Wartelisten für die Schulkindbetreuung

Keine schnelle Lösung

Mehr als 100 Mütter und Väter waren zur Informationsveranstaltung über die Situation der Schulkindbetreuung in Heusenstamm ins Schlossrathaus gekommen. Zufriedenstellende Antworten haben die Eltern indes nicht erhalten. - Foto: Bechthold
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Mehr als 100 Mütter und Väter waren zur Informationsveranstaltung über die Situation der Schulkindbetreuung in Heusenstamm ins Schlossrathaus gekommen. Zufriedenstellende Antworten haben die Eltern indes nicht erhalten.

Heusenstamm - Zufrieden war wohl niemand am Ende der Informationsveranstaltung, mit der Bürgermeister Halil Öztas Eltern über die Situation der Schulkindbetreuung in der Stadt informieren wollte. Mehr als 100 Menschen waren dazu ins Rathaus gekommen. Von Claudia Bechthold 

Eine rasche Lösung des Problems wird es nicht geben. Das ist das Fazit nach einer Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema Schulkindbetreuung in Heusenstamm am Donnerstagabend im Schlossrathaus. Mit mehr als 100 Besuchern war der große Sitzungssaal gut gefüllt. Bürgermeister Halil Öztas erläutert den Anwesenden zunächst die derzeitige Situation an den Grundschulen der Stadt. Danach werden derzeit 408 von 659 Grundschülern außerhalb der normalen Unterrichtszeiten während der ganzen Woche oder zumindest an einem oder mehreren Tagen betreut. Das sind etwa 62 Prozent aller Grundschüler. Dennoch gibt es Wartelisten. Nicht alle Kinder, die auch nach dem Unterrichtsende an der Schule bleiben sollten, konnten aufgenommen werden.

Die Zahlen fallen an den drei Schulen unterschiedlich aus. So haben an der Otto-Hahn-Schule etwas mehr als die Hälfte der Kinder einen Platz in der Schulkindbetreuung, im nahen Hort oder in einem Nachmittagsangebot der Schule selbst einen Platz gefunden. An der Adalbert-Stifter-Schule sind 70 Prozent aller Schüler versorgt. Und an der Matthias-Claudius-Schule in Rembrücken sind es sogar 75 Prozent.

Etliche Eltern äußern sich an diesem Abend unzufrieden mit diesem Angebot. Man sei auf die Plätze für den Nachwuchs angewiesen, betonen mehrere Eltern. Der Stadt machen sie den Vorwurf, man müsse doch eigentlich seit 2011 wissen, wie viele Kinder im vergangenen Jahr, aber auch in diesem Jahr eingeschult werden würden.

Dies weist der Bürgermeister allerdings zurück. Im Jahr 2011 habe man eine Prognose für die kommenden Jahre erstellt. Im vergangenen Jahr aber habe man feststellen müssen, dass die tatsächlichen Zahlen um 24,2 Prozent über dieser Prognose lagen. Das habe man in diesem Maß nicht vorhersehen können, unabhängig vom Zuzug junger Familien in die Neubaugebiete.

Aber nicht nur die Schülerzahlen seien so stark gewachsen, sagt Christiane Knickel, Leiterin der Adalbert-Stifter-Schule im alten Ortskern, auch der Bedarf der Eltern habe sich massiv verändert. Gerade an ihrer Schule habe sich die Zahl der Kinder nicht übermäßig erhöht. Von 205 Grundschülern im Schuljahr 2012/13 sei man nun bei 216 im laufenden sowie voraussichtlich auch im nächsten Schuljahr angekommen.

Etwas anders sieht es an der Otto-Hahn-Schule aus, die von derzeit 371 Kindern auf 398 im kommenden Schuljahr wachsen wird. Für den Unterricht, kündigt Öztas an, werde der Kreis als Schulträger sogenannte Modulteile – für diesen Zweck speziell geeignete Container – vor Beginn des neuen Schuljahrs auf dem Gelände der Hahn-Schule aufstellen lassen.

Ob damit auch die Kapazität der Schulkind- beziehungsweise Hortbetreuung wachsen kann, sei dagegen noch ungewiss. Derzeit sei man mit dem Vermieter im Gespräch, bei dem bereits die Räume für den Hort „Kinderburg“ nahe der Hahn-Schule im ehemaligen Fernmeldezeugamt angemietet sind, betont Öztas. Sollte sich dort eine Chance ergeben, werde man entsprechende Beschlüsse herbeiführen, um den Umbau zu starten und eine Betriebserlaubnis zu erhalten.

Noch komplizierter sei die Lage an der Stifter-Schule, auf deren Gelände es keinen Platz für Ausbauten mehr gebe, erläutert der Verwaltungschef. Dort gelte es vor allem die Mensa zu erweitern. Ein Gutachten habe gezeigt, dass eine Aufstockung möglich sei. Doch das müsse der Kreis als Schulträger entscheiden. Über eine Teilhabe der Schule am Landes-Angebot „Pakt für den Nachmittag“ müsse die Schulkonferenz entscheiden. Dies sei aber kein vollwertiges Betreuungsangebot. Und Christiane Knickel berichtet, paktbereit sei die Schule nur bei entsprechender Qualität: „Wir wollen die Kinder nicht aufbewahren.“

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