Kindergesang statt Sportübungen

Müller überbringt Heusenstamm Zuschuss zum Umbau von Fitnessstudio zur U3-Kita

Anfang nächsten Jahres soll die neue U3-Kita in ehemaligen Fernmeldezeugamt eröffnen. Das Bild zeigt die Leiterin Salmina Brauch-Karabeg, Bürgermeister Halil Öztas und den Kreisbeigeordneten Carsten Müller.
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Anfang nächsten Jahres soll die neue U3-Kita in ehemaligen Fernmeldezeugamt eröffnen. Das Bild zeigt die Leiterin Salmina Brauch-Karabeg, Bürgermeister Halil Öztas und den Kreisbeigeordneten Carsten Müller.

Wo früher für die Fitness kräftig gestreckt, gedehnt und geschwitzt wurde, sollen bald Spiele, Gesang und Kinderreime für die Kleinsten den Takt vorgeben: In den Erdgeschossräumen des ehemaligen Fernmeldezeugamts an der Philipp-Reis-Straße, zuletzt genutzt von einem Sportstudio, entsteht eine neue U3-Betreuung. 24 kleine Mädchen und Jungen sollen dort in zwei Gruppen Platz finden.

Heusenstamm – Der in dem Gebäude bereits bestehende Hort für zurzeit 50 Kinder wird damit erweitert. Rund 700 000 Euro lässt die Stadt sich den Ausbau kosten. Eine Förderung in Höhe von 200 000 Euro kommt aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ des Bundes. Überbracht hat die gute Botschaft samt Scheck der Kreisbeigeordnete Carsten Müller.

Die Maßnahme sei ein „weiterer Baustein“ in der Heusenstammer Kinderbetreuung, betonte Bürgermeister Halil Öztas anlässlich eines Ortstermins. Sie werde, auch wenn wie in anderen Kommunen weiterhin eine Warteliste bestehe, zu einer wesentlichen Entlastung im U3-Bereich führen. „Der Bedarf ist immer noch groß, aber wir waren in den letzten Jahren fleißig und haben auf dem Gebiet der Kinderbetreuung große Akzente gesetzt, das zahlt sich so langsam aus“, stellte der Bürgermeister fest. Für die Zukunft gelte es, so schnell wie möglich ein oder zwei weitere Einrichtungen zu schaffen. „Dann haben wir die Warteliste nicht nur reduziert, sondern abgearbeitet.“

Kita-Ausbau hat im Kreis Offenbach Priorität

Auch für den Kreis habe der Ausbau der Kindertagesstätten in Heusenstamm sowie den weiteren Kreiskommunen beständig Priorität, bekräftigte Kreisbeigeordneter Müller. Es gelte, die Kommunen dabei zu unterstützen, Plätze zu schaffen. „Auch mit der Stadt Heusenstamm sind wir in Planungsprozesse gegangen und es sieht ganz gut aus“, lobte Müller. Die festgesteckten Ziele seien erreichbar und die neue U3-Betreuung stelle dabei sicher einen Meilenstein dar. Müller hob hervor: „Sie bringt uns einige Schritte weiter.“

Anfang des kommenden Jahres soll die neue Kita in Betrieb gehen. Mit Salmina Brauch-Karabeg hat sie bereits eine Leiterin, die in städtischen Kitas reichlich Erfahrung gesammelt hat. Die ursprünglich einmal angedachte Idee, die Einrichtung durch einen privaten Träger führen zu lassen, habe sich dagegen nicht realisieren lassen, sagte Öztas. Wie berichtet, war vor geraumer Zeit der Verein „Focus for Family“ angetreten, unter dem Namen „Apfelbäumchen“ eine Betreuung mit den Schwerpunkten Musik, Bewegung und Freilandpädagogik ins Leben zu rufen. Geplant war auch, ein Familienzentrum mit etwa Kursen für Schwangere einzurichten. Letztendlich habe sich die Idee aber nicht bewährt, teilte nun der Bürgermeister mit und betonte zugleich: „Wir stehen aber nach wie vor zu einer Trägervielfalt der Einrichtungen.“

Bis allerdings Kinderlachen das ehemalige Sportstudio in dem riesigen Gebäude, das inzwischen einem Städtebauentwickler gehört, erfüllt, wird noch einiges zu leisten sein. Auch wenn die Arbeiten schon begonnen haben, fehlen in dem großen Raum etliche Wände, die einmal Gruppen- und Schlafräume, Bäder und eine Küche bilden sollen. „Ja, es ist ein großer Aufwand, aber wir sind guter Dinge, die Gewerke sind ausgeschrieben und mittlerweile vergeben“, sagte Öztas. Darüber hinaus gelte es, weitere Pläne in dem Quartier umzusetzen, sei doch das Grundstück eine der letzten großen Entwicklungsflächen in der Stadt. „Wir werden dort auch Wohnraum samt der dazugehörigen Infrastruktur schaffen und vor allem großzügige Grünflächen für die Kleinen“, kündigte er an. (Barbara Scholze)

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