„Kenne Wünsche der Migranten“

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Ismail Tipi (rechts) übernimmt das Direktmandat von Volker Hoff (links).

Heusenstamm ‐ Das Telefon steht nicht mehr still seit Samstagnachmittag. Nicht nur hessische Journalisten wollen den gebürtigen Türken aus der Schlossstadt sprechen, auch seine Kollegen aus der Türkei versuchen, eine Stellungnahme von ihm zu erhalten. Von Claudia Bechthold

Soweit ich weiß, werde ich der erste türkischstämmige CDU-Abgeordnete im Hessischen Landtag sein“, sagt Ismail Tipi. Wie berichtet, wird der 51-Jährige das Direktmandat des Wahlkreisabgeordneten Volker Hoff übernehmen, nachdem dieser darauf verzichtet hat.

Noch weiß Ismail Tipi nicht, was in Wiesbaden so alles auf ihn zu kommt. Heute in einer Woche soll er zum ersten Mal an einer Fraktionssitzung teilnehmen. Erst dann werde er vermutlich erfahren, in welche Ausschüsse er gehen soll.

Ganz sicher aber will sich Ismail Tipi der Migrationsarbiet widmen. „Schließlich kenne ich beide Seiten“, betont er. Er wisse einerseits, welche Bemühungen es bisher seitens der Politik schon gegeben habe, aber auch andererseits, was Migranten in Deutschland wollten, und nicht zuletzt, was tatsächlich machbar sei. Und da könne man - auch innerhalb der bestehenden gesetzlichen Vorgaben - noch einiges ändern.

Innere Sicherheit als Schwerpunkt

Natürlich will sich der Journalist nicht nur für die Interessen des Wahlkreises, zu dem neben der Schlossstadt auch Mühlheim, Obertshausen und Dietzenbach gehören, sondern vor allem auch für die seiner Heimatstadt engagieren. „Heusenstamm ist meine Heimat, da liegt mein politischer Schwerpunkt.“ Daher wolle er auch und gerade in Zeiten finanzieller Krisen „für jeden Cent kämpfen“, der den Kommunen im Wahlkreis zugute kommen könnte.

Als weiteren Schwerpunkt seiner künftigen politischen Arbeit nennt Tipi die innere Sicherheit. „Ich werde zu jener Gruppe gehören, die die harte Linie verfolgen  gegen alles was radikal und extrem ist“, kündigt er an. Aber auch die wirtschaftliche Entwicklung Hessens liegt ihm am Herzen. Mit weiteren Ansiedlungen ausländischer Investoren könne es vielleicht gelingen, wieder mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Freude über den überraschenden Einzug in den Landtag hält sich bei Ismail Tipi in Grenzen. Natürlich sei er stolz, dass er nun den Wahlkreis vertreten werde, aber das alles gehe ja mit dem Verzicht von Volker Hoff einher. Und Hoff sei wichtig für die Region, habe viel getan für den Wahlkreis.

Und noch etwas kündigt der Journalist und freie Mitarbeiter unseres Verlages an: „Auch wenn ich künftig weniger Zeit haben werde, den Fotoapparat lege ich deshalb nicht aus der Hand.“

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