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Heusenstammer Bauausschuss stellt neues Radverkehrsführungskonzept für die Industriestraße vor.

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Von: Joshua Bär

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Schutzstreifen für Fahrräder sieht ein Konzept für eine neue Radverkehrsführung auch an der Kreuzung Industriestraße und Werner-von-Siemens-Straße vor.
Schutzstreifen für Fahrräder sieht ein Konzept für eine neue Radverkehrsführung auch an der Kreuzung Industriestraße und Werner-von-Siemens-Straße vor. © clb

Die Verkehrswende soll auch in Heusenstamm gelingen. Daher hat der Magistrat den Verkehrsplaner Jürgen Follmann, Professor für Bauingenieurswesen an der Hochschule Darmstadt, beauftragt, ein neues Fahrradwegkonzept für die Industriestraße zu entwerfen. Dieses stellte Follmann nun im Bauausschuss vor. Seine Erkenntnisse: Auf die Stadt kommt viel Arbeit zu.

Heusenstamm – Für Follmann ist eines klar: Radfahrer und Fußgänger sollen in der Industriestraße künftig mehr Aufmerksamkeit bekommen, denn bisher sei die Straße zu stark von den Interessen der Autofahrer geprägt. Wie das mit möglichst wenig Aufwand klappen könnte, präsentierte Follmann anhand von drei Varianten.

Insustriestraße in Heusenstamm soll mehr Schutzstreichen für Fahrräder bekommen

In seiner Studie stellt Follmann fest, dass ein kontinuierlicher Radverkehr auf der Industriestraße möglich ist. Er schlägt daher vor, bereits an der Anschlussstelle zur L 3001 auf beiden Seiten Schutzstreifen auszuweisen, die sich entlang der gesamten Industriestraße ziehen. Zudem müsse die Anschlussstelle mit einer Radverkehrsanlage ausgestattet werden.

Damit Autofahrer die Schutzstreifen auch als solche erkennen, müssten diese mit eindeutigen Fahrradsymbolen, sogenannten Piktogrammen, gekennzeichnet werden.

An Einmündungen, wie zum Beispiel auf Höhe der Straße „An der Düne“, müsse statt eines einfachen Breitstreifens ein rot markierter Schutzstreifen entstehen, damit Autofahrer wissen, das Radfahrer die Straße queren könnten. Der Schutzstreifen in der Kurve am Dialysezentrum sollte ebenfalls rot eingefärbt werden, da dort viel Verkehr herrsche und der Schutzstreifen farblich besser zu erkennen sei.

Die roten Furten, die ab der Kurve bis zur Schillerstraße verlaufen, sollten laut Follmann durch Schutzstreifen auf der Fahrbahn ersetzt werden. Dadurch sei ein durchgehender Radverkehr, auch an der Einmündung zur Werner-von-Siemens-Straße, auf der Fahrbahn möglich. Weiterer Vorteil: Fußgänger hätten so mehr Platz.

Konzept sieht Baumaßnahmen auf der Industriestraße in Heusenstamm vor

Einen Radweg der nur auf einer Seite der Industriestraße verläuft und den Radler wie Fußgänger nutzen können, empfiehlt Follmann dagegen nicht. Ein solches Vorhaben sei zum einen nicht durchgehend umsetzbar, zum anderen seien auf beiden Seiten „Ziele, die die Fahrradfahrer oder Fußgänger ansteuern“.

Erneuert werden müsse jedoch die Parkplatzsituation. Statt wie bisher senkrecht auf den Parkplätzen am Gehweg zu parken, sollten Fahrzeuge nun in den Bereichen Werner-von-Siemens-Straße bis Ottostraße sowie Ottostraße bis Thurn-und-Taxis-Straße längs abgestellt werden. Dadurch würde zwar Parkfläche wegfallen, von aktuell 68 Parkplätzen auf diesen Abschnitten würden laut Konzept 25 übrig bleiben, „aber der Rewe hat viele Parkplätze, die bisher gar nicht genutzt werden“, gibt Follmann zu bedenken. Auch das Parken auf den Gehwegen solle untersagt werden.

Industriestraße Heusenstamm: Verkehrsversuch könnte Konflikte vermeiden

Eine dritte Variante ist ein Verkehrsversuch im nördlichen Teil der Industriestraße. Durch klare Markierungen, beispielsweise durch einen roten Schutzstreifen, sollten sich Autofahrer bewusst werden, dass sie beim Überholen in den Verkehrsbereich des Radfahrers eindringen und so umsichtiger fahren. „Wir können damit Konflikte vermeiden“, meint Follmann und verweist auf die Niederlande, die solche Versuche schon erfolgreich umgesetzt habe. In diesem Abschnitt müsse zudem Tempo 30 herrschen und ein barrierefreier Fußgängerüberweg geschaffen werden.

Diskutiert und abgestimmt hat der Bauausschuss über das Konzept in seiner Sitzung nicht. Bürgermeister Steffen Ball stellte die Anwesenden allerdings auf Änderungen auf der Industriestraße ein: „Wenn wir die Mobilität verändern wollen, müssen wir diesbezügliche Fragen in Sinne der Radfahrer oder Fußgänger beantworten.“ (Von Joshua Bär

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