Sicherer und mitreißender Stil

Kreisentscheid im Vorlesewettbewerb des Buchhandels

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Sie alle sind Schulsieger im diesjährigen Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels: Isabel Kleineberg, Lavinia Meckmann, Tuba Yildirim, Leona Gjoci, Manuel Korb, Moritz Unkelbach, Liciniu Schlichting, Nele Simon und Dzejla Aganovic.

Heusenstamm - Die zwölfjährige Isabel Kleineberg von der Rodgauer Georg-Büchner-Schule hat unter neun Schulsiegern den Regionalentscheid Kreis Offenbach Ost im Vorlesewettbewerb gewonnen. Von Michael Prochnow

Zu den besten Sechstklässlern im Haus der Musik zählte auch Dzejla Aganovic von der Adolf-Reichwein-Schule. Eingefleischte Fastnachtsfeinde haben es schon immer geahnt: Die Welt der Narren existiert parallel und unbemerkt zur Menschenwelt. Aber keine Angst, diese Feststellung stammt aus „Sophie im Narrenreich“, einer anspruchsvollen Erzählung von Verena Petrasch, mit der Isabel Kleineberg die dritte Runde im Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, den sogenannten Kreisentscheid Offenbach Ost, gewonnen hat. Ihr sicherer und zugleich mitreißender Stil, vor allem auch der gute Vortrag des Fremdtextes gefielen den Juroren, die das Mädchen aus Jügesheim nun zum Bezirksentscheid nach Darmstadt schicken.

In dem Buch, das die Gewinnerin eingangs mit Inhalt und Autorin versiert vorstellte, geht es um Sophie, die an ihrem zwölften Geburtstag in ihrem Schrank einen „wundersamen Kerl“ mit petrolfarbenem Haar entdeckt. Er stellt sich als Theobald vor und sagt, er sei ein „echter Narr“, einer, „der den Menschen im Verborgenen Glücksmomente schenkt“. Die schlechte Nachricht: Die Welten der Menschen wie die der Narren seien bedroht, der grausame Zaubernarr Kieron und sein Heer der Schwarznarren verbreiteten Düsternis und Schwermut. Fortan kämpft Sophie darum, beide Welten zu retten.

Die Sechstklässlerin liebt nicht nur das Mystisch-Phantasievolle. „Ich lese eigentlich alles“, verrät sie, „außer Zeitungen“. Sie besucht die 6aG der Georg-Büchner-Schule und liebt Mathematik mehr noch als Musik. Letzterer frönt sie mit ihrer Geige in der Musikschule in Nieder-Roden. Das Schmökern ist auch Hobby ihrer Eltern und ihrer älteren Schwester. Zum Wettstreit im Mozartsaal des Hauses der Musik gehörte auch das Lesen eines zuvor unbekannten Textes. Dazu hatte Katja Richter, Leiterin der Stadtbücherei, Pete Johnsons nicht ganz ernst gemeinten Ratgeber „Wie man 13 wird und überlebt“ ausgewählt.

Die Bibliothekarin saß zum 25. Mal in der Jury und leitete die Veranstaltung. Auch ihre Kollegin im Haus der Literatur, Anita Ruppert, ist seit einem Vierteljahrhundert dabei. Weitere Juroren waren der Leser Dietmar Ruppert, Lieselotte Steinweg, Lehrerin im Ruhestand, und die Inhaberin des Fachgeschäfts „Das Buch“, Melanie Kratz.

OP unterwegs auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Weitere Teilnehmer waren Lavinia Meckmann und Tuba Yildirim von Friedrich-Ebert-Gymnasium und -Schule in Mühlheim, Leona Gjoci von der Kreuzburgschule in Hainburg, Manuel Korb (Einhardschule) und Moritz Unkelbach (Merianschule) aus Seligenstadt, Liciniu Schlichting (Heinrich-Böll-Schule) und Nele Simon (Geschwister-Scholl-Schule) aus Rodgau sowie Dzejla Aganovic, die Gewinnerin aus der Förderstufe der Adolf-Reichwein-Schule. Sie alle erhielten eine Urkunde und ein Buchpräsent. Das Aodlf-Reichwein-Gymnasium nahm diesmal nicht am Vorlese-Vergleich teil.

Der Wettbewerb wurde 1959 vom Börsenverein des Buchhandels ins Leben gerufen. Alljährlich nehmen rund 600.000 Mädchen und Jungen der sechsten Klassen teil.

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