Kühe weiden klimafreundlich

+
Die Rinder des Hofguts Patershausen werden klimafreundlich im Freiland gehalten und mit eigens erzeugten Futtermitteln gefüttert.

Heusenstamm ‐ Das Projekt des Hessischen Umweltministeriums „100 Kommunen für den Klimaschutz“ entspreche auch den Vorstellungen der Stadt Heusenstamm, versichert Bürgermeister Peter Jakoby. Von Claudia Bechthold

Die Grünen-Fraktion im Stadtparlament renne da mit ihrem Antrag, sich an diesem Projekt zu beteiligen, nur offene Türen ein, ergänzt er und signalisiert die Möglichkeit einer Unterstützung dieses Antrags. Schon 2009 habe der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main unabhängig vom Umweltministerium die Verbandskommunen aufgefordert, Projekte, die zu Klimaschutz und Energieeffizienz realisiert würden, einzureichen.

Entstanden sei so eine Projektsammlung von Städten und Gemeinden der Metropolregion Frankfurt, die als gutes Beispiel und Anregung für Interessierte dienen soll. Seither befasse sich eine Arbeitsgruppe der Stadt intensiv mit dem Thema.

Zu den Projekten, bei denen sich Heusenstamm am Klimaschutz beteilige, zähle zum Beispiel das Hofgut Patershausen. „Wir leisten uns einen Bio-Hof mit Freilandhaltung“, betont Jakoby. Auf insgesamt 70 Hektar würden Produkte für den regionalen Markt erzeugt. Kurze Wege garantierten Frische und eine geringe Belastung der Umwelt. Zudem stehe der Biolandbau im Vordergrund. Es werde auf synthetische Dünger und Pestizide verzichtet, stattdessen auf konsequenten Humusaufbau gesetzt. Und auch die Rinder würden klimafreundlich im Freiland gehalten und mit eigens erzeugten Futtermitteln gefüttert.

Im Straßenbau werden Recyclingmaterialen zugelassen

Renaturiert werde in naher Zukunft die Auenlandschaft der Bieber. So entstehe an dem Bach eine großzügige Weidelandschaft, die später auch einmal Schafe und Ziegen erfreuen solle.

Auch die Planungen der Stadt für den öffentlichen Raum sähen Maßnahmen vor, die dem Klimaschutz dienten. Der Fahrradverkehr zum Beispiel werde durch neue Radverkehrsanlagen, die die Sicherheit für Radler erhöhten, gefördert. Im Straßenbau würden Recyclingmaterialen zugelassen. Außerdem tausche man die Quecksilber-Dampflampen (HQL) der 3 000 Straßenleuchten im Stadtgebiet nach und nach gegen umweltfreundlichere aus, wie etwa in Rembrücken, Bastenwald und Waldesruh schon geschehen.

In den nächsten Jahren werde die Stadt bei anstehenden Sanierungen städtischer Gebäude Energiesparmaßnahmen umsetzen, um Wärmeverluste über die Gebäudehülle zu reduzieren. Dadurch könnten 30 Prozent Energie eingespart werden. Mit dem Einbau von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen bestehe eine weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparungen, ie etwa im Schloss oder im Sport- und Kulturzentrum Martinsee bereits geschehen.

Und das „neue“ Schwimmbad sowie der benachbarte Campus nutzten schon das energiewirtschaftlich günstige Fernwärmenetz der EVO. Weitere Gebäude könnten angeschlossen werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare