Herbert Margraf erinnert sich an 20 Jahre Unterstützung für Indonesien

Heusenstammer mit Sumbahilfe noch nicht am Ende

Eine neue Mittelschule auf der indonesischen Insel Sumba
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Eine neue Mittelschule hat die Heusenstammer Sumbagruppe gemeinsam mit anderen Organisationen auf der indonesischen Insel errichten lassen. Das linke Bild zeigt die alte, das rechte die neue Schule.

Es waren die Folgen einer Art Abenteuerreise, die vor 20 Jahren zur Heusenstammer Hilfe für die Menschen auf der indonesischen Insel Sumba führte. Herbert Margraf erinnert sich aus Anlass dieses Jubiläums an die Anfänge und bisher Erreichtes

Heusenstamm – Es war im Jahre 1999. Wer hatte jemals etwas von der Insel Sumba in Indonesien gehört. Ja, Bali kannte man und es gab auch Menschen, die dort schon Urlaub gemacht hatten. Auf Sumba lebte und wirkte Paul Hasler, ein Redemptoristenpater („Kongregation des Heiligsten Erlösers“) und Schulfreund von Herbert Margraf, den er gemeinsam mit seiner Frau Ursula besuchen wollte. Telefonverbindungen mit Sumba gab es nicht, Briefe brauchten bis zu drei Monate. Nach Bali, der Urlaubsinsel, gab es Flugpläne, aber von Bali nach Sumba flogen einmotorige Flugzeuge nur in unregelmäßigen Abständen bei Bedarf. Dennoch kam das Ehepaar an und nach fünf Wochen auch wieder zurück.

Beide waren so beeindruckt von der Entwicklungs- und Missionsarbeit der Redemptoristen und den „liebenswerten Sumbanesen“, dass sie beschlossen, diese Menschen zu unterstützen. Sie erzählten zu Hause von ihren Erlebnissen, zeigten Bilder und fanden Mitmenschen in und um Heusenstamm, die den Gedanken, dort zu helfen, aufgriffen. So entstand eine lockere „Sumbagruppe“ und Sumba wurde zu einem Projekt der Pfarrgemeinde St. Cäcilia.

Mit dem Geld aus Spenden und Aktionen konnten damals viele Projekte umgesetzt werden. Sie reichten vom Bau von Brunnen über die Unterstützung eines Heims mit behinderten Kindern und diverser Selbsthilfegruppen sowie der Betreuung von Kranken bis hin zum Bau eines Wohnheims für 50 Mädchen. Das Geld kommt ohne Abzüge dort an, wo es gebraucht wird. Davon überzeugt sich die Gruppe, indem immer wieder Mitglieder auf eigene Kosten dorthin reisen. Es sei beeindruckend zu sehen, wie sich Sumba und seine Menschen weiterentwickeln und ihre Nähe, ihre Dankbarkeit und ihre Verbundenheit zu erleben.

Inzwischen haben die Heusenstammer mit dem Kindergarten Anda Luri in Waingapu einen Partnerschaftsvertrag geschlossen. „Es war für uns ein sehr schönes Projekt, diesen Kindergarten von Grund auf zu sanieren.“ Die Türen, Fensterrahmen und das Gebälk waren von Termiten zerfressen. Das Dach war undicht und die Kinder spielten auf mit Löchern übersäten Böden. Die Toiletten hatten keine Wasserspülung. 25 000 Euro brachten die Schlossstädter auf, um ihn in einen kindgerechten Zustand zu bringen. 100 Kinder werden dort von fünf Erzieherinnen betreut.

Mit Hilfe von Pater Mateus Selan konnten zudem die zwei Dorfgemeinschaften Camme mit Wasser versorgt werden, indem man 80 Meter tief bohren ließ. Mittlerweile bringt der Brunnen reichlich Wasser, sodass eine gute Ernte eingefahren werden kann. Der Lebensunterhalt der Bauern hat sich so verbessert, dass sie ihre Kinder auf Schulen schicken können.

Das können nicht alle Eltern auf Sumba, deshalb finanziert die Gruppe auch die Ausbildung von begabten Kindern aus armen Familien. Der Schwerpunkt liegt bei der Förderung von Mädchen. 2020 wurden Schulbildung, Ausbildung zur Krankenschwester und Studium von insgesamt neun Kindern finanziert.

In jüngerer Zeit hat die Gruppe zum Teil gemeinsam mit misereor, missio oder dem Kindermissionswerk auch Großprojekte finanziert. Dazu zählt der erste Bauabschnitt einer Mittelschule. Von den Redemptoristen vor etwa 60 Jahren erbaut, war sie in die Jahre gekommen. Das Projekt kostete 105 000 Euro. Aus Heusenstamm kamen 25 000 Euro.

„Mit 20 Jahren Sumbahilfe sind wir nicht am Ende. Wir wollen den Menschen auf Sumba auch in den nächsten Jahren ein verlässlicher Partner sein. So erwägen wir, wieder ein Großprojekt anzugehen, den Bau eines Wohnheims für Studentinnen in Weetebula.“  clb

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