Kerb soll wieder an die Kirche

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Der Autoscooter, das sei schon geprüft, könne auf dem Parkplatz neben der Bleichstraße aufgestellt werden.

Heusenstamm ‐ „Zurück in den Ort“ will der Magistrat die Heusenstammer Kerb holen. Sozusagen „dahin, wo sie hingehört, nämlich an die Kirche“, wie es Bürgermeister Peter Jakoby am Dienstagabend im Bau- und Verkehrsausschuss formuliert hat. Von Claudia Bechthold

Denn es sei ja immer noch „Kirchweih“, was damit gefeiert werde. Als neuer Standort für das jährlich im September stattfindende Fest sei an die Frankfurter Straße gedacht. Auf dem kleinen Parkplatz kurz hinter der Abzweigung zur Bleichstraße zum Beispiel könne ein Autoscooter aufgebaut werden, das sei schon geprüft worden, versicherte der Verwaltungschef.

Hintergrund dieser Entscheidung sei, dass der Betreiber der Kerb angefragt habe, ob es nicht einen anderen Standort in der Schlossstadt gebe. „Früher hat die Kerb am Bahnhof stattgefunden, und das war auch in Ordnung“, erinnerte Jakoby. Allerdings seien mit dem S-Bahn-Start zunehmend Leute zur der Veranstaltung gekommen, die für Ärger gesorgt hätten. Daraufhin sei der Standort „Alte Linde“ getestet worden. Da dies damals erfolgreich gelaufen sei, war man an der „Alten Linde“ geblieben.

Nun habe sich der Betreiber an die Stadt gewandt, zumal ohnehin absehbar sei, dass neben dem Einkaufszentrum gebaut werden soll, der Platz also irgendwann wegfalle. „Die Veranstalter haben uns zugesagt, dass die Fahrgeschäfte innerhalb einiger Stunden aufgebaut werden könnten“, erläuterte Jakoby weiter. Und wenn die Kerb zum Beispiel an einem Montagabend zu Ende gehe, könnte in der Nacht noch abgebaut werden.

Überlegt werde im Magistrat noch, ob man dieses Fest eventuell mit dem Straßenfest der Werbegemeinschaft Frankfurter Straße zusammenbringen könne. „Das hätte den großen Vorteil“, so Jakoby, „dass die Frankfurter Straße nicht zweimal im Jahr komplett gesperrt werden müsste“. Zumal dies ja auch immer mit Busumleitungen verbunden sei.

Eher zögerlich reagierte allerdings gestern die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Frankfurter Straße, Gaby Kirchner, auf diese Idee. Zum einen wisse sie, dass der September-Termin vielen Kollegen zu spät im Jahr sei. „Da kann man oft schon nicht mehr so lange draußen sitzen“, nannte sie einen der Gründe für diese Haltung. Man habe das ja im vergangenen Jahr getestet und sei nicht so zufrieden gewesen. Und zum anderen habe der Vorstand grundsätzlich noch nicht über die Zukunft des Straßenfestes entschieden. „Wir müssen über das alles mal reden“, meinte Kirchner.

Frühestens im nächsten Jahr sei an den Kerb-Umzug zu denken, betonte Bürgermeister Jakoby im Ausschuss. In diesem Jahr bleibe noch alles wie es war. Eine Befragung der Anlieger an der Frankfurter Straße zur Kerbverlegung, wie es die SPD-Fraktion beantragt hatte, lehnten die Ausschuss-Mitglieder allerdings mit Mehrheit ab. Man könne nicht zu allem erst die Betroffenen befragen, man müsse auch einmal Entscheidungen fällen, lautete die Begründung.

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