Geboren mit Stift in der Hand

Kulturpreis geht an Vorsitzenden des Künstlervereins Wolfgang Franz

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Maria Clara und Wolfgang Franz mit Bürgermeister Halil Öztas (von links).

Heusenstamm - Einmal im Jahr wird der Kulturpreis der Stadt Heusenstamm vergeben. Am Dienstagabend überreichte Bürgermeister Halil Öztas dem Vorsitzenden des Künstlervereins, Wolfgang Franz, diesen Preis für das gerade eben vergangene Jahr 2016. Von Claudia Bechthold

Das Glück des Wolfgang Franz strahlt an diesem Abend aus allen Knopflöchern. Nicht nur, weil man mit dem Kulturpreis sein unermüdliches Schaffen für die Kunst und Kultur in der Schlossstadt würdigt. Sondern auch, weil so viele Gäste der Einladung ins Hintere Schlösschen gefolgt sind, dass etliche keinen Sitzplatz mehr erhalten. Man ist sich ganz offensichtlich einig, dass das Kuratorium auch diesmal wieder einen würdigen Preisträger gefunden hat.

Mit einem Zitat von Maria Clara Franz, der aus Kolumbien stammenden Frau von Wolfgang Franz, steigt Bürgermeister Öztas in die Laudatio ein. „Er ist mit einem Bleistift in der Hand geboren worden“, habe sie einmal gesagt. Franz’ Bilder und seine Begabung seien unbestritten großartig, betonte Öztas. Und seine Verbundenheit zu Heusenstamm habe er in vielen Bildern dokumentiert, die nicht nur im Schlossrathaus dauerhaft zu sehen seien. Vor allem aber habe Wolfgang Franz die Kunst- und Kulturszene der Stadt mit seinen Arbeiten und seinem Engagement geprägt und bereichert.

1931 in Leipzig geboren, ist der Preisträger, wie es der Verwaltungschef formulierte, „auf dem Höhepunkt seiner persönlichen Lebensreise 1983 in Heusenstamm angelangt“. Seine berufliche Karriere habe Franz von Beginn seiner Lehre an dem Modellbau gewidmet. So sei er langjähriger Chef einer Modellbaufirma, die auf dem Gebiet der Automobilindustrie tätig ist, und Prüfungsmitglied der entsprechenden Innung.

Dem Zeichnen und Malen habe Franz schon in frühester Jugend erste Konturen gegeben, führte Öztas weiter aus. Dazu habe er auch Zeichenkurse in Leipzig und später am Städel’schen Kunstinstitut absolviert. Im Herbst 2003 habe ihn der Künstlerverein Heusenstamm aufgenommen, seit 2008 sei er Vorsitzender dieser Institution. Und seine Werke, seine ausdrucksstarken Aquarelle und Zeichnungen mit vielfältigen Motiven, darunter solche aus der Heimat seiner Frau wie auch aus der Schlossstadt, seien vielen Heusenstammern bekannt. Unter anderem hat Wolfgang Franz auch die Kita Arche Noah und das Horst-Schmidt-Haus mit seinen Werken verschönert. Es sei, so Öztas, höchste Zeit, sein Schaffen mit dem Kulturpreis anzuerkennen.

In seiner Dankesrede warf Wolfgang Franz einen Blick in die Geschichte. Schon vor 40.000 Jahren, das wisse man erst seit nicht allzu langer Zeit, hätten die Menschen Skulpturen geschnitzt, gemalt und Flöten hergestellt. Dies seien die Wurzeln unserer Kultur. Lange anhaltender Applaus dokumentierte ihm nach seiner Rede die Anerkennung der Anwesenden.

Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Tenor Rudolf Vogel und Pianist Hans-Kaspar Scharf. Moderiert hat der neue Kulturamtschef Karl-Heinz Kühnle.

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