Das Miteinander ist enorm wichtig

125 Jahre TV Rembrücken in Heusenstamm: Seit 64 Jahren hat der Verein eine Fußballabteilung

Den Kerbbaum mit Borsch tragen die Alten Herren der Fußballabteilung im TV Rembrücken mit Stolz zum Festplatz an der Alten Schule.
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Den Kerbbaum mit Borsch tragen die Alten Herren der Fußballabteilung im TV Rembrücken mit Stolz zum Festplatz an der Alten Schule.

Der TV Rembrücken aus Heusenstamm wird 125 Jahre alt, eine Fußballabteilung hat der Verein seit 64 Jahren. Vor allem das Miteinander schreibt man beim TVR ganz groß.

Heusenstamm – Drei Meisterschaften in vier Spielzeiten: Die Fußballer des TV Rembrücken (TVR) haben in den vergangenen Jahren ganz schön rangeklotzt. Kurz vor der Corona-Krise lag die erste Mannschaft im 125. Jahr des Vereins auf dem zehnten Platz in der A-Liga, die zweite war zwölfter in der C-Klasse. „Alle waren froh, als es kürzlich wieder losging, es haben sich direkt viele Spieler zum Training eingefunden“, freut sich Abteilungsleiter Toni Ricciardi.

Nach einem kurzfristigen Abstieg aus der B-Liga vor drei Jahren, hatte sich mit neuen Teilnehmern aus verschiedenen Clubs der Umgebung eine Mannschaft gebildet, die schnell zusammengewachsen war. „Es sind insgesamt 31 Spieler, und wir haben einen Trainer, der vom Alter her sehr gut dazu passt“, berichtet Lothar Kruck, der den Fußballern beratend zur Seite steht. Ein Teil der Kicker hat schon in den Jugendmannschaften zusammengespielt, andere sind nach Jahren zurück- oder neu dazugekommen. Sogar während der Corona-Pause haben Spieler zum TVR gefunden. „Bei uns geht viel über Mundpropaganda“, sagt Kruck.

Neben dem intensiven sportlichen Training sei für die Fußballer das Miteinander enorm wichtig. „Wir haben viele junge Sportler mit Familien, die sich auch privat mal treffen“, berichtet Abteilungsleiter Ricciardi. Zwei Mal im Jahr geht die Mannschaft auf eine größere Reise, immer gemeinsam mit den Kameraden aus der zweiten. „Der Zusammenhalt zwischen den beiden Mannschaften ist perfekt.“ Einig ist man sich auch beim nächsten Ziel: Es gilt zumindest, den Klassenerhalt zu sichern.

„Aufbaudarlehen“ in Höhe von 300 Mark

Bereits 1956 wird die Fußabteilung innerhalb des seit dem Jahr 1895 bestehenden TVR gegründet. Der Vorstand stellt ein „Aufbaudarlehen“ von 300 Mark zur Verfügung und unter dem großen Einsatz der Mitglieder wird ein Spielfeld geschaffen. Am 19. August findet das erste Verbandsspiel statt: 5:3 gewinnen die Rembrücker gegen den TV Hausen. Sechs Jahre später droht eine Spaltung zwischen Hauptverein und Fußball-Abteilung. Deutlich spricht sich die Mitgliederversammlung aber für den Erhalt des Kickersports im TVR aus.

„Es gab auch später immer mal wieder Zeiten, in denen Fußball als Abteilung abgemeldet war“, erinnert sich Walter Fleckenstein, Ansprechpartner für die „Alten Herren“. „Dann haben wir halt in der C-Klasse wieder angefangen“, erzählt er. Der heute 61-Jährige tummelt sich seit seinem sechsten Lebensjahr auf dem Fußballplatz. Dass es nun bei den Alten Herren etwas gemächlicher zugeht, findet er ganz okay. „Wir haben etwa 30 aktive Spieler und nochmal 15 Mitglieder in der Abteilung, die nicht mehr spielen“, sagt er. Die Aktiven trainieren einmal in der Woche und absolvieren etwa 25 Freundschaftsspiele im Jahr. Ein entsprechender Spielplan wird Anfang des Jahres festgelegt.

Fünfjährige spielen im Bambini-Team

„Auch bei uns ist das gesellige Beisammensein ein Mittelpunkt“, betont Fleckenstein. Fußball-Tennis, Weihnachtsfeiern, Sommerfest und gemeinsame Skitouren stehen auf dem Programm. Selbstverständlich sind ebenso die Dienste bei Kerb und Kartoffelfest. Fleckenstein betont: „Natürlich besuchen wir auch die Spiele der ersten und zweiten Mannschaft.“ Die Abteilung müsse sich schließlich untereinander unterstützen. „Und das Kabinenfest am letzten Spieltag haben die anderen Mannschaften sich bei uns abgeguckt“, meint Fleckenstein scherzhaft.

Damit auch der Nachwuchs stets am Ball bleibt, können in der Bambini-Mannschaft des TVR schon Fünf- oder Sechsjährige gegen den Ball treten. „Wir haben derzeit etwa zehn Nachwuchsspieler, die spielerisch das Ballgefühl und die Regeln lernen“, erzählt Kruck. Kommt es dann zum Spiel, müssen die Kleinen auch eventuelle Konflikte sportlich unter sich ausmachen, einen Schiedsrichter gibt es noch nicht. „Aber nicht nur das steht auf dem Lehrplan“, sagt Kruck. Manchmal müsse der Nachwuchs auch erst lernen, in welche Richtung er laufen soll. (Barbara Scholze)

Einmal im Jahr treten aktive Sportler der Alten Herren im TVR zu einem Turnier im Fußballtennis beim BSC Urberach an.

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