Jetzt starten mit Klimaschutz

Heusenstamm - Zwei Jahre ist es her, dass sich die Stadt Heusenstamm in das Landesprogramm „100 Kommunen für den Klimaschutz“ eingeschrieben hat. Inzwischen gibt es ähnliche Ziele auf Bundesebene und - das ist die gute Nachricht - finanzielle Unterstützung. Von Claudia Bechthold

Etwa 45.000 Euro steuere der Bund bei, 15.000 Euro muss die Stadt dazu legen. „Und jetzt fangen wir an“, kündigt Bürgermeister Peter Jakoby an. Offizieller Start ist der 1. Februar. Innerhalb eines Jahres soll dann ein Konzept erstellt werden, wie möglichst viel Energie gespart, und ebenfalls möglichst viel Kohlendioxid-Ausstoß verhindert werden kann. Um dies möglichst fachgerecht zu tun, hat der Magistrat nun ein Fachbüro zur Begleitung beauftragt. „Selten habe ich im Magistrat eine so lange und intensive Diskussion erlebt“, berichtet der Verwaltungschef erfreut vom Engagement seiner Magistratskollegen.

Erster Schritt wird nun eine interne Bestandsaufnahme sein. Damit soll für alle städtischen Objekte wie Wohnhäuser, öffentlichen Gebäude, Entsorgungsanlagen und Sporthallen der Energieverbrauch festgehalten werden. Außerdem sollen der Fuhrpark des Bauhofs, das Abfallaufkommen, die Straßenbeleuchtung, die allgemeine Infrastruktur wie Verkehrswege, Naherholungsmöglichkeiten, Sport, Freizeit, Kultur, öffentliches Grün sowie der Waldbestand näher untersucht werden. Bereits für Ende März erhofft man sich dann eine Eröffnungsbilanz zum Kohlendioxid-Ausstoß. Diese Bilanz wird dann in den nächsten Jahren immer wieder überarbeitet und verbessert.

Mit diesem Überblick über den Energie- und Rohstoffverbrauch können die einzelnen Positionen bewertet und das Energiesparpotenzial ermittelt werden. Daraus werden dann gezielt Modernisierungen vorgeschlagen sowie Förderungsmöglichkeiten genannt.

Klimaschutzkonzept wird im Mai vorgestellt

Beteiligt werden sollen aber auch die Bürger. Für den Mai plant die Stadt eine öffentliche Auftaktveranstaltung, in der das Klimaschutzkonzept vorgestellt wird. Ansprechen will man Bürger, Verwaltungen, Gewerbetreibende, Politiker, Vereine, Kirchen und Schulen, die zu Fachgesprächen eingeladen werden. Dabei können diese ihre Ideen und Vorstellungen einbringen, an welchen Stellen und auf welche Art noch mehr Energie eingespart werden könnte.

Freilich ist noch offen, wie viel Potenzial zur Verbesserung der CO2-Bilanz es in Heusenstamm noch gibt. „Wir haben natürlich in den vergangenen Jahren schon viel getan“, weiß Jakoby. Die energetische Sanierung des Sport- und Kulturzentrums Martinsee ist nur ein Beispiel. die Umstellung der Beheizung von Schwimmbad und der Gebäude auf dem Campus-Gelände auf Fernwärme ein weiteres. Allein diese Umstellung bringe eine Einsparung von 2000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr.

Günstigere Heizungssysteme wurden auch im Schlossrathaus und in Martinsee eingebaut. Städtische Wohnhäuser sind zum Teil ebenfalls schon besser gedämmt. Die Straßenbeleuchtung wurde schon vor längerer Zeit auf Natriumdampflampen umgestellt, die immerhin 30 Prozent weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Laternen.

Inzwischen hat die Stadt erste Straßenlampen mit LED-Technik aufstellen lassen, zum Beispiel am Fußweg zwischen Hinterem Schlösschen und dem Friedhof. Weitere mit dieser noch mehr Strom sparenden Technik werden demnächst am Weg zwischen Sommerfeld und Martinsee-Zentrum sowie in den neuen Wohngebieten südlich der Hohebergstraße und an der Alten Linde aufgestellt. Dennoch ist sich Jakoby sicher, dass es noch genügend Möglichkeiten gibt, Energie und damit auch CO2 einzusparen. Vor allem, wenn viele Menschen mitmachen.

Rubriklistenbild: © Cisco Ripac/pixelio.de

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