Katastrophale Bedingungen für Waisenkinder

Heusenstammer unterstützt Einrichtung im tansanischen Kigoma und sammelt Geld

Kinder des Waisenhauses im tansanischen Kigoma in ihren Schuluniformen. ,
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Kinder des Waisenhauses im tansanischen Kigoma in ihren Schuluniformen. ,

Peter Keller ist Heusenstammer. Und bis heute ist er der Schlossstadt stark verbunden, vor allem durch den Sport. In den 1990er Jahren war er aktiver Spieler des Rugby Klubs Heusenstamm, später Trainer und auch Vorstandsmitglied. Und nun hofft er auf die Hilfsbereitschaft der Schlossstädter. Es geht um Waisenkinder in Tansania.

Heusenstamm - Sein Arbeitgeber, der weltweit tätige Pharmakonzern Abbott, hatte Peter Keller 2019 für fünf Wochen in ein Regionalkrankenhaus in Kigoma im Westen Tansanias geschickt. Er hat dort Mitarbeiter im Umgang mit einer Labor-Software trainiert. Schon lange fördert eine Stiftung des Unternehmens gemeinsam mit der Regierung des Landes den Ausbau der Gesundheitsversorgung, etwa im Kampf gegen Corona.

Während seines Aufenthalts in Kigoma erhielt Peter Keller Kontakt zu einem Waisenhaus, für das er einen Koffer mit Kleidung, Spiel- und Schulsachen dabei hatte. „Die Situation dort hat mich berührt und so blieb es nicht dabei“, berichtet er. So wurde er Gründungsmitglied des eingetragen Vereins Hilfsprojekt Waisenhaus Kigoma/Tanzania.

Doch die Kinder mussten dort unter „katastrophalen Bedingungen“ wohnen. Zudem gab es behördliche Auflagen, die das Betreiben des Waisenhauses an jenem Ort unmöglich machten. Vor knapp einem Jahr sah man sich daher gezwungen, eine neue Bleibe für die Kleinen zu besorgen. Mit Unterstützung von Helfern vor Ort sowie einem Rechtsanwalt gelang es schließlich, „ein tolles Grundstück mit zwei Häusern“ zu kaufen. Der Umzug findet in dieser Woche statt. „Parallel gründen wir eine NGO in Tansania, die dann Besitzerin des Hauses wird“, erläutert Peter Keller. Auch dabei helfe der Anwalt.

Kaufpreis, Anwaltskosten, Renovierung und große Teile der Einrichtung konnte der Verein bereits über Spenden finanzieren. Doch es müssen auch die laufenden Kosten für Nahrung, Medizin, Schulgeld, Transport und weitere Dinge gestemmt werden. Daher ist der Verein weiterhin auf Zuwendungen angewiesen, „am besten auf regelmäßige“, fügt Peter Keller hinzu, „wir brauchen jede mögliche Unterstützung“.

Vor allem der persönliche Kontakt zu den Kindern habe ihn dazu bewogen, sich für dieses Projekt zu engagieren, sagt der inzwischen in Rodgau lebende Heusenstammer. Zudem fasziniere ihn, dass man auch mit für hiesige Verhältnisse wenigen Mitteln im Südosten Afrikas so viel bewegen können: „Mit 20 Euro im Monat kann man dort ein Kind ernähren und zur Schule schicken.“

Deshalb ist Peter Keller jetzt eine zweckgebundene Partnerschaft mit Schreibwaren Döbert, Frankfurter Straße 48, eingegangen. Im Geschäft von Brigitte Höhmann steht ab sofort eine Spendenbox für den Verein. Dieser bietet aber auch Schul- und Allgemeinpatenschaften an. Spenden kann man auch an Spendenkonto: Hilfsprojekt Waisenhaus Kigoma/Tanzania e.V., IBAN: DE44 426 501 501 000 527 489. (Von Claudia Bechthold)

Infos im Internet

waisenhaus-kigoma-tanzania.de

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