14-jährige TSV-Fußballerin in U15-Kader des DFB berufen

Katharina spielt international: TSV-Fußballerin in U15-Kader des DFB berufen

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Als Innenverteidigerin spielt Katharina Rust (Mitte, im türkisfarbenen Trikot) inzwischen. Von den TSV-Trainern Thomas Achenbach, Thomas Gärtler und Bernhard Schultheis hat sie viel gelernt.

Katharina ist richtig stolz: Ende Oktober wird die 14-jährige Heusenstammerin erstmals dem Kader der U15-Nationalmannschaft angehören. 

Heusenstamm – In der U17-Bundesliga spielt sie bereits, auch in Länder- und Regionalauswahlen stand Katharina Rust bereits auf dem Platz. Ende Oktober aber wird die Heusenstammerin erstmals dem Kader der U15-Nationalmannschaft des Deutschen Fußballbundes (DFB) angehören.  Ihre ersten Tore aber schoss die 14-Jährige bei der TSV.

Stolz ist sie natürlich auf diese Berufung. Und wenn sie danach gefragt wird, strahlt sie. Aber sonst ist Katharina eher zurückhaltend. Das bestätigt auch ihr Vater Stefan Rust, bescheinigt seiner Tochter aber auch den Willen zum Erfolg. Und die insgesamt achtköpfige Familie fiebert mit, wenn die Innenverteidigerin spielt.

Schon im Alter von vier Jahren hat Katharina mit dem Fußball angefangen bei den G2-Bambini der TSV. „Das hat sich so ergeben“, sagt ihr Vater, weil sie immer mit war, wenn ihre größeren Geschwister gespielt haben. Weitere vier Mädchen und ein Junge zählen zur Familie. Mutter Tanja komplettiert das Oktett.

Schon damals war Katharina das einzige Mädchen in einer Jungen-Mannschaft. „Und sie war von Anfang an die beste Spielerin, hat alle Jungs hinter sich gelassen und die meisten Tore geschossen“, betont Stefan Rust. Seit 2017 ist sie auch Mitglied im Ersten Frauen-Fußball-Club (FFC) Frankfurt, gehört zum Kader der U17-Mannschaft.

Katharina Rust spielt bei der TSV Heusenstamm und beim FFC Frankfurt Fußball.

Im Jahr 2006 ist die Familie aus Frankfurt nach Heusenstamm gezogen. „Große Wohnungen waren damals in Frankfurt schon teuer, in Heusenstamm waren sie noch erschwinglich“, erläutert der Vater. „Wir fühlen uns aber sehr wohl mit dieser Entscheidung“, fügt Mutter Tanja hinzu. Beide Eltern sind als Krankenpfleger tätig.

Am Montag dieser Woche kam die Mail mit der Berufung in den Nationalkader. Jubelnd sei Katharina die Treppe nach unten gestürmt, habe „Ich bin dabei“ gerufen, berichtet Tanja Rust. Der Weg zu diesem Erfolg war jedoch lang.

Es begann eigentlich mit einem Stützpunkt-Training, bei dem die Verantwortlichen nach Talenten Ausschau halten. TSV-Coach Thomas Achenbach hatte ihre Teilnahme empfohlen. So kam Katharina in die Regionalauswahl, spielte mit bei Turnieren, die Trainer nutzen, um eine Hessenauswahl zusammenzustellen. Und bei einer solchen Gelegenheit kam sie zum FFC, für den sie nun dreimal in der Woche trainiert und spielt. Aber auch die B-Junioren der TSV dürfen noch auf ihre Unterstützung bauen. Mit den Jungs trainiert sie einmal in der Woche.

Die Hessenauswahl tritt regelmäßig zu einem großen Turnier mit Teams aller Landesverbände an, bei dem Katharinas Mannschaft im Frühjahr dritte wurde. Danach durfte sie schon an Lehrgängen für die Nationalmannschaft teilnehmen. Bis nun eben die Berufung kam.

Ruhiger, kooperativer sei das Spiel von Mädchen-Teams, meint Stefan Rust. „Jungen spielen schneller und mehr körperlich“, ergänzt Katharina. Blaue Flecken gebe es allerdings in beiden Teams.

Seit mehr als einem Jahr besucht Katharina übrigens die Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt, die sportliche Karrieren fördert. Der lange Schulweg nach Frankfurt-Niederrad macht ihr nichts aus. Und sie möchte gern Polizistin werden. Aber ein bisschen träumt sie von einer Profi-Karriere auf dem Fußballplatz. Nun gilt es aber erst einmal, Ende Oktober gegen die Schweiz zu gewinnen.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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