Kunst

Ihr Hobby heißt Kreativität

Bemalte Danke-Steine möglichst vieler Menschen sollen das Feuerwehrhaus an der Rembrücker Straße bald umrunden. Foto: PROCHNOW
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Bemalte Danke-Steine möglichst vieler Menschen sollen das Feuerwehrhaus an der Rembrücker Straße bald umrunden.

Leidenschaftliche Bastlerin Monika Rauchmann dankt jetzt der Feuerwehr.

Heusenstamm – Es gibt viele Dinge, die Monika Rauchmann gerne tut, Fotografieren zum Beispiel oder Fahrradfahren. Ganz oben auf ihrer Liste steht für sie aber das Lachen. Besonders viel Spaß hat sie, wenn sie andere damit anstecken kann. Und gleich an zweiter Stelle steht das Basteln. Sie selbst nennt dieses Hobby allerdings „Kreativität“.

Dass sie kreativ ist, hat sie schon an vielen Stellen bewiesen. Zuletzt mit einer Aktion, die sie gerade gemeinsam mit den Mitgliedern der Facebook-Gruppe „Heusenstammer Steine“ gestartet hat. Diese Gruppe hat Moni Van de Waterkant ins Leben gerufen mit dem Ziel, Steine bunt zu bemalen und anschließend im Stadtgebiet auszulegen. „Anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, nennen die Gruppenmitglieder als Motivation für diese Gründung. Wer einen bemalten Stein findet, macht ein Foto, das im sozialen Netzwerk veröffentlicht wird, und legt den Stein wieder aus.

Gemeinsam mit der Gruppen-Administratorin Moni Van de Waterkant hatte Monika Rauchmann ihre Idee weiterentwickelt, der Freiwilligen Feuerwehr auf originelle Art einmal „Danke“ zu sagen. „Ich war so entsetzt über das, was da kürzlich in Dietzenbach passiert ist, dass ich dachte, man muss den Menschen irgendwie deutlich machen, wie dankbar wir sein müssen für das, was Feuerwehrleute und Polizisten da für uns alle leisten“, erläutert sie. Wobei sie über deren Arbeit viel weiß, da ihr Vater 35 Jahre lang Berufsfeuerwehrmann in Düsseldorf, ihrer Heimatstadt, war. Und auch zu den Freiwilligen Brandschützern in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt hatte sie immer gute Kontakte.

Über eine Gruppe bei Facebook haben Moni Van de Waterkant und Monika Rauchmann (von links) ihre Aktion initiiert.

Die Idee ist einfach: Ein großer Stein mit einem Feuerwehrauto als Motiv bildet den Anfang einer „Schlange“ aus vielen kleineren Steinen, mit denen jede Heusenstammerin und jeder Heusenstammer auf seine Weise „Danke“ sagen kann. Einfach einen Stein bemalen und am Feuerwehrhaus in der Rembrücker Straße 4 ans Ende der Schlange legen. Noch sind es nicht viele Steine, die dort liegen, aber Monika Rauchmann hofft, das ganze Gebäude umrunden zu können, zumindest entlang der Mauern – nicht vor den Türen und Toren der Fahrzeughallen. Spezielle Farbstifte mit hoher Deckkraft erhält man im Schreibwarengeschäft oder Bastelladen.

Vor drei Jahren ist Monika Rauchmann aus dem Rheinland in die Schlossstadt gekommen – der Liebe wegen. Schnell hat sie begonnen, ihre Bastelleidenschaft auch in ihrer neuen Heimat auszuleben. In Düsseldorf hatte sie sogar einen Bastelladen, den sie aber schon vor dem Ortswechsel aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Kreativ ist sie aber geblieben.

So bastelt die 55-Jährige zum Beispiel mit einer spezielle Schneid- und Falttechniken aus alten Büchern dreidimensionale Glückwunsch-Karten. Sie arbeitet mit Tiffany-Technik, mit Filz, mit Pastellkreide, mit Beton oder Gips und vielem anderen. Schließlich hielt es sie sozusagen nicht mehr in ihrer Wohnung. Kurzerhand gründete sie eine Bastelgruppe, deren Mitglieder sich bis zum Beginn der Corona-Zeit einmal im Monat im Vereinsheim des Obst- und Gartenbauvereins traf. Gemeinsam haben sie zum Beispiel Hasen aus Kuschelsocken entstehen lassen, Wichtel aus Filz oder Figuren aus Blumentöpfen.

Über das Netzwerk Facebook hatte sie ihre Mitstreiter gefunden. „Anfangs kamen drei oder vier Leute zu den Treffen, am Ende waren es jedes Mal 15 bis 20 Leute“, berichtet sie mit ein wenig Stolz. Und was ihr dabei besonders wichtig ist: „Ich habe dabei nicht nur den Spaß am Basteln, sondern habe auf diese Weise auch viele nette Leute kennengelernt.“

Glücklich ist Monika Rauchmann auch über eine Freundschaft, die sich mittlerweile entwickelt hat. Mit Brigitte Höhmann, Inhaberin von Schreibwaren Döbert an der Frankfurter Straße, verbinde sie etwas Besonderes. „Ich bin mir sicher, dass ich sie vor Jahren schon einmal auf einer Fachmesse getroffen habe“, erzählt die Rheinländerin, die sich inzwischen in Heusenstamm heimisch fühlt. Als die beiden Frauen sich dann in der Schlossstadt wieder begegnet sind, sei man schnell vertraut gewesen.

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