Thomas Hartmann debütiert mit Soloprogramm

Vergnügen mit Spitzweck

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Thomas Hartmann (Mitte) mit den beiden Zuschauern, die er auf die Bühne geholt hat.

Heusenstamm - Menschen zum Lachen bringen, das kann er, der Thomas Hartmann. Und das macht er auch außerhalb der Fastnacht, aus der man den Heusenstammer schon lange kennt. Von Claudia Bechthold 

Mit seinem Soloprogramm „So isses halt“ debütierte der 52-Jährige im Haus der Stadtgeschichte – vor ausverkauften Reihen. Was er selbst als „eine Art Therapieprogramm“ für sich, aber auch fürs Publikum, bezeichnet, ist ein sehr vergnüglicher Spaziergang durch verschiedene Formen des Kabaretts und der Comedy. Wunderbar zum Beispiel sein „Telefonat“ mit US-Präsident Barack Obama, das Hartmann in perfektem „Denglisch“ führt, jener Mischung aus Deutsch und Englisch, die fast jeder versteht.

Gleich zu Beginn geht Hartmann ins Publikum, spricht einzelne Zuschauer an. An diesem Abend hat er da leichtes Spiel, denn viele im Saal kennt er. Zwei Personen, Gertrud und Peter, weder verwandt noch verschwägert, holt er schließlich auf die Bühne. Unterstellend, sie lebten zusammen, schildert er den beiden den Ablauf eines Samstagvormittags. Sie sollen lautstark protestieren, wenn etwas nicht stimmt. Und der Protest kommt natürlich schnell, zum Spaß der Zuschauer, etwa wenn es darum geht, wie viel Paar Schuhe Gertrud kauft.

Verwandlung in "Spitzweck"

Zwischen den einzelnen Passagen verwandelt sich Thomas Hartmann immer wieder in „Spitzweck“, den er in Anlehnung an Carl Spitzwegs Bild vom „armen Poeten“ erfunden hat. Und Spitzweck dichtet. Dabei geht es um Politisches, um „Horst“ und Siggi“ etwa, mit denen er Horst Seehofer und Sigmar Gabriel meint. Oder um die „Kampfdrohne Uschi, die fleißige Biene“, die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen also.

Aufs Korn nimmt Thomas Hartmann aber auch die Jugend, die sich mehr per Smartphone, denn direkt unterhält, dies dann auch noch mit vielen Abkürzungen. „DsiniaT“ würde es in Goethes Faust jetzt heißen, hätte dieser jene Sitte auch beherrscht. Oder mit „FgidEsdFuLg“ könnet Schillers Glocke beginnen. „Für Romantiker ist das natürlich eher blöd“, räumt Hartmann ein, „aber für die Jugend von heute effizient“. Und fügt noch schnell eine eigene Abkürzung hinzu: dreimal „Sch“, das stehe für „Schoppe, Schnaps, Schnitzel“.

Am Freitag, 30., und Samstag, 31. Januar, um 20 Uhr spielt Thomas Hartmann erneut im Haus der Stadtgeschichte, Eckgasse 5. Für den Samstag gibt es Restkarten. Zweimal zwei Karten für den Samstag verlost die Redaktion unter allen Einsendern, die bis zum 29. Januar, 12 Uhr am Mittag, eine E-Mail mit dem Stichwort „So isses halt“ und ihrer Anschrift an red. heusenstamm@op-online.de geschickt haben.

Philosophieren über die „Kruschelschublad’ in de Küch’“, eine kleine „Waschmittel-Liebesgeschichte“, Einkaufen beim Discounter, neue Yoga-Figuren, Irritationen beim Nutzen eines Navigationsgerätes und immer wieder „Frauen und Männer“, Thomas Hartmann zieht alle Register, um sein Publikum zu unterhalten. Und das gelingt ihm richtig gut. Auch wenn er mehrfach auffordern muss, sein Pausen- und Abschlusslied auf die Melodie des Monty-Python-Klassikers „Always Look On The Bright Side of Life“ mitzusingen. Stattdessen belohnen ihn die Zuschauer mit lange anhaltendem Applaus.

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