Diskussion um Rembrücker Straße

Heusenstamm: Neue Wohnungen an Kreisel geplant – Feuerwehrhaus könnte weichen

Das Dreieck am Feuerwehrkreisel sowie das gegenüberliegende Gelände mit Jugendzentrum und Dinklerhalle könnte nach den Vorstellungen der Planer zu einem völlig neuen Wohnquartier werden.
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Das Dreieck am Feuerwehrkreisel sowie das gegenüberliegende Gelände mit Jugendzentrum und Dinklerhalle könnte nach den Vorstellungen der Planer zu einem völlig neuen Wohnquartier werden.

Heusenstamm will wachsen. Neue kostengünstige Wohnungen sollen entstehen. Raum gäbe es am Feuerwehrkreisel – allerdings nicht ohne Eingeständnisse.

Heusenstamm – Eine städtebauliche Studie zur Entwicklung des Viertels rund um den ehemaligen Bauhof an der Rembrücker und Ostendstraße stand im Mittelpunkt der Bauausschuss-Sitzung in Heusenstamm. Zwei Varianten hat die damit beauftragte Planergruppe ASL aus Frankfurt dazu vorgelegt.

In der ersten Variante geht es um eine Wohnbebauung auf dem Bauhof- und dem gegenüberliegenden Dinklergelände am Niederröder Weg mit insgesamt 33 Wohnungen für etwas mehr als 70 Personen. Das Jugendzentrum und das Feuerwehrhaus blieben bei dieser Planung stehen, letzteres würde saniert und erweitert.

Heusenstamm: 110 Appartements nach Verlagerung der Feuerwache möglich

Mit dem zweiten Vorschlag ginge eine Verlagerung der Feuerwache und des Jugendzentrums einher. Die dann frei werdenden Grundstücke könnten einbezogen und mit Wohngebäuden bebaut werden. Auf diese Weise entstünden 110 Appartements für rund 210 Menschen. Der Magistrat empfiehlt den Stadtverordneten, sich für diese zweite Variante zu entscheiden.

Ein großer Teil der Grundstücke in diesem Viertel gehören der Stadt. Das sei eine Chance für eine Gebietsentwicklung, sagte Ronald Uhle, der die Planung während der Sitzung vorstellte. Vor allem, wenn man kostengünstigen Wohnungsbau verwirklichen wolle. Das Quartier werde damit stark aufgewertet. Zwischen den Gebäuden und der inzwischen unter Denkmalschutz gestellten alten Feuerwache könnte ein Platz zur öffentlichen Nutzung entstehen. Und im Erdgeschoss des an der Stelle des neueren Feuerwehrhauses entstehenden Hauses könnte Einzelhandel Platz finden.

Heusenstamm: Sanierung am Standort ist wirtschaftlicher

Im Anschluss erläuterte Jörg Böhning von einer Planungsgesellschaft aus Aachen eine Standortanalyse zum Feuerwehrhaus. Gegenstand der Untersuchung waren ein Neubau für die Brandschützer auf dem heutigen Gelände, an der Ringstraße in Höhe des Weiskircher Wegs oder auf einem brachliegenden Areal neben der Firma Braas am Martinseekreisel. Entsprechend einem mit der Feuerwehr abgestimmten Raumprogramm habe er einen Mustergrundriss erstellt und geprüft, wie dieser auf den Grundstücken unterzubringen sei, erläuterte der Diplom-Ingenieur. Dabei sei er zu dem Ergebnis gekommen, dass dies sowohl am heutigen Standort an der Rembrücker Straße als auch an der Ringstraße nur in einer reduzierten Variante möglich sei. Lediglich neben dem Braas-Gelände könnte der Mustergrundriss ohne Schwierigkeiten verwirklicht werden.

Felix Preuß vom Büro Schüllermann und Partner erläuterte schließlich „erste wirtschaftliche Überlegungen“ zu den Varianten Neubau oder Sanierung des Feuerwehrhauses. Sein Fazit: Wirtschaftlicher – also kostengünstiger – ist die Sanierung des bestehenden Gebäudes, aber wegen der „hohen zu erwartenden Verkaufserlöse“ für die Grundstücke an der Rembrücker Straße dominiere trotz des Kaufs eines Ersatzgeländes für die Wehr der Neubau an anderer Stelle.

Heusenstamm: Frage nach dem Saal für Vereine

Insgesamt fast zwei Stunden diskutierten die Ausschussmitglieder im Anschluss über diese Planungen. Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu stellte zunächst die Frage nach dem Saal für Vereine, der sich im Feuerwehrhaus befindet. Dazu müsse man überlegen, meinte Preuß, wie diese Nutzung anderweitig unterzubringen sei, was durch eine etwas straffere Lösung vermutlich machbar wäre. Im Magistrats-Antrag heißt es dazu, es sei zu prüfen, inwieweit dieser Raumbedarf im Zentrum Martinsee, dem Pfarrsaal Maria Himmelskron und in der Alten Schule in Rembrücken abgedeckt werden könne. Am Ende gab es noch keine Abstimmung über die Vorlage des Magistrats. (Claudia Bechthold)

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