Kooperation lehnt FDP-Vorstoß zur Nutzung des Gebäudes ab

Kein Juz in der Schlossmühle in Heusenstamm

Versteckte Schlossmühle: Unmittelbar neben dem barocken Schlossgarten liegt die ehemalige Mühle mit weißen Außenwänden (rechts oben), in der bis vor einigen Jahren Wohnungen waren.
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Versteckte Schlossmühle: Unmittelbar neben dem barocken Schlossgarten liegt die ehemalige Mühle mit weißen Außenwänden (rechts oben), in der bis vor einigen Jahren Wohnungen waren.

Mit 22 Nein- zu 15 Ja-Stimmen haben die Heusenstammer Stadtverordneten am Mittwochabend einen Prüfantrag der Freidemokraten abgelehnt, ob die Schlossmühle als Jugendhaus genutzt werden kann. Die Kooperation aus SPD, Freien Wählern Heusenstamm (FWH) und Bündnisgrünen, mit der auch die AfD stimmte, halte das denkmalgeschützte Gebäude neben dem Schloss für diesen Zweck für ungeeignet, begründete FWH-Fraktionsvorsitzende Sandra Horn diese Entscheidung.

Heusenstamm – Gleichwohl forderte Sandra Horn Bürgermeister Halil Öztas auf, ein Nutzungskonzept für die seit Jahren leerstehende und mittlerweile entkernte Mühle vorzulegen. Nach der Entscheidung im Februar 2019, in dem Gebäude keine Kindertagesstätte einzurichten, habe der Bürgermeister zugesagt, möglichst schnell entsprechende Vorschläge dafür vorzulegen. Nach eineinhalb Jahren sei dies aber noch nicht geschehen: „Bis zur Einbringung des Haushalts“ erwarteten die Freien Wähler vom Magistrat ein schlüssiges Konzept, wie das Gebäude künftig genutzt werden könne.

Die inzwischen zurückgezogene Vorlage des Magistrats zum Thema Feuerwehrhaus (wir berichteten) enthalte städteplanerische Vorschläge zur Entwicklung auch des Geländes an der Rembrücker Straße, auf dem auch das Jugendzentrum (Juz) steht, hatte FDP-Fraktionschef Uwe Klein zuvor ausgeführt. Würde man die Schlossmühle als Jugendzentrum nutzen, könnte das Grundstück, zu dem auch die leerstehende Dinkler-Halle gehört, insgesamt besser entwickelt werden. Allerdings sehe man dort keineswegs nur Etagenwohnungen, wie in der Vorlage genannt, sondern vielleicht auch Stadthäuser für junge Familien und Mehrgenerationenhäuser. Wohnungen in großer Zahl sollen auf den Geländen Brückenbauhof und Fernmeldezeugamt entstehen. Zudem, riet Klein, sollten Entscheidungen über städtische Grundstücke erst gefällt werden, wenn man einen Überblick habe, wo in der Stadt noch Flächen zur Entwicklung von Gewerbe zur Verfügung stehen. Eine entsprechende Anfrage der FDP hatte der Magistrat noch nicht beantwortet.

Der Liberale erinnerte an den Vorschlag der Kooperation, die vor drei Jahren ein neues Jugendzentrum auf dem Gelände des Schwimmbads an der Jahnstraße errichten lassen wollte. Die dazugehörende Vorlage des Magistrats erhielt damals keine Mehrheit. Danach hätten FDP und CDU einen ergebnisoffenen Prüfantrag zu diesem Thema gestellt, der auch beschlossen wurde: „Bis heute haben wir von einem Prüfergebnis nichts gehört.“ Inzwischen wurde beschlossen, dort eine Kita zu bauen. Um das Jugendzentrum sei es indes still geworden.

Die Schlossmühle mit dem geräumigen Innenhof, dem Stallgebäude, das mit als Kita genutzt werden sollte, und den benachbarten Wiesen biete nach Meinung der Freidemokraten ein beachtliches Potenzial für ein Jugendzentrum, ergänzte Klein.

Jugendzentren sollten dort liegen, wo sich Jugendliche aufhalten, also etwa in der Nähe von weiterführenden Schulen, erläuterte Sandra Horn, warum man die Schlossmühle für ungeeignet halte. Heutzutage müssten diese Einrichtungen hell sein, die Schlossmühle sei dunkel. Und man benötige Platz für Büros, Besprechungs- oder Seminarräume, Aufenthaltsräume mit Möglichkeiten zum Spielen von Billard, Tischtennis, Tischkicker, Playstation und so weiter. Nicht zu vergessen eine Küche mit Theke, Sanitärräume und einen PC-Raum. Dies alles sei, nach Meinung der Freien Wähler in der Schlossmühle nicht umsetzbar.

Ein Aufschieben einer Entscheidung zur Schlossmühle sei der Sache nicht förderlich, betonte Daniel Strak für die CDU-Fraktion, der in diesem Zusammenhang daran erinnerte, dass die Stadt mit dem Eigner der Stallungen an der Mühle inzwischen in einem Rechtsstreit liege, weil das Gebäude komplett entkernt worden sei, ohne es dem Mietzweck entsprechend als Kita zu nutzen. Sollten die Stallungen nicht genutzt werden können, werde zudem ein Teil des Innenhofs nicht zur Verfügung stehen.

(Von Claudia Bechthold)

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