Hilfe durch Facebook-Initiative

Umfrage unter Gastronomen: Bei Sonnenschein läuft es gut

Heusenstamm Ortsschild
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Gastronomen in Heusenstamm fürchten sich vor einer zweiten Corona-Welle.

Gastronomen in Heusenstamm freuen sich, nach dem Corona-Lockdown wieder Gäste bewirten zu dürfen. Doch sie haben Angst vor einer zweiten Welle.

  • Gastronomen in Heusenstamm haben viel Betrieb bei gutem Wetter
  • Sie fürchten sich vor einem erneuten Lockdown bei einer zweiten Corona-Welle
  • Eine Facebook-Initiative hat vielen während des Lockdowns geholfen

Heusenstamm – Eine gute Unterstützung war für viele Gastronomen in der Schlossstadt die Facebook-Seite „Heusenstamm bestellt“. „Es hat uns geholfen, die Zeit des Lockdowns zu überstehen“, betont Manfred Wenzel, Inhaber des Lokals „Alte Scheune“ an der Frankfurter Straße, der sich freut, seine Gäste nun wieder persönlich bewirten zu dürfen. Vor allem sei es gelungen, durch die Präsenz auf jener Seite auch Gäste zu gewinnen, die bis dahin nicht zum Stammpublikum der Gaststätte zählten. Und auch jetzt bietet er seinen Abholservice weiter an.

Initiator von „Heusenstamm bestellt“ war Steffen Ball, Inhaber einer PR-Agentur, der kurz nach dem Lockdown im März einen Weg gesucht hat, Gastronomen und Kunden zusammenzubringen. Zunächst erstellte er die Facebook-Seite. Später tat man sich mit dem Gewerbeverein zusammen, der verschiedene Initiativen wie zum Beispiel auch „Heusenstamm hilft“ auf einer Internetseite präsentiert.

Auch Salvatore Schiliro vom Ristorante da Salvatore an der Schlossstraße ist sich sicher, dass ihm die Präsenz auf jener Seite den einen oder anderen zusätzlichen Gast gebracht hat: „Wir haben während dieser Zeit viele Essen geliefert. Ich denke, dass so etwas wichtig war.“ Es habe definitiv geholfen.

Heusenstamm: Gastronomen fürchten erneuten Lockdown bei zweiter Corona-Welle

Derzeit läuft es gut bei Familie Schiliro – zumindest so lange das Wetter mitspielt. Wenn die Sonne scheint, habe man – unter Einhaltung aller Regeln – wieder normalen Betrieb auf dem Kirchplatz, sagt Salvatore Schiliro. Aber schon jetzt macht er sich Gedanken über den Herbst, wenn man nicht mehr im Freien sitzen kann. Und über eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie mit zweitem Lockdown möchte er gar nicht nachdenken.

Ebenfalls einigermaßen zufrieden äußert sich Menelaos Atmatzidis, der seit November die „Kost-Bar“ im Schloss betreibt. „Die Situation ist gut“, sagt er, aber ihm fehlen vor allem die Feiern, die er gerne ausrichten würde. Hochzeiten, Geburtstage, Taufen, das alles finde im Moment nur im kleinen Rahmen statt. Und auch ältere Menschen bleiben noch aus, die über lange Zeit zu den Stammgästen des Lokals zählten. Gleiches gelte für Firmenmitarbeiter, die vor dem Lockdown zum Beispiel gern zum Mittagessen gekommen seien.

Atmatzidis plant derzeit regelmäßige Veranstaltungen mit Musik, wie zum Beispiel am vergangenen Samstag, als die Aschaffenburger Band „Jazz Connection“ die Gäste während eines Fünfgang-Menüs unterhalten hat. Am 15. August wird wieder so ein Abend stattfinden. Außerdem plant er Motto-Abende etwa zum Thema Spanien.

Gastronom aus Heusenstamm weiß noch nicht wie es im Winter weitergeht

Als „relativ gut“ bezeichnet auch Robert Baake die Situation im „MaRo“, das er gemeinsam mit seinem Bruder Mark Baake im Schlosshotel an der Frankfurter Straße betreibt. Mitten im Lockdown wollten die Brüder Hotel und Restaurant eigentlich eröffnen, mussten das dann aber verschieben. Inzwischen sei die Terrasse bei gutem Wetter eigentlich immer voll, auch die ersten Buchungen für Veranstaltungen kämen herein. „Aber was nicht passieren darf, ist eine zweite Welle“, fügt Baake hinzu.

Die tatsächliche Rettung sei „Heusenstamm bestellt“ für ihn zwar nicht gewesen, meint Sehmus Sagir, dem die Pizzeria San Marino an der Frankfurter Straße gehört. Aber geholfen habe sein Abholservice während des Lockdowns schon. Bei schönem Wetter laufe es auch in seinem Lokal gut, vor allem im Garten. Doch auch er hat noch keine Antwort auf die Frage, wie es im Winter weitergeht: „Das wird schwer.“ Dennoch ist er überzeugt, dass die Facebook-Seite alle Geschäftsleute in der Stadt unterstützen konnte.

Steffen Ball will seine Facebook-Initiative in jedem Fall weiter betreiben. „Wir könnten sie umbenennen in Heusenstamm-Gastro, dann könnten die Wirte in der Schlossstadt dort weiterhin besondere Angebote, Speisekarten und zum Beispiel Fotos von ihren Speisen vorstellen.“ (Von Claudia Bechthold)

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