Zwetschgen in der Bieberaue

+
Streuobstwiese am Sommerfeld angelegt. Am Samstag fünf Bäume nahe dem alten Trimmpfad gepflanzt und vor Tierfraß geschützt Hans-Peter Löw (rechts) vom Fachdienst Grünflächen und Umwelt der Stadt mit der Waldjugend während der Pflanzaktion.

Heusenstamm - „Wurzeln schmecken fantastisch aus Sicht einer Wühlmaus“, erläuterte Hans-Peter Löw während der Baumpflanzaktion gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) am Samstag. Deshalb reiche es nicht aus, einfach nur ein Loch zu buddeln.

So brachten die Helfer der Waldjugend und der SDW sowie der Fachdienstleiter für Grünflächen und Umwelt der Stadt auch Wühlmausgitter, Verbissschutz und große Holzpfähle zur Stabilisierung der fünf neu gesetzten Obstbäume an. Nach und nach soll in den Bieberauen im Sommerfeld parallel zum alten Trimmpfad eine Streuobstwiese entstehen.

„Jetzt erst einmal ein schönes Plätzchen suchen“, lautete die erste Arbeitsanweisung, nachdem Spaten, Erde und Handschuhe bereit gelegt waren. Nur wenige Schritte neben dem Feldweg durfte einer der Jugendlichen mit großen Schritten die Abstände der zu grabenden Löcher abmessen. Insgesamt zwölf Helfer von Waldjugend und SDW packten mit an. Je etwa zehn Meter Abstand sollte zwischen den einzelnen Bäumen sein, meinte Löw, denn die ausgesuchten Obstbäume könnten sehr groß werden. Hundert Quadratmeter Platz sollten da schon eingeplant werden, damit sich die Bäume ordentlich entwickeln können.

Ein Speierling und vier Zwetschgen- und Pflaumenbäume haben so ein neues Plätzchen gefunden. Wichtig sei, dass sie einen leicht erhöhten Standort haben, um gerade nicht mehr im Überschwemmungsgebiet zu stehen. Deshalb blieb man recht nahe am Weg. „Eigentlich sollte der Weg deutlich weiter links verlaufen“, berichtete der Fachdienstleiter. Doch weil sich auf der gegenüberliegenden Seite die Büsche immer weiter ausdehnten und Spaziergänger deshalb ausweichen, sei der Weg gewandert. Das sei aber normal.

Nachdem die Abstände markiert waren, mussten die Löcher ausgehoben werden, nicht ganz einen auf einen Meter groß und so tief, dass der Wurzelballen darin verschwindet. Dann folgte das Drahtgitter, das Wühlmäuse davon abhalten soll, die Wurzeln der erst sieben Jahre alten Gewächse aus der Baumschule anzuknabbern. Ob es in den Bieberauen überhaupt Wühlmäuse gibt, ist zwar nicht geklärt, aber es wird lieber vorgesorgt. „Wenn die Wühlmaus einmal da ist, dann ist alles kaputt“, betonte Löw.

Baumfällarbeiten in Neu-Isenburg

Aber auch über der Erde sind die Bäumchen anfällig. Rehe, Hasen oder auch der herbeigewünschte Biber nagen gerne am Stamm. Selbst die Schafe, die für eine ganz natürliche Beweidung eingesetzt werden sollen und so den Rasenmäher ersetzen, können durchaus einmal Appetit bekommen. Damit die Bäume auch einen Schutz vor starkem Wind haben und die feinen Wurzeln nicht herausbrechen, werden sie mit einem Hanfseil an einen dicken Holzpfahl gebunden.

Hauszwetschge, Ortenauer Zwetschge, Auerbacher Zwetschge und Ontariopflaume, so heißen die ausgesuchten Sorten. „Aber keine Streuobstwiese ohne Speierling“, sind sich Löw und Dietmar Tinat von der SDW einig. Die Vielfalt der Sorten ist bei einer Streuobstwiese besonders wichtig, denn es wird nicht auf Ertrag, sondern auf Natürlichkeit geachtet. Ein Aspekt dafür sind die unterschiedlichen Blütezeiten. Je breiter gefächert diese sind, umso länger bieten Streuobstwiesen etwas für Bienen, Wespen und Schmetterlinge. Ergänzt werden die Bäume durch den passenden Untergrund. Auf der Wiese sollen Kräuter und andere Pflanzen wachsen. Und das Fallobst werde, soweit es nicht von Igel und Wildschweinen gefressen wird, aufgelesen und zum Beispiel in eine Kelterei gebracht. 

pep

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare