Ideen für „Hausens neue Mitte“

Obertshausens Stadtverordnete wollen städtebauliches Konzept über Fröbelschule hinaus

Auf dem Gelände der Fröbelschule soll künftig „Hausens Neue Mitte“ entstehen.
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Auf dem Gelände der Fröbelschule soll künftig „Hausens Neue Mitte“ entstehen.

Es prägt den alten Ortkern im Stadtteil und Generationen von Hausenern verbinden mit dem alten Gemäuer Erinnerungen an ihre Kindheit. Und dennoch wird die Fröbelschule neuem weichen müssen. Zu schlecht ist inzwischen der bauliche Zustand der maroden Gebäude, um diese zu erhalten – da waren sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend einig.

Obertshausen – Weniger Einigkeit herrschte indes bei den Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung des Areals. So hatten in den vergangenen Sitzungsrunden sowohl Sozialdemokraten als auch der Magistrat jeweils eine Beschlussvorlage zur Aufstellung eine städtebaulichen Konzeptes vorgelegt (wir berichteten), über die nun in den Ausschüssen intensiv beraten wurde.

Beschlossen wurde letztlich ein gemeinsamer Antrag von SPD, CDU und den Bürgern für Obertshausen. Dieser beauftragt den Magistrat mit der zeitnahen Aufstellung eines städtebaulichen Konzeptes für das Fröbelschulgelände einschließlich des Parkplatzes an der Kurt-Schumacher-Straße sowie die angrenzenden Grundstücke bis hin zum Marktplatz.

Bezahlbarer Wohnraum für Familien

Dieses soll nach dem Wunsch der drei Fraktionen einer klaren Prioritätenliste folgen. Im Fokus steht dabei der Abriss des ehemaligen Schulgebäudes sowie die Errichtung eines Neubaus mit bezahlbarem Wohnraum für Familien. Zudem soll das künftige Gebäude architektonisch – etwa mit einem Uhrentürmchen – an den ehemaligen Schulbau erinnern.

Darüber hinaus sollen auf dem Gelände eine Kindertagesstätte mit bis zu sechs Gruppen sowie eine Multifunktionshalle entstehen. Die Zahl der öffentlichen Pkw-Stellplätze soll dabei mindestens gleich bleiben. Ebenfalls zu berücksichtigen sei die Möglichkeit, über den Räumen der Kita zusätzlich Wohnraum zu schaffen, so der Beschluss. Die verbleibende Fläche soll nach dem Wunsch von SPD, CDU und BfO kleinteilig parzelliert und für private Bebauung genutzt, vorzugsweise für ortsansässige Familien, werden. Für die spätere Umsetzung des städtebaulichen Konzepts sieht der Beschluss zudem einen Architektenwettbewerb vor.

„Der Dornröschenschlaf soll endlich enden“, freute sich SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Fontaine über die gemeinsame Version. Die Anregung der Christdemokraten, im Hinblick auf die langfristige Entwicklung des Quartiers auch die umliegenden Grundstücke in das Konzept für „Hausens Neue Mitte“ einzubinden und auch die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans in Betracht zu ziehen, habe seine Fraktion überzeugt.

Von der Entwicklung des Ymos-Areals abgekoppelt

Die Bedeutung des alten Schulgebäudes für die Identität des Stadtteils betonte CDU-Fraktionschef Anthony Giordano. Eine gute Entscheidung sei, die Beplanung des Geländes nun – entgegen der ursprünglichen Idee – von der weiteren Entwicklung des Ymos-Areals zu entkoppeln, da dort aktuell kein Fortschritt zu erkennen sei.

Kritik an dem Beschluss kam derweil von der FDP sowie den Bündnis-Grünen, die jeweils eigene Änderungsanträge vorgelegt hatten. Die Grünen hatten zudem die getrennte Abstimmung der einzelnen Punkte des gemeinsamen Antrags von SPD, CDU und BfO gefordert, was diese mit Verweis auf das Gesamtkonzept jedoch ablehnten.

Seine Fraktion hätte, abgesehen von kleinen Änderungen, die Vorlage des Magistrats bevorzugt, da diese auch auf die Problematik der voranschreitenden Verdichtung eingehe, betonte Grünen-Chef Klaus-Uwe Gerhardt. „Der Antrag von CDU , SPD und Bürgern verwässert den guten Ansatz des Magistrats bis zu Unkenntlichkeit“, betonte er. Zumal er der Entsiegelung von Flächen und aktuellen Umweltstandards zugunsten von weiterer Wohnbebauung zu wenig Bedeutung beimesse.

„Wunsch nach Verdichtung war lange Konsens“

Dem widersprach der BfO-Fraktionsvorsitzende Rudolf Schulz. „Wir alle fordern regelmäßig bezahlbaren Wohnraum, dann muss man auch mal machen“, betonte er. Jahrelang sei der Wunsch nach mehr Verdichtung im Stadtparlament Konsens gewesen, erinnerte er. „Und nur weil inzwischen jeder hier sein Häuschen hat, können wir nicht dicht machen und sagen wir wollen keinen Zuzug mehr.“

Kritik an der geplanten „kleinteiligen Parzellierung“ des verbleibenden Geländes kam derweil von der FDP. Die Freidemokraten hätten stattdessen die Schaffung von großen Wohnungen, vor allem für kinderreiche Familien bevorzugt, die es in der Stadt kaum gebe. Auch hätte man sich in Bezug auf die Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum dessen genaue Definition gewünscht. „Wir finden Wohnungen für kleines Geld auch super, aber wir müssen auch mal einen konkreten Preis nennen“, ergänzte FDP-Fraktionsmitglied Axel Kuhn. Zudem stelle sich in diesem Fall auch die Frage nach der Finanzierung, auch im Hinblick auf die derzeitige wirtschaftliche Situation. (Thomas Holzamer)

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