Weniger als drei Kunden pro Stunde

Volksbank schließt in Heusenstamm - und zahlt Kunden dafür das Taxi

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Die Filiale der Frankfurter Volksbank im Einkaufszentrum Alte Linde in Heusenstamm schließt.

Die Filiale der Frankfurter Volksbank, bis vor etwa einem Jahr noch Volksbank Maingau, im Einkaufszentrum Alte Linde schließt am kommenden Freitag ersatzlos ihre Türen.

Heusenstamm –  Die Volksbank Maingau an der Alten Linde schließt. Das bestätigt auf Anfrage Beate Schumacher, Pressesprecherin der Frankfurter Volksbank. Man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, betont sie. Es sei das Ergebnis unterschiedlicher Entwicklungen, die eine Anpassung des Geschäftsstellennetzes erforderlich mache.

Heusenstamm: Frankfurter Volksbank schließt

So sei, wie bei allen Banken, die Anzahl der Transaktionen, die in den Filialen getätigt werden (Überweisungen, Ein- und Auszahlungen), seit einigen Jahren rückläufig. Die Kunden nutzten stattdessen häufiger digitale Angebote, um ihre Bankgeschäfte zeit- und ortsunabhängig zu erledigen. Auch der Bargeldbedarf sinke durch die steigende Akzeptanz von Kartenzahlung sowie die bei vielen Lebensmittelhändlern inzwischen angebotene Barabhebung an der Kasse.

Gleichzeitig beobachte man eine steigende Nachfrage nach einer umfassenden, individuellen und diskreten Beratung zu speziellen Themen, wie etwa dem Vermögensaufbau oder der Baufinanzierung.

Volksbank Heusenstamm: Weniger als drei Kunden pro Stunde 

Schumacher: „Diesem Bedarf können wir in einer Geschäftsstelle wie in der Leibnizstraße, die modernen Standards nicht mehr genügt, kaum adäquat entsprechen.“ In der Geschäftsstelle in der Frankfurter Straße an der Einmündung zur Bleichstraße sei dies hingegen gewährleistet. 

In der Folge habe man in der Filiale an der Leibnizstraße nur noch durchschnittlich weniger als drei Kunden pro Stunde gezählt. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle wechselten alle in die Frankfurter Straße, versichert die Sprecherin. 

Schließung Volksbank: Ältere Menschen in Heusenstamm sind betroffen

Dennoch sei man sich sehr bewusst, dass vor allem Ältere oder Menschen mit Handicap von der Schließung betroffen seien. Daher wolle man den oft langjährigen Kunden bei den Änderungen behilflich sein: „So übernehmen wir beispielsweise die Taxikosten für Kunden, die die Filiale aufgrund ihres Alters, eines Handicaps oder krankheitsbedingt anderweitig nicht aufsuchen können. Diesem Kundenkreis werden wir zugleich anbieten, bei gewünschten Barabhebungen den Geldbetrag persönlich nach Hause zu bringen.“

Josef Olbrich erledigt zum Beispiel Überweisungen schon lange online. „Aber Bargeld bekomme ich nicht aus dem Internet“, sagt der 88-Jährige. Und nicht einmal einen Geldautomaten der Volksbank werde es künftig dort geben. „Wir lassen keinen alleine“, versichert Beate Schumacher.  

von Claudia Bechthold

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