Zweiter Teil unseres Ferienrätsels

Für Bildung und Bestrafung

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Gräfin Maria Theresia von Schönborn ließ eine Schule erbauen, damit Kinder aus Heusenstamm, Obertshausen und Hausen unterrichtet werden konnten.

Heusenstamm - Viele Leser haben’s gewusst, sich erinnert, wo sie das Doppel-Wappen aus unserem jüngsten Ferienrätsel schon einmal gesehen haben, nämlich über dem Eingang des historischen Gebäudes am Kirchplatz in der Schlossstraße.

Mit dem Detailfoto ging das Spiel in die zweite Runde, weitere Aufgaben folgen. Gräfin Maria Theresia hat viel für Heusenstamm getan. Nicht nur die Kirche St. Cäcilia hat sie erbauen lassen, auch das Schulhaus neben der Kirche wurde in ihrem Auftrag errichtet. Aus diesem Grund trägt das Gebäude am Kirchplatz über der Tür das Wappen der Schönborns sowie die Jahreszahl 1744, das Jahr der Erbauung. Das Rätselfoto zeigte also ein Detail des Schulhauses, das später auch als Rathaus genutzt wurde und heute das Haus der Musik ist.

Heusenstamm dürfte zu dieser Zeit etwa 200 Einwohner gehabt haben. Die Kinder des Dorfs sollten zur Schule gehen können, entschied die Gräfin. Die Schule hatte Klassenräume und eine Wohnung für den Lehrer. Gleichzeitig gründete Maria Theresia eine „immer währende Stiftung“, die auch als „Milde Knabenstiftung“ bekannt ist. Darin wurde unter anderem die Schulpflicht geregelt, aber auch die Besoldung der Lehrer und der Pfarrer. Zudem verfügte sie, dass der Lehrer vier Waisenknaben oder Knaben aus armen Familien aufnehmen musste. Zwei Jungen mussten aus Heusenstamm kommen, einer aus Obertshausen, einer aus Hausen. Auch die beiden letzteren Orte zählten damals zum Besitz der Schönborns. Erst 1880 wurde die erste gemeindeeigene Schule gebaut.

Führung durch Schloss in Babenhausen

Führung durch Schloss in Babenhausen

1919 kaufte die Gemeinde Heusenstamm der Grafen-Familie das Schulhaus ab. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ließ man es zum Rathaus umbauen. Dies blieb das barocke Gebäude auch, bis die Stadt 1979 das Schloss erwarb, das dann zum Verwaltungsgebäude ausgebaut wurde. 2008 wurde das alte Schulhaus saniert. Seitdem steht es Vereinen und der Volkshochschule sowie der Musikschule als „Haus der Musik“ zur Verfügung. Am alten Schulhaus soll sich übrigens bis 1832 auch der Pranger des Orts befunden haben. Dazu war an der Hausecke zur Schlossstraße hin ein sogenanntes Hals-Eisen angebracht. Verurteilten Übeltätern wurde der Eisenring, der an einer Kette befestigt war, um den Hals gelegt und verschlossen.

clb

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