegen. Dazu kommen 31 neue „Multifunktionsgehäuse“, die mit moderner Technik ausgestattet werden. 10.000 Haushalte und Unternehmensstandorte sollen damit bis Ende dieses Jahres im Internet Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit je Sekunde erhalten können.

Doch nicht allein das Internet wird damit für die Kunden schneller und damit leistungsfähiger, auch das Telefonieren im Festnetz wird grundlegend verändert. Künftig wird vom Apparat zu Hause nicht mehr durch Kupferkabel telefoniert, sondern via Glasfaser über das Internet. „Für den ganz normalen Festnetz-Anschluss ändert sich damit gar nichts“, versichert Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney auf Anfrage. Viele Kunden würden die Umstellung nicht einmal bemerken. Sogar Wählscheiben-Apparate könnten im neuen Netz weiter genutzt werden.

Dennoch werden einige Kunden in den nächsten Monaten ein Kündigungsschreiben von der Telekom erhalten. Dabei geht es weniger darum, dass das Unternehmen tatsächlich kündigen will, sondern um bestimmte Tarife, die für das analoge oder das ISDN-Netz gelten. Aus rechtlichen Gründen müsse die Telekom dann kündigen, weil es das Netz, für das die Tarife gelten, nicht mehr geben wird. „Aber das passiert mit einem Zeitpuffer von viereinhalb Monaten“, verspricht McKinney.

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Zur Umstellung äußert sich auch Bürgermeister Halil Öztas: „Die Deutsche Telekom wertet mit dieser Investition nicht nur unsere Stadt, sondern jedes einzelne Grundstück im Ausbaugebiet auf. Ein schneller Internet-Anschluss gehört heute zu den wichtigsten Forderungen, die von Bürgern und mittelständischen Unternehmen an die Politik gestellt werden. Der Netzausbau der Telekom stellt daher einen erheblichen digitalen Standortvorteil für Heusenstamm dar.“

Das neue Netz werde so leistungsstark sein, verheißt die Telekom, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen (kontinuierliches Übertragen) von Musik und Videos oder das Speichern von Daten in einer Cloud (Wolke) werde bequemer.

Infos zur Umstellung gibt es im Netz (www.telekom.de/schneller) oder für Telekom-Kunden unter 0800/3301000 (kostenfrei). (clb)

Rubriklistenbild: © dpa

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