Inklusiv Wohnen statt Kita

CDU Heusenstamm präsentiert neuen Vorschlag zum Gelände St. Cäcilia

„Herzkammer der Altstadt“ nennt die CDU das Pfarrheim-Gelände neben der Kirche St. Cäcilia.
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„Herzkammer der Altstadt“ nennt die CDU das Pfarrheim-Gelände neben der Kirche St. Cäcilia.

Ein inklusives Wohnprojekt könnte auf dem Gelände des Pfarrheims St. Cäcilia verwirklicht werden, schlägt jetzt die Heusenstammer CDU vor. Man engagiere sich für eine Weiterentwicklung der bisher seitens Stadt und Kirche vorgebrachten Ideen zur Neugestaltung des Areals, heißt es dazu in einer Mitteilung.

Heusenstamm – Ausgangsbasis aller Überlegungen sei „das begrüßenswerte und konsensfähige Ziel, sowohl die Altstadt in ihrem Kernstück städtebaulich zu heilen, als auch im unmittelbaren Umfeld der Kirche ein Zentrum für soziales und gesellschaftliches Miteinander zu verwirklichen“. Das diskutierte „Familienzentrum“ sei dabei „nur ein weitläufiger Begriff“, der mit Leben und konkreter Realisierung gefüllt werden müsse – das heißt, mit Inhalt und tatsächlichen Zuständigkeiten“.

Die Union möchte einen starken Projektpartner als Erbauer und Betreiber der „Herzkammer der Altstadt“ gewinnen: „Unsere Idee für die Nutzung des Areals sieht die Realisierung eines inklusiven Wohnprojekts für Menschen mit Beeinträchtigung vor. Damit wird die bisher adressierte Zielgruppe – im Wesentlichen „Jung & Alt“ – ergänzt um ganz besonders schutz- und förderbedürftige Menschen unserer Gesellschaft.“

CDU-Vorsitzende Heide Schwab: „Wir nehmen das ‚C‘ in unserem Namen ernst und wollen die Herzenswärme im Herz der Stadt auch leben. Selbst wenn die Kirche oder ein kirchlicher Träger nicht selbst aktiv werden kann, bleibt es doch ein kirchliches Grundstück mit besonderer Symbolik und Verpflichtung zur gelebten Nächstenliebe.“

Auch Veranstaltungssaal, Schulkindbetreuung und Räume für die Gemeinde möglich

Ergänzend könnten dabei die bisher von interessierten Bürgern vorgetragenen Wünsche – etwa nach einem kleinen Veranstaltungssaal, Café, Treffpunkt, Schulkindbetreuung – sowie die seitens der Kirche gewünschten Räume verwirklicht werden.

„Wir machen einen nächsten Schritt und zeigen auf, wie man nicht nur bei einem abstrakten Wunsch ‚etwas Schönes zu verwirklichen‘ verharrt, sondern diesen auch umsetzt“, ergänzt Steffen Ball, Bürgermeisterkandidat der CDU. Dazu habe man erste Gespräche mit professionellen, gemeinnützigen Trägern solcher Einrichtungen geführt. Große Erfahrung bringe da beispielsweise der Verein Behinderten-Werk Main-Kinzig mit, der verschiedene Wohnformen in unterschiedlichen Größen und Konzepten realisiere und betreibe. Erste konkrete Interessensbekundungen lägen vor. Steffen Ball: „Letztlich werden Fördermittel nur ein Baustein sein. Wir dürfen jedoch nicht versäumen, den darüber hinaus notwendigen finanziellen Aufwand für die Stadt realistisch einzuschätzen. Nicht nur für die Baukosten, sondern vor allem auch für den laufenden Betrieb über die kommenden Jahrzehnte.“

„Meinungsbildung in der Zwangspause“

Seit mehr als zwei Jahren, heißt es weiter, liege ein Grundsatzbeschluss des Stadtparlaments zu einer städtebaulichen Machbarkeit auf jenem Gelände vor, der unter anderem eine detaillierte Erörterung potenzieller Nutzungsmöglichkeiten, ein Verkehrskonzept und ein Finanzierungskonzept unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit vorsehe. Arbeitsergebnisse des Magistrats und Vorlagen dazu ließen seither auf sich warten, was die konkrete demokratische Meinungsbildung in den Gremien in eine „Zwangspause“ versetzt habe.

Mit diesen Ideen präsentiere die CDU „eine echte Alternative zur bisherigen Planung einer Kita“. „Wir haben nie verschwiegen, dass wir das enge Gelände ungeeignet für eine Kita halten“, betont CDU-Fraktionschef Paul Sassen. Das Fehlen eines angemessenen Außenbereichs und die Verkehrssituation nennt er als Gründe. (clb)

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