Neu gegründeter Verein hilft Erdbebenopfern im Iran

Drei Häuser für Kinder

+
Der Vorstand von Nikukaran-e Iran (von links) Ashraf Jahed, Shamsi Kazemi, Zahra Rayanpour, Parvaneh Sheykh Zeyneddin und Farnoush Sedighi. 

Der jüngste Verein in der Schlossstadt ist acht Tage alt und hat bereits zu seiner Gründung 100 Mitglieder. Er heißt „Nikukaran-e Iran“, was so viel heißt wie „die Wohltäter des Iran“. 

Heusenstamm - Sie wollen den Menschen rund um die Stadt Kermanschah im Nordwesten des Landes helfen, die unter den Folgen des Erdbebens leiden, das im November 2017 die Region erschüttert hat. Mehr als 600 Menschen sind damals gestorben, mehr als 12 000 wurden verletzt.

Initiatorin und Vorsitzende der Gemeinschaft, die sich nun um den Eintrag ins Vereinsregister bemüht, ist die Heusenstammer Lehrerin Farnoush Sedighi. Sie unterrichtet Chemie und Ethik an der August-Bebel-Schule in Offenbach und hat durch ihre Kontakte dort auch einige einheimische Bürger für ihr Anliegen gewinnen können. Für den Vorstand hat sie vier weitere Frauen gefunden – „nur Frauen, das war unser Wunsch“, sagt die Pädagogin.

„Frauen und Kinder sind unser Schwerpunkt“, konkretisiert sie die Ziele von „Nikukaran-e“. Das verdeutlichen sie und ihre Mitstreiter mit vielen Fotos, die sie zu ihrem Treffen an die Wand des Pfarrheims Maria Himmelskron projizieren. Mit der Kirchengemeinde verbindet den jungen Verein eine enge Freundschaft. Pfarrer Martin Weber hatte die Gruppe eingeladen, zugunsten ihres Anliegens nach Gottesdiensten Kuchen zu verkaufen und jetzt den Saal zu nutzen.

Heusenstamm: Unterstützung für Erdbeben-Opfer 

„Drei Häuser sind fertig“, informiert Farnoush Sedighi, die Unterkünfte wurden von Müttern mit sieben, drei und sechs Kindern bezogen. Gerade bauen die Heusenstammer ein viertes Haus für eine fünfköpfige Familie. „In dem Gebiet herrschen nach wie vor Armut und Arbeitslosigkeit“, zeichnet die Vorsitzende die Situation.

Durch die Sanktionen und Embargos, die auf dem Iran lasten, könne auch nicht einfach Geld an die Empfänger überwiesen werden. Zudem misstrauen die Menschen den staatlichen Organisationen. Landsleute, die in die Heimat reisen, nehmen Geld mit und dokumentieren akribisch die Verwendung der Mittel. Auch Sachleistungen werden gebraucht, Schultaschen, Hefte und Stifte sowie Schuhe und Kleidung wie warme Jacken. Gerade nach dem Erdbeben erfasste eine Kältewelle die Stadt, es könne dort auch Schnee fallen, informiert die Lehrerin.

Um Spenden zu generieren, wird der Verein, wie bereits in der Vergangenheit, Kulturabende und Flohmärkte veranstalten, an Weihnachtsmärkten und bei internationalen Festen mitmachen. Sobald sie Spendenquittungen ausstellen dürfen, hoffen die „Wohltäterinnen“ auch auf Gaben von Privatleuten, zum Beispiel von Geburtstagen und Jubiläen.

Eine Regisseurin aus den Vereinsreihen studiert mit dem Armita Theater Ensemble das Stück „Ein Straßenmusiker aus der Ferne“, das am 6. Dezember im Offenbacher Kulturzentrum Hafen 2 und tags darauf im Frankfurter Gallustheater aufgeführt wird. Auch der Erlös aus diesen Vorstellungen kommt der Hilfe für Kermanschah zugute. Infos per Mail an: farsed121@yahoo.de.   Von Michael Prochnow 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare