Zweiter Schritt vor dem ersten

Bürgermeister in der Kritik: Kein Plan für Jugendzentrum in Heusenstamm? – Bürgermeister reagiert

Das Jugendzentrum an der Rembrücker Straße ist in der Diskussion.
+
Das Jugendzentrum an der Rembrücker Straße ist in der Diskussion.

In Heusenstamm ist der Bürgermeister in der Kritik. Die FDP-Fraktion wirft ihm vor, keinen Plan für das lang ersehnte Jugendzentrum zu haben.

Heusenstamm – „Die Antworten des Bürgermeisters auf unsere Anfrage offenbaren, dass es keine Linie und keinen Plan zum Jugendzentrum gibt“, schreibt der FDP-Fraktionsvorsitzende Uwe Klein jetzt in einer Pressemitteilung. Die FDP-Fraktion hatte wissen wollen, ob der Magistrat den Beschluss des Stadtparlaments aus dem Jahr 2017 umgesetzt hat, die Alternativen Neubau eines Jugendzentrums oder Modernisierungsmöglichkeiten und bauliche Erweiterung des Juz-Bestandsgebäudes zu prüfen.

Kritik in Heusenstamm: Neubau des Jugendzentrums sollte bereits 2017 beschlossen werden

Wie ausführlich berichtet, sollte nach einer Vorlage des Magistrats vom August 2017 der Neubau eines Jugendzentrums in Heusenstamm in der Jahnstraße auf dem Schwimmbadgelände beschlossen werden. Der Antrag fand damals keine Mehrheit. FDP und CDU wollten stattdessen eine ergebnisoffene Prüfung der Frage, ob neu gebaut oder das bestehende Gebäude saniert und erweitert werden sollen – auch im Hinblick auf den Standort am S-Bahnhof. Auch dies wurde zunächst abgelehnt. Bürgermeister Halil Öztas legte daraufhin Widerspruch ein. Schließlich wurde der Prüf-Antrag beschlossen. Uwe Klein: „Seitdem war es still.“

„Als jetzt die Vorlage kam, auf den Flächen der Feuerwehr, des ehemaligen Bauhofs und des jetzigen Jugendzentrums den Bau von Geschosswohnungen zu beschließen, ließ der Magistrat nicht nur offen, was aus der Feuerwehr und dem Saal für Vereine werden soll, es wurde auch kein Wort zur Zukunft des Jugendzentrums gesagt“, kritisiert der Freidemokrat. Und: „Unsere daraufhin gestellte Anfrage ergab, die beauftragte Prüfung ist vor mehr als zwei Jahren erfolgt, das Ergebnis wurde uns aber bis jetzt nicht präsentiert. Favorisiert werde ein Neubau mit einem umfangreichen Katalog an Anforderungen. Ein geeigneter Standort konnte aber nicht benannt werden.“

Heusenstamm: Statt Jugendzentrum jetzt Überlegungen für dezentrale Jugendarbeit?

Hielt der Bürgermeister einen Neubau in der Begründung seines Widerspruchs vor drei Jahren noch für notwendig, teilt er nun mit, es würden Überlegungen für eine dezentrale Jugendarbeit angestellt. „Will man sich von den eigenen umfangreichen Anforderungen verabschieden, weil man glaubt, so die Standortfrage leichter lösen zu können“, fragt der FDP-Fraktionschef und merkt an: „Es besteht offensichtlich keine Linie und kein Plan zum Ersatz der Einrichtung. Unter diesen Umständen ist es völlig unverständlich, dass die Fraktionen der Kooperation zusammen mit der AfD unseren Antrag zum Jugendzentrum ablehnten und nicht einmal geprüft haben wollten, ob die leer stehende Schlossmühle mit Nebengebäude und angrenzender Grünflächen für die Jugendarbeit genutzt werden kann.“

Klein schließt: „Auch beim Jugendzentrum soll wieder der zweite Schritt vor dem ersten getan und bereits über die Verwendung der Grundstückfläche für den Wohnungsbau beschlossen werden, obwohl Wohnungen in großer Zahl auf den beiden Flächen des ehemaligen Brückenbauhofs und des ehemaligen Fernmeldezeugamtes vorgesehen sind.“

Kritik in Heusenstamm: Bürgermeister Halil Öztas reagiert auf Kritik

Auf die Mitteilung der FDP hat Bürgermeister Halil Öztas bereits mit einer Stellungnahme reagiert. Er schreibt: „Die Behauptung der FDP zum Juz ist unzutreffend.“ Auch die FDP habe 2017 sowohl den Magistratsantrag als auch seinen Änderungsantrag abgelehnt. Insofern sei es widersprüchlich, „einerseits konstruktive Anträge abzulehnen“ und sich nun „aus wahlkampftaktischen Gründen hinzustellen und zu behaupten, dass es kein Konzept gäbe“. Aus der Beantwortung der Anfrage zum Jugendzentrum sei ersichtlich, dass am Thema „Jugendzentrum“ weitergearbeitet werde.

Öztas erläutert, es habe Gespräche gegeben mit den Fachdiensten, dem Personal des Juz sowie Fachleuten. Dabei seien die Überlegungen verfeinert und die Frage aufgeworfen worden, ob es nicht sinnvoll wäre, dezentrale Strukturen in den Stadtteilen aufzubauen. Daraufhin habe man mit Grundstückseignern gesprochen. Eine Kernüberlegung sei, die Jugendlichen mitreden und mitgestalten zu lassen. Dies sei wegen Corona in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Zudem müsse es zu einer Grundsatzentscheidung zum Stadtumbaugebiet kommen, bevor die Verwaltung weitere Überlegungen zum Jugendzentrum vollenden könne. (clb)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare