Josef Eckstein

Altbürgermeister  wird am Pfingstsonntag 80 Jahre alt  

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Am Pfingstsonntag wird Josef Eckstein 80 Jahre alt.

Heusenstamm - Sechzehn Jahre lang war Josef Eckstein Bürgermeister der Stadt Heusenstamm. Am morgigen Pfingstsonntag wird er 80 Jahre alt. Zeit für einen Rückblick. Von Claudia Bechthold 

Lehrer, Schulleiter, Politiker, Bürgermeister, Organist und Sänger: Josef Eckstein hat viele Passionen. Und alle hat er stets pflichtbewusst, aber immer mit Spaß an der Sache ausgeführt. Dass er bis heute in der Kirche Maria Himmelskron an der Orgel sitzen kann, genießt er mit Dankbarkeit. Und auch die politischen Entwicklungen in seiner Heimatstadt beobachtet er weiterhin, „teilweise mit einem Lächeln, teilweise mit einem Kopfschütteln“: „Ich mische mich aber nicht mehr ein“, betont er sogleich.

Wenn Josef Eckstein zurückblickt auf sein politisches Leben, dann fällt ihm zuerst seine Frau Hannelore ein. 54 Jahre sind die beiden verheiratet. „Sie hat immer alle meine Aktivitäten getragen, war bei der Erziehung unserer Kinder Ansprechpartner und hat nach den Sitzungen immer gewartet, bis ich zu Hause war.“ Gemeinsam hat das Paar die drei Kinder Barbara, Peter und Johannes sowie vier Enkel.

Politisch aktiv werden wollte Josef Eckstein eigentlich nicht. Sein Vater Hans hatte in der Schlossstadt die CDU nach dem Zweiten Weltkrieg mit anderen wieder aktiviert, war Stadtverordneter und Vorsteher des Stadtparlaments. Josef Eckstein hat als junger Mensch seine zweite Heimat, wie er es nennt, eher „rund um den Kirchturm St. Cäcilia“ gefunden. Dort fühlte er sich verstanden, fand Freundschaften, die zum Teil bis heute Bestand haben. Und er hat die Katholische Jugend mitbegründet. „Das waren für mich die prägendsten Jahre, da habe ich Erfahrungen gemacht, die mich mein ganzes Leben lang begleitet haben.“ Und außerdem war es ein Tanzabend der Katholischen Jugend, an dem aus seiner Frau und ihm ein Paar wurde.

1967 ist Josef Eckstein dann doch in die CDU eingetreten. Zu dieser Zeit hat er auch als Lehrer für Biologie und Chemie an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) angefangen. Studiert hatte er diese Fächer zwar für die Oberstufe am Gymnasium. Doch bei einem Praktikum an der heutigen Adalbert-Stifter-Schule hat ihm der Umgang mit jüngeren Kindern so viel Spaß gemacht, dass er sich gegen die Oberstufe entschied.

Als Nachrücker kam Eckstein 1970 in Stadtparlament. 1974 bereits wurde er Vorsteher, was er bis zur Wahl als Bürgermeister blieb. 1976 übernahm er zudem – zunächst für zwei Jahre – kommissarisch die Leitung der ARS. Das Amt als Bürgermeister trat er 1987 an und blieb bis zur Pensionierung Mitte 2003.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Gerade an der ARS habe er gelernt, unterschiedliche Denkweisen zu akzeptieren, dass man Andersdenkende zu verstehen versuchen sollte, betont er im Rückblick. Mit Zufriedenheit erfüllt habe ihn das Gefühl, für andere etwas getan zu haben. Die politische Zeit sei aber auch an die Substanz gegangen: „Wenn man sich bemüht, einen Kompromiss zu finden, dann strengt das verdammt an.“

Die wichtigste Entscheidung seiner Amtszeit? „Das war die S-Bahn“, sagt er sofort. Lange Debatten habe man geführt, ob man eine Unterführung oder einen Übergang bauen lassen sollte. Und auch Patershausen war „heiß umstritten“. Aber bis heute sieht er es als richtig an, dass man sich damals gegen einen Golfplatz und für eine ökologische Bewirtschaftung des Hofguts entschieden hat.

Vieles wüsste er noch, was große Rollen gespielt hat für den Altbürgermeister. Aber eines ist Josef Eckstein besonders wichtig – „auch wenn das ein bisschen merkwürdig klingt“: Richtig Spaß gemacht hat ihm der Neubau der Friedhofshalle. Bei der Gestaltung des Raumes, bei der Auswahl der Christus-Figur hat er mitgewirkt. Und zur Einweihung durfte er die Orgel spielen. Das Glück dieses Moments strahlt auch heute aus seinen Augen.

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