Mädchen wollen die Querflöte

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Miki Mori (rechts) zusammen mit Kindern und Querflöte.

Heusenstamm - Als Anfänger an seinem Instrument sogleich zusammen mit einem großen Orchester proben zu dürfen, das reizt offenbar auch Jugendliche. Schließlich bedeutet dies doch, dass man „richtig Musik machen“ kann, obwohl man zunächst nur wenige Töne zum Klingen bringt. Von Peter Petrat

Und genau solches verspricht eine neue Zusammenarbeit der Stadtkapelle Heusenstamm mit der Adolf-Reichwein-Schule.

Zum Kennenlernen verschiedener Blasinstrumente hatten Verein und Schule jetzt zu einem Schnupperabend eingeladen. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Schüler fünfter Klassen. Neben viel Spaß und musikalischer Bildung soll so auch Sozialkompetenz geschaffen werden.

„Alte Hasen und Neulinge musizieren zusammen“

„Alte Hasen und Neulinge musizieren zusammen“, erläutert Kerstin Assmann-Schulz, Dirigentin der Stadtkapelle und Initiatorin der Kooperation. Man wolle man weg vom Üben im stillen Kämmerlein. Deshalb werde man die Kinder regelmäßig auch in die Probenarbeit des großen Orchesters der Stadtkapelle einbinden. Für zwei Jahre zunächst ist die Kooperation geplant, der Instrumentalunterricht neben dem regulären Musikunterricht vormittags in den Stundenplan eingebunden.

Schon im vergangenen November hatte man die Schüler zu einem ersten Vorstellungsabend eingeladen. Vier Kinder hatten sich danach angemeldet. Damit ist Kerstin Assmann-Schulz für den Anfang nicht unzufrieden. Jeder fange einmal klein an, sagt sie, das gelte sowohl für die neue Zusammenarbeit, wie auch für jeden einzelnen Musiker mit seinem Instrument.

Und auch an diesem Abend sind wieder Kinder mit ihren Eltern da, um die verschiedenen Instrumente einmal auszuprobieren. Klarinette, Saxophon, Tuba, Posaune, Trompete und Tenorhorn werden gezeigt, erklärt, vorgespielt und den Kindern in die Hand gegeben. Besonders beliebt ist die Querflöte. Zielstrebig zieht es vor allem Mädels zu Miki Mori. Die Jugendwartin der Stadtkapelle spielt das Instrument bereits seit sechs Jahren.

Mädchen wollen die Querflöte gleich mal ausprobieren

Natürlich wollen die Mädchen die Querflöte gleich mal ausprobieren. Ein Ton wollte dem Instrument aber nicht entweichen. „Es kommt auf den richtigen Winkel an“, erläutert Miki Mori geduldig, „so, wie ihr auch in eine Flasche blasen würdet, um einen Ton zu erzeugen“. Mit gespitzten Lippen und der richtigen Kopfhaltung waren schnell die ersten Erfolge zu hören. Nur trauen mussten sie sich halt.

Am Ende des Abends konnten die Kinder mit ihren Eltern zusammen einen Laufzettel ausfüllen und sich mit einer Instrumentenauswahl für den Unterricht anmelden. Die Instrumente stellt der Verein oder schafft sie bei Bedarf neu an. „Der Nachwuchs soll früh an die Musik herangeführt werden“, betont Kerstin Assmann-Schulz. Solche Angebote sollten aber nicht nur Kindern in Gymnasien zugute kommen, sondern eben auch jenen an Haupt- und Realschulen.

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