Zwei Ausschreibungen ohne Bewerbungen

Kein Interesse an Bauarbeiten

Heusenstamm - Vor mehr als drei Jahren haben die Stadtverordneten beschlossen, die Hohebergstraße neu zu gestalten. Im April sollten die Bauarbeiten beginnen. Doch keine Firma bewarb sich auf die Ausschreibung der Stadt.

Die Hohebergstraße ist zwischen Ringstraße und Dietzenbacher Straße eine stark frequentierte Ein- und Ausfahrtsstraße. Seit geraumer Zeit entstehen entlang dieser Strecke neue Wohnhäuser am Rand des Baugebiets „Südlich der Hohebergstraße“. Das Areal hat sich verändert und damit auch die Funktion der Strecke, da neben dem Durchgangsverkehr auch zunehmend Anwohner dort entlang fahren. Bereits im Sommer 2015 hatte das Stadtparlament daher Veränderungen an der Fahrbahn für den Abschnitt zwischen der Philipp-Reis-Straße und der Straße An der Düne beschlossen.

Im Herbst 2017 stand die Hohebergstraße erneut im Mittelpunkt einer Debatte, nachdem sich Studenten der Hochschule Darmstadt zum Thema Sicherheit mit der Strecke befasst hatten. Den Einbau eines Kreisels hatte man damals empfohlen. Dies sollte nun eigentlich seit April dieses Jahres erfolgen. Passiert ist indes noch nichts. „Wir haben die Bauarbeiten bereits zweimal ausgeschrieben“, berichtete Bürgermeister Halil Öztas den Stadtverordneten – ohne Erfolg. Keine einzige Firma habe sich um den Zuschlag beworben.

Bei dem geplanten Umbau geht es darum, den Radfahrern sicherere Wege zu ermöglichen, die Geschwindigkeit der Autofahrer zu reduzieren und die Verkehrsverhältnisse allgemein zu beruhigen. Grundsätzlich soll die Fahrbahn, die stark abgenutzt ist, einen neuen Belag erhalten. Auf beiden Seiten will man sogenannte Radfahrer-Schutzstreifen schaffen. Außerdem sollen an der neu bebauten Straßenseite Parkplätze entstehen.

Um das Tempo der Autos zu verringern, will man an vier Stellen in der Mitte begrünte Pflanzinseln sowie am Rand weitere Grünanlagen „einbauen“, damit die Strecke etwas schmaler wird. An der Einmündung zur Straße An der Düne wird schließlich ein Kreisverkehr gebaut. Und die Bushaltestellen entlang der Strecke werden neu geordnet und barrierefrei ausgebaut.

Unfälle auf zwei Baustellen

Öztas begegnet in diesem Zusammenhang Gerüchten, man wolle aus dem Teil der Hohebergstraße eine verkehrsberuhigte Spielstraße machen. Das sei schon wegen der wichtigen Verbindungsfunktion der Strecke nicht möglich, heißt es. Rund eine Million Euro soll der geplante Straßenumbau kosten. Das Land werde einen Anteil in Höhe von etwa 370.000 Euro übernehmen. Allerdings gibt es für diese Förderung Fristen, innerhalb derer mit den Bauarbeiten begonnen werden muss. „Wir haben bereits eine Verlängerung der Frist erreicht“, hatte der Bürgermeister jüngst den Vertretern der Stadtverordnetenversammlung versichert.

Inzwischen ist eine dritte Ausschreibung gelaufen. Diesmal habe man die anstehenden Arbeiten in drei Teile untergliedert, für die auch einzelne Angebote möglich waren, hatte der Verwaltungschef berichtet. Damit könnte die Baumaßnahme auch für kleinere Baufirmen attraktiv sein. Diese dritte Ausschreibung ist mittlerweile beendet. Ein Angebot soll vorliegen. Der Magistrat will laut Öztas voraussichtlich in der nächsten Woche darüber entscheiden. Sollte die nächste Frist für den Baubeginn ebenfalls verstreichen, müsse mit dem Land neu über eine mögliche Förderung verhandelt werden. (clb)

Rubriklistenbild: © dpa

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