Kulturpreis: Bild der Stadt verändert

+
Peter Jakoby mit den Kulturpreisträgern Franz Zink und Hans-Friedrich Härle (von links).

Heusenstamm - Die eigentliche Überraschung war als solche gar nicht geplant. Denn von dieser Verbindung wusste vorher niemand. Von Claudia Bechthold

Dr. Franz Zink, Journalist und gemeinsam mit Professor Hans-Friedrich Härle Kulturpreisträger dieses Jahres, war sichtlich gerührt, als Musikschülerin Marina Schmidt anlässlich der Preisverleihung am Flügel Beethovens Klaviersonate Nummer 8 „Pathétique“ zum Besten gab.

Er habe, berichtete Zink, die junge Dame schon als Säugling im Arm gehalten. Ihre Familie wohne im Nachbarhaus. Er habe sie aufwachsen sehen und kenne ihr außerordentliches musikalisches Talent, das sich nicht allein auf das Klavier beschränke, schwärmte der sonst mit nüchternen Börsenzahlen befasste Heusenstammer. Damit war der kleine Festakt im Hinteren Schlösschen doch wieder zu einer runden Veranstaltung geworden. Denn die kleine Laura Ochmann, jenes junge Geigentalent, das schon mehrfach mit großem Erfolg mit Dirigent Härle aufgetreten war, hatte zuvor kurzfristig absagen müssen.

Ihre Arbeit, ihre Ideen und ihre fast kindliche Begeisterung für die Sache habe zu einer Veränderung des Heusenstamm-Bildes beigetragen, habe die Stadt weltoffener, frischer und moderner werden lassen, aber auch farbiger, aufregender und unterhaltsamer. Bürgermeister Peter Jakoby konnte die eigene Begeisterung über die beiden Preisträger nicht verhehlen. Die Unterstützung und Initiative der beiden Preisträger habe die diesjährige 800-Jahr-Feier zu einem „rauschenden Fest“ werden lassen, an das sich alle lange erinnern würden, betonte er. Aber auch schon Feste wie jenes zu 50 Jahren Stadtrecht im Jahr 2009 und vor allem das Bahnhofsfest hätten beide stark beeinflusst.

Hans-Friedrich Härle und Franz Zink zählen zum von Jakoby vor einigen Jahren ins Leben gerufenen „Kulturkreis 63150“, dem eine kleine Gruppe Heusenstammer Bürger angehört. Zink ist Gründungsmitglied dieser Gruppe, die sich regelmäßig trifft, um Ideen zu entwickeln, zu diskutieren, auszufeilen und anzustoßen.

Hans-Friedrich Härle etwa habe initiiert, Heusenstamms Chöre erstmals gemeinsam auf eine Bühne zu bekommen. Fast undenkbar, wie er selbst berichtete, und doch sei es gelungen und ein großer Erfolg gewesen. Härle betonte ebenso wie Zink, man habe mit diesen Festen auch eigene Träume verwirklicht. Zink ergänzte, er habe sich entschieden, etwas in Heusenstamm zu investieren in der Erwartung, dass auch andere sich anstecken ließen. Und die Rendite sei hoch.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare