Der Hopper soll kommen

Bus auf Anruf für Heusenstamm, Obertshausen und Mühlheim

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Den legendären Londoner Taxis sind die Elektrofahrzeuge nachempfunden, die seit etwa einem halben Jahr im Ostkreis als Hopper unterwegs sind.

Bestellung per Handy-App oder Telefon, virtuelle Haltestellen, Fahrmöglichkeiten fast rund um die Uhr: Das zeichnet den sogenannten Hopper aus.

Heusenstamm – Das neue System der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (Kvg) soll voraussichtlich noch in diesem Jahr für Heusenstamm, Obertshausen und Mühlheim eingeführt werden.

Dies berichtete Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu während der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses. Anlass dafür war ein Antrag der Kooperation aus SPD, Grünen und Freien Wählern, der Magistrat möge die Einführung einer Stadtbuslinie prüfen, unter anderem, um „unterversorgte Stadtteile“ besser anzubinden.

Heusenstamm: Busangebot soll besser werden

Man wolle das Busangebot in Heusenstamm attraktiver machen, hatte Grünen-Fraktionschef Heiner Wilke-Zimmermann den Antrag bei der Einbringung begründet. Ein Stadtbus sei geeignet, mehr Bewohnern Heusenstamms die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs zu erleichtern und sie so zum Verzicht auf die innerörtliche Benutzung des Autos zu ermuntern (wir berichteten). Außerdem hatte die CDU-Fraktion kurz darauf bereits auf das neue Angebot der Kvg hingewiesen.

Wie Hajdu weiter ausführte, will der Aufsichtsrat der Kreisverkehrsgesellschaft schon in der kommenden Woche über die Ausdehnung des in Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen vor gut einem halben Jahr gestarteten Projekts beraten. Dort wird das neue Angebot nach den Angaben von Kvg-Geschäftsführer Andreas Maatz gut angenommen.

Heusenstamm: Bei Anruf Bus

Der Hopper ist ein sogenanntes on-demand-Angebot. Dabei registriert sich der Fahrgast zunächst mit seinem Namen und seiner Mail-Anschrift über eine App auf seinem Smartphone. Wenn er einen Fahrtwunsch hat, gibt er den gewünschten Abhol- und Zielort an und lässt sich zur nächstgelegenen Haltestelle per App führen. Diese muss kein festgelegter Stopp der üblichen Buslinien sein, sondern kann auch ein in der Nähe des Startpunkts liegender Ort sein, der nicht offiziell als Haltestelle ausgewiesen ist. Ein hinterlegtes „Ridepooling-System“ ermittelt dann die optimale Route und verknüpft die Fahrtwünsche verschiedener Nutzer auf dieser Route miteinander.

Bedenken, die auch während der Ausschusssitzung geäußert wurden, ältere Bürger nutzten eventuell kein Smartphone, konnte Hajdu zerstreuen. Die Bestellung sei auch per Telefon möglich. „Und die älteste Nutzerin in Seligenstadt ist 98 Jahre alt.“

Heusenstamm: Sieben Busse kurven durch die Stadt

Sieben Fahrzeuge mit bis zu sieben Sitzplätzen sind im Testgebiet unterwegs. Genutzt werden übrigens moderne Mercedes-Benz Vito Tourer und LEVC TX, die elektrisch betriebenen Nachfolger der legendären London-Taxis. „Für die Phase zwei, also Heusenstamm, Obertshausen und Mühlheim, müssten wir mehr Fahrzeuge anschaffen“, sagt Maatz.

Stadtteile wie das Sommerfeld oder die Waldesruh könne man mit diesen kleineren Transportern freilich auch viel besser anfahren, versicherte der Erste Stadtrat zudem. Für größere Busse seien die Straßen dort zu eng. Genutzt werde der Hopper übrigens nicht nur von älteren Bürgern, sondern auch von jüngeren Menschen, die vor allem abends auf das Angebot zurückgreifen.

Die Hopper fahren von 5.30 bis 1.30 Uhr in der Nacht. Die Einzelfahrt kostet derzeit den Grundpreis eines Bustickets plus einen Euro sowie 20 Cent je gefahrenen Kilometer. Nach der Planung der Kvg soll der Hopper in der dritten Phase auch in Dietzenbach und Rödermark eingeführt werden.

Über den Antrag der Kooperation wird im Stadtparlament entschieden.

Bereits im letzten Jahr wurde über die Aufnahme einer eigenen Stadtbuslinie für graue Stadtteil entschieden.

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