Käuzchen gegen die Waldmaus-Plage im Schloss-Auwald

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Auch im Naturschutzgebiet , das niemand betreten soll, muss einmal im Jahr gemäht werden.

Heusenstamm - Wenn es um Vorhaben der Deutschen Waldjugend in Heusenstamm geht, kann Dietmar Tinat gar nicht aufhören zu erzählen. Der Geschäftsführer der Jugendorganisation sprudelt förmlich über. Von Claudia Bechthold

Er zählt auf, erläutert, findet neue Aspekte und schildert Bedingungen, die vorgefunden wurden. In Heusenstamms Wäldern kennt er sich aus. Und die rund 80 jungen Leute zwischen sieben und 18 Jahren, die der Vereinigung angehören, ebenfalls. Denn ihnen gibt er sein Wissen weiter, seit vielen Jahren.

Dabei will er gar nicht im Vordergrund stehen. Die Sache ist es, die ihn treibt. Wenn sich die Heusenstammer Waldjugend in diesen Tagen über das 50-jährige Bestehen der Jugendorganisation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald freut, dann kann Dietmar Tinat von sich behaupten, schon seit 44 Jahren aktiv dabei zu sein.

Angefangen hat das alles mit dem Sohn von Helmut Sigel. Im Keller des Sigelschen Hauses traf sich Rainer Sigel regelmäßig mit seinen Freunden. Alle waren sie an der Natur interessiert, und so hat Helmut Sigel die Gründung der Waldjugend angeregt und diese dann auch betreut.

Dietmar Tinat war zu dieser Zeit im Vogelschutz aktiv, mit Gleichaltrigen und mit dem Schlossstädter Biologielehrer Waldemar Schläfer. Die Gründungsmitglieder der Waldjugend sind neben Rainer Sigel, Arnim Lentz, Dietmar Widlewski, Jochen Tinat, Herbert Damian und Lothar Schäfer. Gemeinsame Aktionen mit den Vogelschützern gab es von Anfang an. „Wir haben zum Beispiel an der Nachtweide Rotwangenschildkröten gefangen, weil diese die Gelege von Bodenbrütern wie Enten, Teich- und Blesshühnern ausgeräumt haben“, erinnert sich Dietmar Tinat.

Ehrenamtliche Waldpädagogin

Heute ist die Waldjugend noch immer jener Teil der Organisation, der für die praktische Arbeit zuständig ist, während sich die Schutzgemeinschaft auch mal politisch zu Wort meldet. Etwa wenn es darum geht, ob Bauvorhaben mit dem Naturschutz vereinbar sind. Doch da hat auch die Waldjugend mittlerweile Ambitionen. Beratend wollen sie tätig werden, gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft, Eingriffe in die Natur begleiten, aber auch sensibilisieren für die Natur.

Die Entwicklung des Auwaldes hinter Schloss und Bannturm zum Beispiel will die Waldjugend unterstützen. Und dafür sorgen, dass es in diesem Auwald naturkundliche Führungen geben wird. Eine ehrenamtliche „Waldpädagogin“ soll bald dafür ausgebildet werden.

Für die Fledermaus haben die jungen Waldfreunde dort schon Nistkästen aufgehängt. Als nächstes wollen sie ein nachtaktives Greifvogelpaar ansiedeln. Kauz oder Eule seien denkbar. Denn es gelte, die Waldmausplage in diesem Wald in den Griff zu bekommen. Die kleinen Nager besetzen gern Nistkästen für Vögel und hinterlassen diese derart verschmutzt, dass kein Vogel sie mehr nutzt. Zudem übertragen sie Krankheiten. Wegen des Eichenprozessionsspinners sei es aber wichtig, die Kohlmeise dort nisten zu lassen, da diese die Raupen mit den giftigen Haaren nicht nur selbst frisst, sondern auch an ihre Brut verfüttert, erläutert Dietmar Tinat. Und schließlich soll an der Geiswiese ein Amphibienlehrteich angelegt werden, an dem Kinder etwas über Kröten und Frösche lernen können.

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