Mit drei schon ein Füchschen

Jugendarbeit beim Rugby Klub vom Sportbund ausgezeichnet

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Die U 14-Mannschaft während eines Spiels: Bei den Zwölf- und Dreizehnjährigen sind Mädchen und Jungen noch in einem Team.

Heusenstamm - Vorbildliche Talentförderung im Verein prämiert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) jedes Jahr gemeinsam mit der Commerzbank. Das „Grüne Band“, verbunden mit einem Scheck in Höhe von 5000 Euro, erhält in diesem Jahr auch der Rugby Klub Heusenstamm (RKH). Von Claudia Bechthold 

„Mit der Initiative des ,Grünen Bandes’ wollen wir einen Beitrag zur Nachwuchsförderung leisten, um den Breiten- und Leistungssport nachhaltig zu stärken. Die Unterstützung an der Basis ist essenziell, um den jungen Talenten den Weg in die Spitze zu ermöglichen.“ So erläutert Uwe Hellmann, Leiter Brand Management der Commerzbank und Jurymitglied, die Gründe für die Vergabe des „Grünen Bandes“. Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund vergibt das Institut jährlich an bundesweit 50 Vereine diese Auszeichnung. In diesem Jahr sind Heusenstamms Rugby-Spieler dabei.

„Das ist für uns nicht nur eine schöne finanzielle Unterstützung, sondern auch die Anerkennung unserer Jugendarbeit“, freut sich Markus Walger, der nun schon im dritten Jahr Vorsitzender des Rugby Klubs Heusenstamms ist. Zumal die Themen Jugend und Nachwuchs von Anfang an mit großen Ausrufezeichen versehen seien. Für Klaus-Uwe Gottschlich, einen jener Menschen, die den RKH zum 1. März 1979 aus der Taufe gehoben haben, sei es das Anliegen gewesen.

Leon Hees, Spielmacher der Erstliga-Mannschaft im RKH und deutscher Nationalspieler im Siebener Rugby, beim Training mit dem Nachwuchs.

Schon im Alter von drei Jahren können Kinder im Rugby Klub mit dem Training beginnen. „Da geht es allerdings vor allem um Bewegung und um das Teamgefühl“, erläutert Holger Sans, im Vorstand für die Jugendarbeit zuständig. Außerdem biete man eine familiäre Atmosphäre, in die alle eingebunden sind. „Wir freuen uns über Eltern, die mithelfen“, betont Sans. Allerdings könne man sich da auch nicht beklagen. Die Eltern seien sehr engagiert, nicht nur, wenn es um Fahrdienste etwa zu Spielen gehe. Auch um Organisatorisches kümmerten sich die Erziehungsberechtigten. Oder wenn zum Beispiel Kinder bei einer Fahrt mal ohne Begleitung sind, dann übernehmen andere Eltern dessen Betreuung. „Das funktioniert reibungslos und ist phänomenal“, meint auch Walger. Zumal es den Trainern die Freiheit verschaffe, sich um das Wesentliche zu kümmern, fügt Sans an.

Nach den Füchschen“, wie die ganz Kleinen genannt werden, geht es weiter mit der U 8. Das sind die Sechs- und Siebenjährigen, die dann auch schon im Spielbetrieb beginnen, allerdings höchstens auf hessischer Ebene, um keinen großen Druck zu erzeugen. „Wir trainieren die Kinder in diesem Alter eher spielerisch, aber sie wollen unbedingt an Wettbewerben teilnehmen. Dies gelte auch für die U 10 und die U 12. Erst für die Zwölf- und Dreizehnjährigen trete der Wettkampfgedanke dann stärker in den Vordergrund bei der Ausbildung. Allerdings werde schon in der Kategorie U 12 auch eine deutsche Meisterschaft ausgetragen.

Bilder: Deutsche Rugby-Meisterschaft in Heusenstamm

Etwa die Hälfte der mehr als 300 Mitglieder im RKH, dem ein eigenes Vereinsheim bis heute fehlt, der aber im Zentrum Martinsee trainiert, sind Kinder und Jugendliche. Bis zur U 16 sind übrigens Jungs und Mädels zusammen in den Teams. Dann können auch Damenmannschaften gebildet werden. „Strength and Condition“, Kraft und Kondition, heißt ein zusätzliches Training, das Jugendliche vom elften Lebensjahr an machen. Walger: „Dazu haben wir einen Leichtathletik-Trainer, der den Kindern richtiges Laufen, Rennen und Atmen beibringt. Seitdem sind viele unserer Spieler nicht mehr so verletzungsanfällig.“

Zum Teamgeist gehört für die Verantwortlichen beim Rugby Klub aber noch mehr. So fahrt man gern mit den Jugendmannschaften auch zu großen Turnieren nach Potsdam oder Hannover, aber auch nach Mühlhausen ins Elsass oder gar nach Madrid: „Da fährt jeder mit“, betont Sans. Und wenn eine Familie einmal mit den Kosten überfordert ist? „Dann regelt das der Verein.“ „Wir helfen, wo es möglich ist, uns sind alle wichtig“, erläutert Markus Walger. Aber sie erwarten von den Jugendlichen auch Engagement, Disziplin und Respekt. Wie gut das Zusammenspiel im RKH funktioniert, zeigt auch, dass alle Jugendtrainer aktive oder frühere Spieler aus dem eigenen Verein sind.

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