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Kommentar: Schuld ist nur der Wind?

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Das hat nicht nur viele Heusenstammer geärgert: Zwischen 23 Uhr und etwa 23.30 Uhr sind Sonntagnacht - gefühlt im Minutentakt - startende Flugzeuge über die Schlossstadt gedonnert. Die Verantwortlichen lehnen sich zurück: Der Nordwind war schuld.

Weil die Startbahn West zu viel Rückenwind hatte, blieb diese gesperrt. Das habe zu Verzögerungen geführt, die man nicht mehr habe ausgleichen können, heißt es. Und dabei schieben die Beteiligten die Verantwortung auf den jeweils anderen und lassen die vom Lärm Betroffenen einigermaßen ratlos allein.

Wir müssen die Starts nach 23 Uhr ja genehmigen, wenn die Fluggesellschaften nichts für die Verspätungen können, sagen die einen. Wir haben doch keine Kristallkugel, mit der wir Wetterereignisse vorhersehen können, sagen die anderen. Keiner fühlt sich offenbar verantwortlich für ein Ereignis, das eigentlich organisierbar sein müsste. Denn Nordwind gibt es sicher nicht nur einmal im Jahr.

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Es kann doch nicht sein, dass so ein Wind den Flugbetrieb derart durcheinander bringt, dass 18 Flieger nicht mehr rechtzeitig vor 23 Uhr starten können. Was machen die Flughafenbetreiber denn, wenn eines Tages nicht mehr 90 Flieger pro Stunde starten oder landen, sondern - wie angestrebt - 126 und wieder der Nordwind weht? Müssen dann viel mehr als 18 verspätete Starts genehmigt werden? Geht dann der Flugbetrieb wieder bis 1 Uhr oder noch länger? Es kann doch nicht sein, dass ein internationaler Flughafen von ein bisschen Wind aus der „falschen“ Richtung so durcheinander gebracht wird. Sonst wird doch so gern geplant von der Fraport. Warum gibt es dann keinen Wetter-Notfallplan?

Oder liegt es vielleicht nur daran, dass man am Flughafen das Leipziger Urteil nicht ernst nehmen will?

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