Belohnung für Hinweise

Jäger vermuten Brandstiftung

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Nicht nur der Hochsitz, auch diese Fässer mit Futtervorräten für Wildtiere wurden bei dem Feuer mitten im Wald ein Raub der Flammen.

Heusenstamm - Vor knapp zwei Wochen ist ein Hochsitz für Jäger im Heusenstammer Wald in Flammen aufgegangen. Verbrannt sind dabei auch Futtervorräte für Wildtiere. Für die betroffenen Jagdpächter ist klar: Das war Brandstiftung. Jetzt setzen sie eine Belohnung aus. Von Claudia Bechthold

Dieser Vorfall beschäftigt den Heusenstammer Franz Spatz und seinen Mitpächter Heinz Löw aus Rodgau noch immer. Mitten im Wald, nicht weit vom Kiesabbau Martinsee, sind am Vormittag des Freitags, 9. Februar, ein Hochsitz und Futtervorräte für Wildtiere in Flammen aufgegangen (wir berichteten). Die beiden passionierten Jäger sind sicher, der Hochstand ist bewusst angezündet worden. Darauf deutet für sie auch hin, dass an einem weiteren Hochsitz, nur wenige hundert Meter von dem verbrannten entfernt, eine Art Plakat angebracht war, auf dem nur ein Satz stand: „Jagd ist Mord.“ Außerdem wurden dort sogenannte Wilduhren zerstört. Mit diesen Uhren kann das Verhalten von Wild überwacht werden.

Für Spatz und Löw ist dies nicht nur ein Affront gegen sie als Jagdpächter. Für sie ist das Geschehene auch eine Straftat mit kriminellem Hintergrund. Den entstandenen Schaden, der auf etwa 3500 Euro geschätzt wird, sehen sie nicht nur wirtschaftlich. Auch der Zeitaufwand für den Wiederaufbau einer neuen Jagdkanzel sei groß.

Franz Spatz und Heinz Löw sind Pächter und Revierbetreuer. „Mein Vater und mein Großvater hatten dieses Revier schon gepachtet“, berichtet Spatz. Umso mehr trifft ihn diese Tat. Aus dem Satz auf dem Plakat zieht er den Schluss, dass es sich bei dem oder den Tätern um Menschen handelt, die gegenüber der Jagd und den Menschen, die sie ausüben, großen Hass hegen.

„Dabei ist doch unbestreitbar, dass die Jagd zur Wildregulierung absolut notwendig ist“, sagt der Heusenstammer. Gerade im Moment gehe es doch wieder um die riesigen Bestände von Schwarzwild und die Schäden, die diese Tiere anrichten. Der Gesetzgeber erlaube den Jägern daher zusätzliche Jagdzeiten. Und ganz aktuell will die Hessische Landesregierung die Schonzeit für Wildschweine fast ganz aussetzen, weil man auf diese Weise versuchen will, den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest noch zu verhindern. Sollte dies nicht gelingen, schätzt Franz Spatz, könne ein Ausbruch dieser Schweinepest zur existenziellen Bedrohung für die Landwirtschaft werden.

Dachstuhlbrand in Rembrücken

„Wir üben die Jagd nach ethischen Grundsätzen aus“, versichert der Jäger für sich und seinen Mitpächter. Das Revier werde „sehr gut betreut“ und der Umgang mit Menschen in der Natur sei stets objektiv und freundlich. Die Menschen ziehe es gerne in die Natur, fügt Spatz noch an. Jagen während des Tages, besonders auf Schwarzwild, sei daher kaum noch möglich. Erfolg verspreche nur die sogenannte Ansitzjagd. Dazu müsse der Jäger jeweils viele Stunden auf dem Jagdhochsitz verbringen.

Nach dem Brand im Wald hat die Kriminalpolizei Ermittlungen aufgenommen, der Fall liegt mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft. Unabhängig davon setzen die beiden Jagdpächter für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, eine Belohnung von 2000 Euro aus. Wer etwas dazu beitragen kann, meldet sich bei der Kripo in Offenbach unter Tel.: 069/8098-1234.

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