Die „Bierlaune“ vergoldet

Gin-Hopfen-Preisträger: Dieser Mann aus Heusenstamm gewinnt die Goldmedaille

Stolz präsentiert Patrick Voelkel die Urkunde und eine 4,5-Liter-Flasche seines goldprämierten Gins. Die Flasche will er zugunsten der Kinderhilfestiftung versteigern.
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Stolz präsentiert Patrick Voelkel die Urkunde und eine 4,5-Liter-Flasche seines goldprämierten Gins. Die Flasche will er zugunsten der Kinderhilfestiftung versteigern.

Das typische Aroma von Wacholderbeeren, ein frischer Hauch von Zitrusfrüchten und dann ist sie da, diese besondere Bitterkeit, wie sie nur Hopfen in ein Bier bringen kann – wohl bemerkt in ein Bier.

Heusenstamm –Aber Hopfen im Gin? Eine hervorragende Idee, hat sich der Heusenstammer Patrick Voelkel gedacht und seinen Gin, der längst eine eingeschworene Fangemeinde gewonnen hat, kurzerhand mit dem Kraut verfeinert. „Solche Ideen entwickeln sich bei mir immer relativ spontan“, erzählt er. „Ich trinke gerne mal ein Bier und mag die Frische, die der Hopfen mit sich bringt. Also habe ich mir gedacht, warum nicht mal den Versuch mit meinem Gin machen.“

Für seine Kreation wählte Patrick Voelkel einen bayerischen Zitrushopfen. Die Sorte werde gut zu seinem auf der Zunge angenehm weichen Gin passen, so die Vermutung. Das Ergebnis hat den Heusenstammer dann aber selbst ein wenig überrascht: „Das hat erstaunlich gut gepasst“, erinnert er sich an die erste Verkostung des Ergebnisses. Und die Voelkelsche „Bierlaune“ kommt auch bei Gin-Fans an.

Heusenstamm: Gin-Hopfen von Patrick Voelkel erhält „Meininger‘s International Sprits Award“

So gut, dass der „Original finest Hops“ aus dem Stand heraus eine Goldmedaille beim diesjährigen „Meininger´s International Spirits Award“ gewann. „Das ist natürlich noch mal eine tolle Bestätigung für das, was man da gemacht hat“, freut sich Voelkel. Zehn verschiedene Sorten – neun Gins und einen Eierlikör verfeinert mit seinem Blutorangen-Gin und einem Hauch Tonkabohne hat er in seinem „Brennraum“ bereits komponiert, seit er sich 2018 mit 50 Jahren entschloss, sein Hobby zum Beruf zu machen. Mit seinen „OriGINal“-Kreationen hat sich der Heusenstammer schnell eine treue Fangemeinde erarbeitet.

Produziert wird jeweils in vergleichsweise kleinen Mengen. „Dabei ist jede Abfüllung ein wenig anders“, erläutert der Chef. So variiert beispielsweise die zartgrüne Farbe seines „botanicals“, dessen Aroma vor allem vom Rosmarin kommt, mal heller und mal intensiver, so wie bei dem verwendeten Kraut selbst auch. „Das ist Natur und auch so gewollt“, erläutert Voelkel und das schätzten auch die Fans.

Gin-Hopfen: Für den Heusenstammer war viel Arbeit nötig

Mit dem Erfolg kam freilich auch mehr Arbeit. Den Großteil davon erledigt der Chef jedoch noch immer von Hand. Abfüllen, verkorken, etikettieren, und das obligatorische Bändchen um den Flaschenhals. „Das tragen einige der Fans inzwischen wie ein Festivalband ums Handgelenk oder nutzen es als Schlüsselanhänger“, erzählt er. Ein wenig Technik hat dann seit der Gründung aber doch Einzug gehalten.

Neben den zwei kleinen Abfüllmaschinen hat sich Patrick Voelkel inzwischen auch eine kleine Etikettiermaschine gegönnt. „Sonst würde ich das zeitlich gar nicht mehr schaffen“, sagt er. Um die Stoffbändchen am Flaschenhals kümmert er sich allerdings noch selbst. Ebenso wie um die Verpackung und den Versand der Flaschen an Händler und die Kunden seines Onlineshops. Und die Begeisterung für das Entwickeln und Ausprobieren neuer Ideen kann dem Heusenstammer ohnehin nichts nehmen.

Vor der Auszeichnung für seinen Gin war Patrick Voelkel in der Werbebranche unterwegs

Auch das Marketing seiner Produkte übernimmt Patrick Voelkel, selbst, wobei das für ihn eher zu den leichteren Aufgaben zählt. Schließlich war er vor dem beruflichen Umstieg zum Gin selbst in der Werbebranche unterwegs. Vom Logo über den Claim „Original. Love Gin“ bis hin zum Design der Etiketten ist alles im eigenen Haus entstanden. Ein eigens angeschaffter Etikettendrucker erlaubt zudem, dass Voelkel seinen Kunden beim Kauf mehrer Flaschen auch den ein oder anderen Sonderwunsch erfüllen kann. Etwa individuelle Flaschenetiketten für Hochzeitsfeiern, bei denen das Logo mit dem Lieblingsfoto des Paares unterlegt.

Ein weiterer Hopfen-Gin wurde in der Eifel produziert.

Wer sich selbst einmal vom Geschmack der verschiedenen Sorten überzeugen möchte, hat dazu am 19. September Gelegenheit. Dann ist Patrick Voelkel mit seinem Original-Bus bei Toms Whisky & Spirits im Einkaufszentrum Alte Linde zu Gast und mixt dort auch Longdrinks. Zudem will Voelkel an diesem Tag eine 4,5-Liter Magnumflasche seines Preisträger-Gins in einer amerikanischen Versteigerung unter die Leute bringen. Der Erlös der Auktion geht an die Kinderhilfestiftung Frankfurt. (Von Thomas Holzamer)

Schon gewusst? Ein Hanauer hat den Gin erfunden.

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